Bunte Fensterkunst im Rathaus: Auch die Freiheitsstatue grüßt

Der Stadtspaziergänger besucht das Rathaus und findet schmucke Glaskunst, alte Bücher und andere Ratsgeschichten.
| Sigi Müller
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Das prunkvolle, neugotische Treppenhaus im Neuen Rathaus
Sigi Müller 5 Das prunkvolle, neugotische Treppenhaus im Neuen Rathaus
Kennt sich aus im Rathaus: Ex-Stadtrat Reinhard Bauer.
Sigi Müller 5 Kennt sich aus im Rathaus: Ex-Stadtrat Reinhard Bauer.
28.9.1322: Ludwig der Bayer siegt über Habsburg.
Sigi Müller 5 28.9.1322: Ludwig der Bayer siegt über Habsburg.
Die Bäcker in München: „Ein ehrbares Handwerk“.
Sigi Müller 5 Die Bäcker in München: „Ein ehrbares Handwerk“.
Unglaublich, oder? Sogar die Freiheitsstatue wurde im Neuen Rathaus 1910 verewigt.
Sigi Müller 5 Unglaublich, oder? Sogar die Freiheitsstatue wurde im Neuen Rathaus 1910 verewigt.

Altstadt - Ich habe hin und wieder beruflich im Rathaus zu tun und nutze dann gerne die Zeit, auch ein bisschen durch die Gänge zu stromern. Jetzt hatte ich die Gelegenheit Dr. Reinhard Bauer, Verleger, Autor, Vorsitzender des Seniorenbeirats und ehemaliger SPD-Stadtrat, dafür zu gewinnen, mich durch das Rathaus zu führen.

So ganz weit kamen wir eigentlich gar nicht, sind sozusagen schon beim Fensterln hängengeblieben, denn faszinierend sind alleine schon die vielen bunten, mit wunderschöner Glasmalereien geschmückten Rathausfenster. Viel Stadtgeschichte kann man entdecken – aber es gibt auch viele Motive über München und Bayern hinaus.

Fast alle Fenster im Krieg zerstört

Leider wurden 1944 durch Bomben alle Fenster zerstört. Alle? Nein, nicht alle, denn ein Kuriosum gibt es. Murdoch Abramowski, ein aus Russland stammender Jude, US-amerikanischer Staatsbürger, der seinen Lebensabend in München verbrachte, hatte 1911 einige Fenster mit amerikanischen Motiven gestiftet.

Amerikanische Präsidenten schmückten diese, die Niagarafälle, die amerikanische Flagge, die Freiheitsstatue und andere uramerikanische Motive waren abgebildet. Als damals, nach Pearl Harbor, die Amerikaner in den Zweiten Weltkrieg eintraten, fand 1942 das städtische Kulturamt, dass die "künstlerisch wertlosen" und für das Volksempfindenden untragbaren Bilder, anlässlich der amerikanischen Haltung, zu entfernen sind.Dadurch wanderten sie ins Depot, entgingen dem Bombenhagel und blieben dadurch als einzige im Original erhalten, schmücken heute wieder das Rathaus. Also irgendwie "Amerika last".

Eine Führung durchs Rathaus lohnt sich

Weitgehend entstanden die damals zerstörten Bilder, durch hervorragende Münchner Glasmalerbetriebe neu. Viele Münchner Betriebe, Privatleute und Institutionen stifteten diese Kunstwerke, eingetragen sind sie alle im Stiftungsbuch der Stadt.
Es gibt natürlich noch viel mehr zu sehen in unserem Rathaus mit seinem Gewirr aus Stockwerken und Bauflügeln – und ich kann nur empfehlen, hier einmal eine Führung zu machen.

In der Touristen- Information unten im Neuen Rathaus am Marienplatz können Sie sich über alle Führungen informieren.

In diesem Sinne eine schöne Woche

Sigi Müller

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