Englischer Garten: Unterwegs im Wilden Norden

AZ-Stadtspaziergänger Sigi Müller ist im Nordteil des Englischen Gartens unterwegs – und muss ein paar Worte über manche Radler loswerden.
| Sigi Müller
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Es blüht auf den Wiesen – zur Freude der Bienen.
Sigi Müller 10 Es blüht auf den Wiesen – zur Freude der Bienen.
Hier ist anschaulich zu sehen, was ein Blühstreifen ist.
Sigi Müller 10 Hier ist anschaulich zu sehen, was ein Blühstreifen ist.
Ganz schön wild: klares Wasser, dicht bewachsenes Ufer.
Sigi Müller 10 Ganz schön wild: klares Wasser, dicht bewachsenes Ufer.
Was für ein herrlicher Baum im noch zarten Grün.
Sigi Müller 10 Was für ein herrlicher Baum im noch zarten Grün.
Mitten im Unterholz: ein geflochtenes Tor. Vom wem ist es wohl?
Sigi Müller 10 Mitten im Unterholz: ein geflochtenes Tor. Vom wem ist es wohl?
Totes Holz darf liegenbleiben.
Sigi Müller 10 Totes Holz darf liegenbleiben.
Und ein Baum mit Biberschutz.
Sigi Müller 10 Und ein Baum mit Biberschutz.
Schafe im Nordteil – manchmal ist auch ein schwarzes Schaf dabei.
Sigi Müller 10 Schafe im Nordteil – manchmal ist auch ein schwarzes Schaf dabei.
Vom Biber gefälltes Bäumchen.
Sigi Müller 10 Vom Biber gefälltes Bäumchen.
Mitten über die Wiese? Daneben wäre ein befestigter Weg.
Sigi Müller 10 Mitten über die Wiese? Daneben wäre ein befestigter Weg.

Schwabing/Freimann - Gerade jetzt im Frühsommer ist es besonders schön im Nordteil des Englischen Gartens. An manchen Stellen kommt man sich vor wie in der Wildnis Kanadas. Teile sind naturbelassen und somit siedeln sich hier auch seltene Tiere an. Schwarzspechte beispielsweise, Eisvögel, Wasseramseln, Biber und sicher eine Menge mehr, die ich nicht entdeckt habe.

Wiesen, Heideflächen, Bäche und schöne alte Bäume, aber auch Hecken und Dickichte ermöglichen mitten in der Stadt ein Stück fast intakte Natur. Sogar eine Schafherde weidet regelmäßig im Park, quasi als ökologischer Rasenmäher.

Nördlicher Englischer Garten: Keine Radl-Autobahn

Als ich so über die Herde schaue, entdecke ich das eine oder andere schwarze Schaf darunter. Metaphorisch sinniere ich und denke an die Schlagzeilen vom letzten Jahr: Hund springt in Radl, Fahrer gestürzt. Auch da – immer mal wieder ein schwarzes Schaf. Bei den Hunden und auch bei den Radlern.

Und hier muss ich einmal etwas loswerden, was mich schon lange wurmt. Für manche Radler ist dieser Teil des Englischen Gartens anscheinend die Nord-Süd-Autobahntangente ohne Tempolimit. Schlecht nur, dass es hier auch Spaziergänger, Jogger, Kinder und auch Hunde gibt, die natürlich entsprechend funktionieren müssen. Leider wird auch abseits der Hauptwege, auf den Fußpfaden und über die Wiesen geradelt. So kann es dann schon mal passieren, dass ein Hund ins Radl springt und der Radler stürzt.

In vielen Fällen muss es dann aber auch heißen dürfen "Radler überfährt Hund", denn nach Meinung dieser Radler braucht hier nur einer der beiden Parteien Erziehung – und das sind nicht sie. Leider ist das nicht nur im Englischen Garten so, sondern eigentlich fast überall.

Rücksicht hilft

Im letzten Jahr krachte mir eine Radlerin – mit hohem Tempo auf dem Gehweg fahrend – voll in die Rippen. Während ich noch nach Luft schnappte, schrie sie mich an "Du hast nicht aufgepasst und bist schuld", fuhr um die Hausecke und war weg. Das gemeinsame Schweinehüten bezüglich des "Du" war mir wohl entgangen, und dass sie mir ernsthaft wehgetan hatte, war ihr offenbar egal.

Fahrerflucht? So heißt es bei Autofahrern. "Schnell weg" bei solchen Radlern. Dieser Teil des Gehwegs vor dem Haus, in dem ich wohne, wird seit Jahren immer mehr zum viel genutzten, selbst ernannten Radlweg und solange solche Radler unerkannt um die Ecke verschwinden können, wird sich da auch wenig ändern. Ein kleines Nummernschild, wie an jedem Mofa Vorschrift, würde schon viel bewegen.

Aber wie in der Schafherde im Englischen Garten sind ja nur wenige Schafe schwarz – und die Schafe müssen halt einfach nur Rücksicht nehmen, oder?

In diesem Sinne eine schöne Woche.

Schafherde marschiert durch Schwabing

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