Bayern rutscht auf Platz sieben ab FC Bayern: Flick-Effekt verpufft? Die Stimmung ist gekippt

Hansi Flick (links) und Thomas Müller vom FC Bayern Foto: imago images / Horstmüller

Der FC Bayern muss in der Bundesliga bei Tabellenführer Borussia Mönchengladbach die zweite Niederlage in Folge hinnehmen. Die Aufbruchstimmung, die nach dem Trainerwechsel zu Hansi Flick herrschte ist erst einmal verflogen.

 

Mönchengladbach - Die Gladbacher feierten vor ihrer Nordkurve noch lange mit den Fans, der komplette Kader und der gesamte Trainerstab war bei der Spontan-Party im Borussia-Park dabei. Ab ging's auf die Ehrenrunde während die Bayern in der Kabine die Köpfe hingen ließen. Das 1:2 in der Nachspielzeit nach dem von Javi Martínez (der dafür die Gelb-Rote Karte sah) verursachten Foulelfmeter sorgte für miese Laune.

Keine Punkteteilung, die dem FC Bayern München den erträglichen Abstand von vier Punkten zu den Fohlen bewahrt hätte. Nein, die vierte Pleite der Saison, so schlecht war man zuletzt 2011/12 nach 14 Spieltagen. Aktuell ist Bayern, der Abo-Meister der letzten sieben Jahre, sogar aus den Champions-League-Plätzen gerutscht. Dementsprechend groß war der Frust.

Kimmich: "Ich könnte durchdrehen"

1:2 vor einer Woche gegen Bayer Leverkusen, nun das 1:2 in Gladbach. Dasselbe Resultat, dasselbe Muster: Über weite Strecken die bessere Mannschaft, mit dem Manko, fatalen Chancenwucher zu betreiben. Der Unterschied zum letzten Wochenende: Die Stimmung ist gekippt. Nachdem Hansi Flick Anfang November als Interimstrainer übernommen hatte, konnte die Bayern die ersten vier Spiele mit einer Tordifferenz von 16:0 gewinnen. Es kam ein regelrechte Euphorie an der Säbener Straße auf. Das Engagement des ehemaligen Löw-Assistenten als Chef auf Zeit wurde mindestens bis Weihnachten verlängert. Ist der Flick-Effekt nun schon wieder verpufft? 

Joshua Kimmich sprach von "einem negativen Lauf", war richtig angefressen. "Es ärgert mich unendlich, ich könnte durchdrehen", gestand der stets super ehrgeizige Nationalspieler. "Nach zwei Niederlagen ist die Stimmung natürlich nicht brillant", meinte der enttäuschte Thomas Müller.  

Der Angreifer weiter: "Hier zu verlieren, ist brutal für uns – gerade in unserer Tabellensituation. Nach unserem Tor, unserer hochverdienten Führung, hatten wir weniger Kontrolle als in den ersten 50 Minuten, das müssen wir uns eingestehen. Wir bekommen das 1:1 durch ein Standard-Tor, das ist in einem Spitzenspiel tödlich. Am Ende kriegen wir einen unnötigen Elfmeter, bei dem wir kräftig mitgeholfen haben. Und so stehen wir jetzt da." Ziemlich schlecht. "Für unser gutes Spiel über weite Strecken können wir uns nichts kaufen", findet Müller und zieht Bilanz: "Wir haben zwei Spiele in Folge verloren, wenn man objektiv auf die schaut, haben wir viel Positives gesehen, aber unterm Strich steht viel Negatives."

FC Bayern: Schon wieder eine Aufholjagd

Wieder steht der FC Bayern vor einem Berg namens Aufholjagd. "Wir kennen zwar diese Situation, das ist das Gute. Aber es ist ärgerlich, hintendran zu sein und Punkte aufholen zu müssen. Das ist nicht das, was wir uns vorstellen und nicht das, was uns liegt", befand Kapitän Manuel Neuer, "wir wollen oben stehen, vorne sein." Momentan eine Wunschvorstellung. "Wir schauen nach vorne", betonte Neuer trotz des Abrutschens in der Tabelle, der Blick gehe "nach oben".

Ob der anstehende Gipfelsturm noch einmal gelingt wie in der vergangenen Saison als man ab Dezember neun Punkte auf die enteilte Dortmunder Borussia aufholen konnte? Selbst die Bayern zweifeln nun. "Noch mehr Mannschaften sind vor uns als in der letzten Saison. Auch wenn es nur sieben Punkte in Anführungszeichen sind, glaube ich, dass es diese Saison deutlich schwieriger wird", glaubt Kimmich.

FC Bayern: Müller will die perfekte Punkteausbeute

Ist das allen im Team bewusst? Kimmich: "Die Alarmsignale mussten schon vor dem Spiel angegangen sein. Wer es jetzt noch nicht begriffen hat, der ist komplett auf dem falschen Weg. Wer glaubt, dass es wieder so wird wie in der letzten Saison, der ist fehl am Platz." Dürfte eine wenig erbauliche Weihnachtsfeier am Sonntagmittag werden, wenn sich Mannschaft, Betreuer und Verantwortliche mit Kind und Kegel zum festlichen Essen treffen.

"Zur Winterpause auf Platz eins zu stehen, ist jetzt nahezu unmöglich", meinte Kimmich. Müllers Appell an die Mannschaft: "Wir müssen schleunigst schauen, dass wir Punkte holen und das machen wir in den nächsten Spielen." Drei Spieltage sind's noch bis zur Winterpause (gegen Bremen, in Freiburg und gegen Wolfsburg). Müller will "noch neun Punkte holen, sonst schaut's schattig aus". Weihnachten droht zappenduster zu werden für die Bayern.

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