Bezirksausschuss in Harlaching Streit um Kita Hänsel & Gretel

Der Kindergarten Hänsel & Gretel an der Wunderhornstraße 9. Foto: Google Street View

Zwei Stunden lang wurde im Harlachinger Bezirksausschuss hitzig über den Erhalt des Kindergartens Hänsel & Gretel diskutiert - Sicherheit gibt es immer noch nicht.

 

Harlaching - Mit einer Menge Wut im Bauch kamen rund 40 Eltern und Mitarbeiter vom Kindergarten Hänsel & Gretel am Dienstag, 19. März, in den Harlachinger Bezirksausschuss.

Vor genau vier Wochen trafen sich alle Beteiligten schon mal hier, bekamen Versprechungen von Seiten des zuständigen Stadtreferats und der BA stellte den Antrag auf Verlängerung des Mietvertrages um fünf Jahre - trotzdem ist die Zukunft immer noch nicht gesichert.

Kindergartenträgerin Katrin Fromm bekam lediglich eine Zusage für die einjährige Verlängerung des Mietvertrages zu selben Konditionen. Das Angebot für die Zukunft des Kindergartens ist für sie völlig inakzeptabel (AZ berichtete). Denn das würde unter anderem bedeuten, dass sie die Betreuungszahl von 50 auf 35 Kinder veringern müsste. Kinder müssten gehn und Personal müsste entlassen werden.

Nicht nur für die Trägerin, sondern vor allem für die aufgebrachten Eltern ist die Situation eine Farce. "Sie haben uns hier vor vier Wochen gesagt, dass wir uns nicht sorgen sollen und die Plätze gesichert wären!", zitiert eine erboste Mutter aus dem Protokoll der letzten BA-Sitzung Susanne Herrmann, vom Referat für Bildung und Sport, die sich auch in dieser BA-Sitzung den Fragen stellte. "Und sie hätten kein Interesse an Konditionen, die die Pächterin des Grundstücks nicht tragen kann. Ich möchte Planungssicherheit für die nächsten Jahre!"

Der Unmut der Anwesenden kochte noch höher, als Stadtrat Manuel Pretzel berichtete, dass aus den Reihen der SPD im Stadtrat geäußert wurde, dass ein Kindergarten keine Unterstützung bräuchte, der seine Mitarbeiter über Tarif bezahlt und deren Monatsbeitrag bei rund 880 Euro läge.

"Ich verstehe nicht, wie man auf einer Grundlage von falschen Fakten diskutieren kann", sagt Kindergartenträgerin Katrin Fromm aufgebracht. "Bei dem Geld handelt es sich um das KITA-Geld". Der Beitrag für einen Kindergartenplatz wäre nicht einmal die Hälfte.

"Warum wird ein intakter Kindergarten mit einem funktionierenden pädagogischen Konzept nicht erhalten?" Andreas Babor (CSU) nennt es beschämend, dass bei den Versorgungsproblemen in der Stadt, ein Kindergarten mit einem tragfähigen pädagogischen Konzept nicht weitergeführt werden soll.

Und Kinderbeauftrage Christa Knappe von der (SPD) findet: "Jedes Kind hat ein Recht auf Erziehung, ob arm oder reich." Auch FDP und Grüne fordern die Mietvertragsverlängerung um bis zu fünf Jahre.

Trotz der Diskussionen im Stadtrat wurde auch dort ein Konsens gefunden. Drei Angebote sollen der Trägerin unterbreitet werden.

Der BA bekräftigt nochmals den Beschluss aus der letzten Sitzung und den Antrag auf Verlängerung des Mietvertrags auf über drei Jahre innerhalb der nächsten vier Wochen, Bis zur nächsten BA-Sitzung. Dann werden sich alle Beteiligten erneut im Lokal Gartenstadt am Mangfallplatz treffen.

 

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