Baustellen, Personalien, Verkehr, ... Agenda für 2018: Das muss München (an)packen

2018 kommen auf die Stadt München einige entscheidende Aufgaben zu. Foto: Felix Hörhager/dpa

Auch 2018 gibt es in München einiges zu tun: Es müssen ein Theater gebaut, ein Tunnel geplant und jede Menge Entscheidungen getroffen werden. Die AZ zeigt, was sich die Stadt vorgenommen hat.

 

München - 2018 wird ein spannendes Jahr für die bayerische Landeshauptstadt. Wir zeigen Ihnen, was besonders wichtig wird!

Hier wird’s staubig: Die Großbaustellen des Jahres

Baustellen? Ja, die kennt der Münchner gut – sehr gut sogar. Wenn wir nur mal kurz überlegen: die U-Bahnstation am Sendlinger Tor, die Baugruben für die zweite Stammstrecke und – ach ja – die neue Kinderklinik in Schwabing, an der wird auch schon tüchtig gewerkelt.

Natürlich nervt das ein bisschen: der ganze Dreck, der ganze Lärm. Aber was soll man machen? Auch in München bleibt die Zeit eben nicht stehen. Die Stadt wächst – und damit sie auch gedeiht, muss eben auch gebaut werden.

Auch dieses Jahr werden die Baustellen nicht weniger. Im Gegenteil: Es kommen sogar noch ein paar dazu.

  • Am Rindermarkt muss das weit über 100 Jahre alte Ruffinihaus saniert werden. Mitte Januar ziehen aus den Läden auch die letzten Mieter aus. Dann geht es mit den Bauarbeiten los. Zwei Jahre wird’s wohl dauern, bis alles fertig ist. Aber zum Glück passiert das meiste im Gebäude selbst. Die große Staubwolke bleibt also wohl aus.
  • Etwas offensichtlicher dürfte es da schon am Viehhof zugehen. Das dortige Freiluftkino ist 2017 in die letzte Saison gegangen. Jetzt wird das Gelände vorbereitet für den Bau des neuen Volkstheaters. Bereits jetzt im Januar rücken Mitarbeiter des Baureferats an, um die ehemaligen Winterstallungen abzureißen. Bis 2021 wird dann das neue Theater hochgezogen. Pünktlich zur Spielzeit 2021/22 soll alles fertig sein.
  • Von "fertig sein" kann man bei der Verlängerung der U5 vom Laimer Platz nach Pasing freilich gar nicht sprechen. Die Bauarbeiten haben noch nicht einmal begonnen. Der Stadtrat muss heuer erst noch den exakten Trassenverlauf festzurren. Dann kann man erst die Baugenehmigung beantragen. Das dafür nötige Verfahren will die Stadt jedoch noch vor der Sommerpause einleiten. Wann die Röhre gebohrt werden kann, steht noch nicht fest. Sobald es losgeht, wird es aber richtig staubig. Der erste Abschnitt unter der Gotthardstraße soll in offener Bauweise entstehen. Heißt: Die ganze Straße muss aufgerissen werden.
  • Gut, dass es an andere Stelle mit den Bauarbeiten zu Ende geht. Der Neuhauser "Trafo" in der Nymphenburger Straße soll heuer endgültig fertig werden. München bekommt damit ein neues Kulturzentrum.
  • Auch Giesing wird beschenkt – und da vor allem die Münchner Löwen: Bis Jahresmitte wird das Grünwalder Stadion ausgebaut. Die Fußball-Arena soll dann Platz für 15.000 Zuschauer bieten.
  • Und auch für den Nachwuchs wird viel gebaut: 2018 werden zehn Schulen neu errichtet oder erweitert. Dazu entstehen sechs Kinderkrippen und 18 Häuser für Kinder. Ganz schön was zu tun. Also: Packen wir’s an!

Verkehr: So wird’s 2018

Mit dem Verbrennungsmotor geht es langsam zu Ende. Das wird man auch 2018 wieder sehr deutlich spüren.

  • Vor allem Diesel-Motoren droht weiter Ungemach. Voraussichtlich bis Mitte des Jahres wird das Bundesverwaltungsgericht entscheiden, ob auch ohne Blaue Plakette Fahrverbote erlassen werden können. Sollte dem so sein, ist nicht ausgeschlossen, dass die Stadt Diesel-Fahrzeuge dann sukzessive aus der Innenstadt verbannen wird, um die Stadtluft wieder langsam zu verbessern.
  • Die Abgase sind auch ein Grund für die Tunnel-Projekte. Bei einem wird es nun ernst: An der Landshuter Allee soll der Verkehr unter die Erde. Im Frühjahr will der Stadtrat den Weg frei machen für konkrete Planungen.
  • Und auch die Zahl der Strom-Tankstellen für Elektrofahrzeuge soll dieses Jahr weiter steigen. Momentan gibt es in München davon 150. Bis 2020 sollen es mindestens 500 sein.

Personalien: Das tut sich an der Stadtspitze

Das wäre eine Stadt ohne die Menschen, die in ihr leben und sie regieren. Deshalb ein kurzer Blick auf die wichtigsten Personalien an der Stadtspitze. Da stehen heuer nämlich auch ein paar Veränderungen an.

  • Zuvorderst braucht München einen neuen Bürgermeister: Wenn ihm die Wähler nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung machen, wird Josef Schmid (CSU) im Herbst nämlich in den Landtag wechseln. Wer sein Nachfolger im Rathaus wird? Da will sich die CSU erst möglichst spät festlegen. Favorit dürfte aber Manuel Pretzl sein, der Chef der Rathausfraktion.
  • Und noch einen Abgang gibt es bei der CSU: Axel Markwardt (SPD) geht als Kommunalreferent in Rente. Den Posten neu besetzen darf die CSU. Diesen Deal haben die Schwarzen bei den Koalitionsverhandlungen nach der Kommunalwahl 2014 herausgeschlagen. Als Nachfolgerin ausgesucht hat sich die Stadtratsfraktion eine aus den eigenen Reihen: Stadträtin Kristina Frank (CSU) wird Mitte des Jahres wohl den Chefsessel im Kommunalreferat übernehmen. Dann ist sie künftig die Herrin über die städtischen Immobilien, die Münchner Märkte und die Abfallwirtschaft.
  • Und auch bei ihm gibt es Neues zu berichten: Karl Valentin war zwar nicht direkt ein Stadtpolitiker, aber auch im Rathaus gibt es immer mal wieder Absurditäten. Deshalb wollen wir mal generös darüber hinwegschauen, dass er in diese Kategorie eigentlich nicht so recht hineinpasst. Das dem Komiker gewidmete Karl-Valentin-Musäum jedenfalls wechselt heuer von privater Hand in die Obhut der Stadt. Wenn man so will, wird sein oberster Dienstherr in Zukunft also Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sein.

Stadtleben: Das ist neu

Hach ja, München: Ein Ort für Dolce Vita – sagt man zumindest. Im Alltag der Stadt schaut vieles dann aber doch ein bisschen anders aus: monströse Mietpreise, lange Schlangen im KVR. Das soll 2018 aber alles besser werden.

  • Fangen wir mit dem Angenehmen an: Bekommt München ein Isarflussbad? Da will das Umweltreferat heuer eine Machbarkeitsstudie vorstellen.
  • Rund um die Frauenkirche soll 2018 zudem die Fußgängerzone verschönert werden. Der Stadtrat soll in der ersten Jahreshälfte dafür sein Placet erteilen.
  • Und auch KVR-Chef Thomas Böhle (SPD) will den Münchnern ein Geschenk machen: Damit man bei Behördengängen nicht mehr so viel Zeit vertut, will er sich vom Stadtrat neue Bürgerbüros genehmigen lassen. Einige Dienste soll man künftig auch einfach online abwickeln können.
  • Wer sich in der Stadt manchmal unsicher fühlt, wird sich auch darüber freuen: Im Sommer soll der kommunale Sicherheitsdienst seine Arbeit aufnehmen. Die uniformierten Stadt-Schandis sollen vornehmlich rund um den Hauptbahnhof und auf der sogenannten Feierbanane auf Streife gehen.
  • Ob’s was hilft, weiß man nicht, aber die Preisspirale kann sich so ja nicht ewig weiterdrehen. Die Stadt will deshalb Nachbesserungen bei der Mietpreisbremse durchsetzen: Auch Bestandsmieten sollen künftig in die Berechnung der zulässigen Maximalmiete einfließen, nicht nur die Neuvermietungen der vergangenen vier Jahre.
  • Und noch einmal Miete: Wer sich darüber ärgert, dass sein Nachbar illegal untervermietet, kann sich künftig Luft machen. Anfang des Jahres geht die geplante Internet-Plattform online, über die man der Stadt Zweckentfremdungen melden kann.
  • Wer noch nicht überzeugt ist, dass 2018 wirklich alles anders wird, dem sei diese Meldung empfohlen. Denn im Rathaus endet eine Ära. Selbst dort hat die Stempelkarte mittlerweile ausgedient. Die Zeiterfassung soll heuer auf ein digitales System umgestellt werden. Wenn das mal nix ist!

Stadtentwicklung: München in ein paar Jahren

Stillstand ist der Tod, heißt’s gerne – und das gilt natürlich besonders für eine Stadt. Damit in München in ein paar Jahren nicht alles stehenbleibt, muss man jetzt schon ein paar Dinge anschieben.

  • Bei der Großmarkthalle hat die Stadt entschieden, nicht selbst zu bauen. Deshalb wird nun ein Investor gesucht. Heuer geht voraussichtlich die Ausschreibung für das Millionen-Projekt raus. Zeit wird’s auch. Denn im sogenannten "Bauch der Stadt" grummelt es mittlerweile vor Ungeduld.
  • Für den westlichen Teil des neuen Stadtviertels Freiham läuft derzeit noch ein städtebaulicher Wettbewerb. Ende April soll der Siegerentwurf feststehen. Dann wird man wissen, wie der neue Stadtteil mit seinen mindestens 6.000 Wohnungen einmal aussehen wird.
  • Auch die Planungen für die anstehende Generalsanierung des Münchner Stadtmuseums schreiten voran. Unter anderem soll der Stadtrat dieses Jahr festlegen, welches Ausweichquartier das Museum in der Bauphase beziehen soll.
  • Und auch in den U-Bahnbau muss Bewegung kommen. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) will heuer deshalb einen Vorratsbeschluss fassen lassen: Es geht um die U9, die U26 und die Verlängerung der U4 im Osten.

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