AZ-Serie: Start-up-Stadt München Bits and Pretzels: Mit Barack Obama auf die Wiesn

Die drei Gründer von Bits and Pretzels: (v.l) Bernd Storm van’s Gravesande, Felix Haas und Andreas Bruckschlögl. Foto: Bits and Pretzels

In einer neuen Serie erklärt die AZ die Welt der Münchner Start-ups. Diese Mal: Die Geschichte der Gründer-Messe Bits and Pretzels, die aus einem Frühstück von Freunden entstand – und heute sogar Ex-US-Präsidenten lockt.

 

München - Alles begann mit ein paar Weißwurscht. "Wir wollten einfach mal mit Leuten reden, die an Start-ups in München interessiert sind", erklärt Andreas Bruckschlögl.

Zusammen mit Bernd Storm van’s Gravesande veranstaltet er 2013 also ein kleines Frühstück, um diese Leute zusammenzubringen. Sechs Jahre später hat sich daraus Europas größte Start-up-Konferenz entwickelt. 2015 stößt Felix Haas zu dem Duo. Heuer erwarten die drei Gründer mehr als 5.000 Teilnehmer, Gastredner ist der ehemalige US-Präsident Barack Obama. Wie ist es dazu gekommen? Und was bedeutet das für München?

2014 ist OB Ude Gastredner

"Auch 2013 gab es schon viele großartige Start-ups in München", sagt Storm van´s Gravesande. "Aber irgendwie hat niemand darüber geredet – eigentlich ja sehr untypisch für Bayern." Er plante also ein Treffen für alle Start-up-Interessierten. "Wir haben einen Raum für 120 Leute gemietet", erzählt Bruckschlögl. "Und egal, wen wir gefragt haben, keiner hatte besonderes Interesse." Trotzdem kommen 80 Leute, viele sind Freunde und Bekannte.

Doch die Drei geben nicht auf: "Die Teilnehmer fanden das Frühstück toll. Uns war klar, das machen wir nächstes Jahr noch mal", sagt Bruckschlögl. Beim nächsten Frühstück haben sie fast doppelt so viele Teilnehmer, 2014 ist der damalige Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) Gastredner.

Prominente Gastredner bei Bits and Pretzels

Seitdem hat sich viel getan. Die Konferenz heißt heute "Bits and Pretzels" (Bits und Brezn) und ist vom Hofbräuhaus in den Löwenbräukeller und dann in die Messe München gezogen. Als Gastredner konnten unter anderen Jan Böhmermann, Nico Rosberg und Richard Branson verpflichtet werden. Dieses Jahr sind neben Barack Obama auch Amazons "Alexa-Chef" David Limp, Schauspielerin Jessica Alba und Douglas-Geschäftsführerin Tina Müller zu Gast.

Woher kommt das Interesse an München als Start-up-Stadt? "Weil hier alles passt", erklärt Storm van´s Gravesande. "Es gibt viel Talent. Die TU, die LMU, aber auch die Fachhochschulen in München sind fachlich unglaublich gut. Was für das Silicon Valley die Universitäten Stanford und Berkeley waren, sind für München die LMU und die TU."

"In München gibt es viel Kapital"

Ein zweiter Grund seien die vielen Erfolgsgeschichten. "Historisch betrachtet, gab es in München viele erfolgreiche Gründer. Das inspiriert. Diese Gründer investieren auch in neue Start-ups. Es gibt also viel Kapital", erklärt Haas. Kapital sei der dritte Grund, warum es hier so viele Start-ups gebe. "Es gibt große Unternehmen, die finanziell gut situiert sind", so Haas. "Die investieren in Start-ups und locken Talent nach München."

Ist München also das neue Silicon Valley? "Nein", sagt Haas. "Wir wollen keine Silicon-Valley-Kopie sein, München macht seine eigene Sache." So soll es auch bei der Bits-and-Pretzels-Konferenz 2019 sein. Am letzten Tag gehen alle Teilnehmer zusammen auf die Wiesn. Ex-Präsident Obama kommt auch mit.

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