Bayern- vs. BVB-Stürmer Das Baller-Duell Lewandowski gegen Aubameyang

Links: Pierre-Emerick Aubameyang feiert seine Treffer gern per Salto. Rechts: Der amtierende Torschützenkönig der Bundesliga: Bayern-Stürmer Robert Lewandowski. Foto: dpa

Der Kampf um die Kanone ist eröffnet: Nach den drei Treffern von Robert Lewandowski gegen Werder legt Pierre-Emerick Aubameyang mit einem Doppelplack für den BVB nach. „Robert hat mich inspiriert“

 

Zwei Tore, zwei Salti. Eine passende, weil spektakuläre Antwort, die Pierre-Emerick Aubameyang beim 2:1 seiner Dortmunder am Samstag gegen den FSV Mainz gegeben hatte. Mit Top-Noten auch in der B-Note, wobei der zweite Salto nach dem Elfmeter olympiareif war, sicher gestanden. Beim ersten Freudenüberschlag, nach dem Kopfballtreffer auf Schürrle-Flanke hatte sich ein Wackler bei der Landung eingeschlichen.

Robert Lewandowski, den Bayern-Stürmer, interessieren nur die harten Fakten, die A-Note. Tore, Tore, Tore. „Lewy gegen Aubameyang 3:2!“, schrieb der Pole bei Twitter und setzte dahinter ein Augenzwinkern. Lewandowski legte beim 6:0 gegen Werder Bremen am Freitagabend vor, traf per Schlenzer, Kungfu-Sprung und Strafstoß – und vergab zahlreiche weitere Gelegenheiten bei insgesamt 12 (!) Torschüssen. Drei Treffer am ersten Spieltag der Saison – die Historiker waren schnell zur Stelle, förderten allerdings wenig Überraschendes zu Tage. Denn dies war bislang nur einem Bayern-Profi gelungen, dem Vater aller Torjäger: Gerd Müller – natürlich. Und das zwei Mal – selbstverständlich, 1969/70 und 1972/73.

Für Aubameyang war das TV-Studium der Treffer des Rivalen pure Motivation. „Robert hat mich inspiriert“, sagte der Gabuner und fügte hinzu: „The race is on!“ Das Rennen ist eröffnet, die Jagd nach der Torjägerkanone. Auf Twitter hatte er hinzugefügt: „Wow, ein Hattrick!“ Man respektiert sich, noch mehr: man schätzt sich unter Baller-Brüdern im Geiste. Das Wettschießen um die Torjäger-Trophäe zwischen Lewandowski (28) und Aubameyang (27) könnte noch spannender, weil enger, werden als das Duell um die Meisterschaft. 30:25 hieß es am Ende der vergangenen Saison. Nun, kaum sind 90 Minuten rum, steht’s 3:2. Auf die Plätze, fertig, baller!

Fit, fitter, Lewandowski

Aubameyang will „versuchen, meinen eigenen Torrekord zu knacken“. Und zweitens: „Ich bin bereit, mir ein Rennen um die Torjägerkanone mit Lewandowski zu liefern.“ Die Zweifel, dass ihm Vorlagengeber Henrikh Mkhitaryan, der den BVB zu Manchester United verlassen hat, zu sehr fehlen würde, sind beseitigt: „Wenn man sieht, was wir an Qualität dazugewonnen haben, ist mir überhaupt nicht bange.“ Aubameyangs Assistenten heißen: die Neuzugänge André Schürrle, Ousmane Dembélé plus Emre Mor sowie die Nationalspieler Marco Reus und Mario Götze – wenn sie denn mal wieder fit sind. Diese Tore-Servicecrew kann es aufnehmen mit Vorbereitern wie Franck Ribéry und Thomas Müller (ihm gelangen am Freitag gegen Werder erstmals drei Assists in einem Ligaspiel). Dazu kommen dann noch ab September Douglas Costa, Kingsley Coman und Arjen Robben – wenn sie denn mal wieder fit sind.

Lewandowski wirkt nach fünf Wochen Urlaub, die er bekommen hatte, um das Viertelfinal-Aus bei der EM gegen Portugal zu verdauen, fitter denn je. Auch dank seiner persönlichen Fitnesstrainerin: Frau Anna, eine Karatekämpferin, die gerne Fotos von Besuchen in Muckibuden postet. „Ich bin nicht überrascht. Robert Lewandowski ist ein fantastischer Stürmer“, sagte Trainer Carlo Ancelotti. Übrigens: Wenn Mr. Sixpack weiter so träfe, also ein ganz gewöhnlicher Dreierpack pro Spiel, stünde er am Saisonende bei 102 Treffern. Wäre eine Bude mehr als der ewige (?) Torrekord der Bayern aus der Saison 1971/72. Ein bisschen Spaß muss sein. Siehe auch Mats Hummels, der postete: „Bisschen enttäuscht, dass ich in dem Wettbewerb vergessen wurde.“

 

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