AZ-Stadtspaziergänger Königliches Liebesnest: Hier trafen sich Ludwig I. und Lola Montez

Das kleine Häuschen am Isarhochufer soll das Liebesnest von Ludwig und Lola Montez gewesen sein. Wie es von innen aussieht sehen Sie in unserer Bilderstrecke. Foto: Sigi Müller

Der Stadtspaziergänger Sigi Müller erkundet das Lola-Montez-Haus, wo sich König Ludwig I. mit der Tänzerin getroffen haben soll.

 

Harlaching - Die leidenschaftliche Affäre zwischen Ludwig I. und Lola Montez war damals im Königreich Bayern ein großer Skandal. Und ihre pikanten Liebesbriefe wurden vom bayerischen Staat lange zurückgehalten.

Am 1. April 2007 haben Elisabeth Trissenaar und Karlheinz Böhm in einem Hörspiel des Autoren Wolfsmehl aus dem Briefwechsel vorgelesen.

Das Liebesnest von Ludwig I. und Lola Montez?

Ganz verwunschen und unter Bäumen und Büschen versteckt, liegt das Lola-Montez-Haus neben der Menterschwaige. Ein kleines Häuschen am Hochufer der Isar in Harlaching. Adresse: Hochleite 71.

Geschichtlich scheiden sich die Geister, ob das Haus wirklich das Liebesnest von König Ludwig und der Tänzerin Lola Montez war. Manche schreiben, das Häuschen habe damals noch gar nicht gestanden. Doch es gibt ein Gemälde aus der Zeit, auf dem es gut zu erkennen ist.

Ich habe es besucht und erhielt von Prof. Frank Maria Wiedenmann eine Führung mit vielen Geschichten und Anekdoten – vom Erwerb bis zur Eröffnung des Häuschens vor 20 Jahren.

Lola-Montez-Haus: Vom Liebesnest zur Ruine

Schon als junger Mensch hatte Wiedemann den Plan, dieses Gebäude zu kaufen. Doch es sollte viele Jahre dauern bis es gelang. Da stand das Lola-Montez-Haus allerdings schon 40 Jahre leer. Fenster und Türen fehlten – man kann sich den Zustand im Inneren vorstellen.

16 Container Schutt wurden nach genauer Durchsicht durch das Denkmalamt entsorgt. Was sonst noch übrig war, wurde peinlich genau mit Kreide nummeriert, fotografiert und unterstand ab sofort besonderem Schutz, der offensichtlich bis dahin 40 Jahre lang keine große Rolle gespielt hatte. Das macht es einem Bauherrn nicht einfach und bestimmt auch unkalkulierbar teuer.

In vier Jahren Bauzeit wurde das Haus mit alten, schönen und gut zusammenpassenden Möbelstücken liebevoll ausgestattet. Das älteste davon: ein Beichtstuhl, der damals an diesem Platz sicher nicht so gefragt war – es war ja eher Sündiges angesagt.

Heute traumhafter Veranstaltungsort 

Heute hat man den Eindruck, es könnte genau so ausgesehen haben, damals. Und vielleicht hat König Ludwig mit der sündigen Lola ja wirklich auf dem Balkon im ersten Stock gestanden und über den Garten in den Wald geschaut. Vielleicht auch nicht, aber es ist einfach eine zu schöne Geschichte.

Heute finden viele Veranstaltungen in dem Häuschen mit dem schönen Garten statt. Ein traumhafter Platz, hoch über der Isar.

In diesem Sinne eine schöne Woche

Ihr Sigi Müller

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