Bayern in Valencia Javi, der Abenteurer: 50 Freunde feiern ihn

Javi Martínez: Note 3. Drittes Bundesligaspiel von Beginn an, das erste über 90 Minuten – weil Gustavo (Adduktoren) fehlte. Versteckte sich ein wenig, war ein paar Mal zu spät dran. Dann aber mit dem Olé-Moment vor dem 1:0, als er Ribéry uneigennützig bediente - seine zweite Torvorlage diese Saison. Foto: dapd

Bayerns 40-Millionen-Einkauf Javi Martínez kehrt in die Heimat zurück – und lobt München: „Es gefällt mir wirklich gut.” Doch die Eingewöhnungszeit ist vorbei: „Wir brauchen ihn schon jetzt”

 

Valencia - Es ist schon ein ganzes Stück vom Atlantik an die Mittelmeerküste – einmal quer durch Spanien. Dennoch werden rund 50 Freunde und Bekannte von Javi Martínez die über 600 Kilometer von Aiegi, seinem Heimatort im Baskenland, nach Valencia zurücklegen und ihn bei seinem Comeback in der Heimat zu feiern. Den 24-Jährigen freut’s: „Das sind etwa sieben Stunden Fahrtzeit! Allein deswegen schon freue ich mich sehr auf das Spiel.” Die Partie beim FC Valencia ist der erste Auftritt von Martínez in Spanien, seit er Ende August von Athletic Bilbao für die Rekordablösesumme von 40 Millionen Euro an die Säbener Straße gewechselt ist. Martínez stand in 15 von bislang 18 Pflichtspielen auf dem Platz, das Gruppenspiel der Champions League am Dienstag (20.45 Uhr, Sky live) wird von den spanischen Medien als Visitenkarte seines Könnens angesehen.

Nach der Landung in Valencia wurde er von spanischen Reportern bedrängt, jetzt endlich zu erzählen, ob er damals Ende August im Zuge seines beinahe fluchtartigen Wechsels über die Mauer seines Vereinsgeländes gesprungen war, um seine Klamotten heimlich zu holen. „Ach, das liegt lange zurück”, sagte er und grinste, „darüber will ich jetzt nicht sprechen.”

Martínez, der letzte Woche in Panama (5:1) seit langer Zeit mal wieder über 90 Minuten in Spaniens Nationalelf ran durfte, wollte lieber über seine neue Heimat sprechen. Allerdings nicht auf Deutsch. Er verweigerte ein paar Worte – noch. Gegenüber „fcb.de” sagte der Baske mit ein paar schüchternen Brocken Deutsch: „Ich lerne sehr schnell. Ich habe einen Privatlehrer und gehe in eine Sprachschule. In zwei Monaten möchte ich es möglichst perfekt sprechen.” Ganz schöne Herausforderung. „München ist für mich ein Abenteuer, ich will mich ständig verbessern”, sagte er und lobte seine neue Wahlheimat: „Ich war schon einige Male in der Innenstadt unterwegs. München gefällt mir wirklich sehr gut. Der Marienplatz, der Englische Garten, auch meine Familie und Freunde waren sehr angetan. In München kann man sehr gut leben, aber es war sehr kalt heute beim Abflug – wenigstens ist hier in Spanien das Wetter besser.”

Nach Valencia brachte er eine kleine Verletzung mit – halb so wild. „Ich bin umgeknickt, hatte Schmerzen am Knöchel. Ich kann aber ohne Probleme spielen”, klärte Martínez auf. Denn nach mehr als drei Monaten wird mehr von ihm verlangt, machte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge deutlich: „Wir sind froh, dass wir ihn haben. Für die hohe Ablösesumme kann er nichts, der Trainer wollte ihn unbedingt. Man muss ihm eine Eingewöhnungszeit geben. Speziell in der Rückrunde werden wir den wahren Javier Martínez sehen. Aber wir brauchen ihn schon jetzt in den nächsten wichtigen Spielen vor der Winterpause.” Vor allem, da Konkurrent Luiz Gustavo wegen seiner Leistenbeschwerden am Montag operiert wurde und wohl für den Rest der Hinrunde ausfällt.

Heynckes jedoch verteidigte am Montag seinen Wunschspieler und dessen Entwicklung: „Ich bin mit Javi sehr zufrieden, die Spieler sprechen in höchsten Tönen von ihm. Philipp Lahm hat zu mir gesagt: Trainer, das war genau der Spieler, den wir gebraucht haben. Wenn er das sagt, ist das Zeichen von höchster Wertschätzung. Javi wird in Zukunft ein sehr wichtiger Spieler für uns. Wir müssen uns alle gedulden, ich habe die Geduld.”

 

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