Bayern-Mitglied "verärgert" Johannes Bachmayr: Uli Hoeneß verbreitet Verschwörungstheorien

Setzte bei der vergangenen Jahreshauptversammlung zu einer harten Kritik gegen Uli Hoeneß an: Johannes Bachmayr. Foto: imago images / MIS

Mit seiner Wortmeldung bei der letzten Jahreshauptversammlung des FC Bayern erlangte Johannes Bachmayr nationale Bekanntheit. Jetzt reagiert das Mitglied auf Aussagen von Präsident Uli Hoeneß, der von einer Kampagne gegen sich spricht.

 

München - Bayern-Mitglied Johannes Bachmayr hat mit seinen Aussagen bei der vergangenen Jahreshauptversammlung für mächtig Furore gesorgt. Der junge Mann kritisierte Präsident Uli Hoeneß unter anderem für seinen Umgang mit Paul Breitner aufs Schärfste und warf ihm am Ende seiner Wortmeldung eine "One-Man-Show" vor.

Hoeneß, vom Beifall der anderen Mitglieder nach Bachmayrs Rede, sichtlich mitgenommen, griff statt einer Antwort auf die Kritik zu einem Sprichtwort. "Wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben. Und dabei will ich es belassen. Da waren so viele Unwahrheiten drin, das würde drei Stunden dauern, das zu diskutieren. Ich nehme eine Diskussion auf dem Niveau nicht an." Es folgten Buh-Rufe und Pfiffe – schnell ging Hoeneß zur nächsten Wortmeldung über.

Ende August, rund neun Monate später, hat Hoeneß schließlich bekanntgegeben, dass er nicht mehr als Präsident des FC Bayern antreten werde. Die Jahreshauptversammlung und die Bachmayr-Wortmeldung als Anfang vom Ende seiner Präsidentschaft beim FC Bayern?

Hoeneß spricht von Kampagne gegen sich

Bei der großen Pressekonferenz am Freitag, in der Hoeneß die Beweggründe für seine Entscheidung erklärte, war auch der Name Johannes Bachmayr noch einmal Thema. Hoeneß habe demnach keinen Kontakt mehr mit ihm gehabt, auch wenn er unmittelbar nach der Hauptversammlung eigentlich vorhatte, ihn anzurufen. "Dann habe ich es aber doch verworfen und bin eigentlich froh, dass ich es nicht gemacht habe, weil ich in der Zwischenzeit weiß, wer dahinter steckt – hinter der Kampagne. Und deshalb habe ich keinen Sinn darin gesehen, mich mit diesen Leuten auseinander zu setzen", so der 67-Jährige. Ist Hoeneß also das Opfer einer Verschwörung geworden?

Bachmayr reagiert auf Hoeneß-Aussagen

Diesen Vorwürfen tritt Bachmayr selbst nun entschieden entgegen. Gegenüber der AZ stellt er klar, dass er eigentlich nicht mehr vorhatte, sich öffentlich zu seiner Wortmeldung zu äußern, die oben genannten Hoeneß-Aussagen ihn jedoch nun doch dazu veranlassen. 

"Ich sowie meine Wortmeldung sind kein Teil einer Kampagne oder Gruppierung", so Bachmayr zur AZ. "Ich bin und war zu keiner Zeit von außen gesteuert. Ich habe meine Wortmeldung selbständig, auf eigenen Antrieb hin und ohne Rücksprache mit Dritten verfasst und vorgetragen. Die Behauptungen von Herrn Hoeneß verärgern mich entsprechend." Bachmayr wird noch deutlicher und sagt, er würde sich freuen, wenn Hoeneß auf den Inhalt seiner Wortmeldung eingehen würde, "anstatt Verschwörungstheorien in Verbindung mit meiner Person zu verbreiten".

Bachmayr begrüßt Entwicklung bei Bayern

Der Rückzug vom Präsidentenamt habe Bachmayr selbst überrascht, er begrüße aber "jedwede Weiterentwicklung des FC Bayern" und verfolge diese mit Spannung. Nicht überraschend dagegen sei es für ihn, wenn Hoeneß auch in Zukunft nicht den direkten Austausch mit ihm suche: "Dies war nie meine Erwartungshaltung".

Bleibt abzuwarten, ob die Geschichte zwischen Hoeneß und Bachmayr doch noch um ein Kapitel reicher wird. 

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