Betreiber wollen selbst übernehmen Sicherheitschecks am Flughafen: Bald keine Bundespolizei mehr?

Beamte der Bundespolizei an der Sicherheitskontrolle am Frankfurter Flughafen. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Wer soll Flugreisende an den Airports kontrollieren? Bislang ist dafür die Bundespolizei zuständig. Doch die Betreiber würden das Geschäft gern übernehmen.

Frankfurt/München - Bislang ist die Bundespolizei für die Sicherheitskontrollen an den meisten großen Flughäfen in Deutschland zuständig.

In Zukunft sollen diese aber "effektiver, wirtschaftlich effizienter und passagierfreundlicher werden", wie der Chef des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport, Stefan Schulte, den Zeitungen der Funke Mediengruppe erklärte. Beteiligten sich die Airlines, seien die Flughafenbetreiber deshalb damit einverstanden, die "Verantwortung [...] zu übernehmen."

Große Koalition: Wenig Begeisterung

Innenminister Horst Seehofer (CSU) steht ohnehin für eine Privatisierung der Sicherheitskontrollen, stößt in der Großen Koalition damit aber auf wenig Begeisterung. Widerstand gibt es allen voran von der SPD. Aber auch innerhalb der Union wird Kritik geübt. So sagte CDU-Politiker Armin Schuster den Funke-Zeitungen, er sei "kein Freund einer radikalen Privatisierung."

Befürworter, unter anderem der Flughafenverband ADV, verweisen auf das europäische Ausland, in dem die Betreiber zuständig sind.

Rückblick: Chaos am Flughafen München

Erst Ende Juli sorgte eine Panne am Münchner Flughafen für Chaos zum Ferienstart. Eine Passagierin gelangte unkontrolliert in den Sicherheitsbereich. Infolgedessen wurde das Terminal 2 komplett gesperrt.

Die Folge: 200 Flüge fielen aus, Tausende Passagiere harrten bis zum nächsten Morgen am Airport aus. Dieser Vorfall und eine Sicherheitspanne in Frankfurt hatten eine große Sicherheitsdebatte entfacht.

 

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