Neues Buch zum Rekordmeister Das muss ein FC-Bayern-Fan wissen: Unsere 5 Highlights!

, aktualisiert am 26.07.2019 - 12:28 Uhr
Figuren aus dem Bayern-Kosmos: Franz Beckenbauer, Sepp Maier, Wilhelm Neudecker und Mario Basler (v.li.). Foto: AZ-Montage, imago/WEREK/Team 2/HJS

101 Dinge, die ein echter FC-Bayern-Fan wissen muss. Die AZ hat das Fußballbuch gelesen – und fünf Höhepunkte zusammengefasst.

 

München - "Kein anderer Spieler und Funktionär hat den Verein so lange begleitet, kein anderer hatte einen solch großen Einfluss auf den Klub."

Eigenes Kapitel über Uli Hoeneß

Die Passagen über Uli Hoeneß sind pathetisch, sparen aber auch nicht aus, den "Fehler meines Lebens" (Hoeneß) zu beschreiben, als der heute 67-jährige Schwabe wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe ins Gefängnis musste. Im November wird der Präsident des deutschen Rekordmeisters wohl abtreten, auch ihm ist in "101 Dinge, die ein echter FC-Bayern-Fan wissen muss" ein eigenes Kapitel gewidmet.

Doch der Lesestoff geht weit über die aktuellen Geschehnisse hinaus, die 189 Seiten Lektüre bieten einen tiefen Einblick in die Mikrokosmos Säbener Straße, und die Eigenheiten, die außerhalb Münchens gerne unter "Mia san mia" zusammengefasst werden.

Die AZ hat das Fußball-Sachbuch von Autor Johannes Kirchmeier gelesen – und nennt ihre fünf Highlights daraus.

1. Highlight: Warum Bayern-Fans Kuffour wirklich verehren

Kapitel 59: "Rot-weiße Trikot, wir wolle rot-weiße Trikot, rot-weiße Trikot, wir wolle rot-weiße Trikot!" Sammy Kuffour schmetterte bei der Meisterfeier 1997 eine Forderung über den Marienplatz, die noch 21 Jahre später Gültigkeit haben sollte. Die Bayern waren 2018 beim Dress von den Vereinsfarben abgewichen, kombinierten das Rot mit einem Blau, das so sehr an den Stadtrivalen TSV 1860 erinnert – und die Ultras der Schickeria begehrten auf.

Verteidiger Kuffour, elf Jahre beim und sechs Mal Deutscher Meister mit dem FC Bayern (!), zeigte stets eines feines Gespür für die Bedürfnisse und Sorgen der Anhänger. Autor Kirchmeier schreibt über den Kuffour-Song: "Es wurde zum Evergreen bei den Pokalfeten am Münchner Marienplatz". Freilich, als die Feten auf dem Rathausbalkon auch noch einer Party glichen...

2. Highlight: Wie die "Pizza-Affäre" Basler zum Verhängnis wurde

Kapitel 46: Unter dem Titel "Pizza-Affäre" fasst Autor Kirchmeier eine Anekdote zusammen, die so im heutigen Profifußball wohl kaum vorstellbar wäre. Die Kurzfassung: Mario Basler und Ersatzkeeper Sven Scheuer kehrten nach einer Physio-Behandlung in Donaustauf am 12. Oktober 1999 im nahen Regensburg in einer Trattoria ein, einem Stammlokal Baslers.

Die beiden Fußballer sollen ausgelassen mit einer Geburtstagsgesellschaft bis morgens um 3 Uhr gefeiert haben, ehe die Polizei anrückte. Ein Gast soll Basler angepöpelt haben, der später in einem Interview erzählte: "Als er die Hand erhob, hat ihm Sven Scheuer eine Ohrfeige verpasst." Beide wurden daraufhin vom Klub suspendiert – und kurze Zeit später fand sich Basler beim 1. FC Kaiserslautern wieder.

3. Highlight: Beckenbauer und die "Mutter aller Bankett-Reden"

Kapitel 86: Das Bankett, es ist laut Kirchmeier bei den Bayern der "Schmaus nach wichtigen Spielen", im Mikrokosmos des Rekordmeisters ein regelrechtes "Ritual", das auch für "Wutreden" diene. So habe einst Präsident Franz Beckenbauer die "Mutter aller Bankett-Reden" gesprochen, 2001 nach einem 0:3 in der Champions League in Lyon.

"Das ist Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft, Altherrenfußball", polterte der "Kaiser" seinerzeit den Überlieferungen zufolge in wenig festlicher Atmosphäre: "Es war eigentlich bis auf das Spiel ein schöner Ausflug."

4. Highlight: Die schlechteste Bundesliga-Saison – unter Lorant!

Kapitel 78: Wer nicht so ganz tief im Thema FC Bayern drin ist, muss bei diesem Kapitel erstmal schlucken: Es gab einen Coach mit dem Nachnamen einer Trainerikone des TSV 1860 München? Lorant hieß der Bayern-Trainer, aber Gyula Lorant und nicht Werner Lorant, jener Mann, der die Löwen einst, 2001, sensationell in die Champions-League-Qualifikation führte.

24 Jahre zuvor übernahm Gyula Lorant die Bayern im Dezember 1977 von Dettmar Cramer. Zwar führte der Ungar die Münchner nach einem regelrechten Absturz vier Ränge weiter nach oben, doch am Ende stand mit Platz zwölf die bis heute schlechteste Bundesliga-Saison des Rekordmeisters.

5. Highlight: Der Bayern-Präsident, der von Spielern gestürzt wurde

Kapitel 96: Wilhelm Neudecker, Bayern-Präsident von 1962 bis 1979, war ein Patriarch, der seinesgleichen suchte. Der Niederbayer führte den Klub aus der Zweiten Liga bis zur ersten Bundesliga-Meisterschaft 1969 – noch so eine Fangfrage für jedes Fußballquiz. Wann war die erste Meisterschaft?  

Der Straubinger prägte eine Ära an der Säbener Straße, ehe er die heutigen Vereinslegenden Hoeneß, Sepp Maier und Paul Breitner gegen sich aufbrachte, als er einen Sechzger zum Trainer machen wollte, der darüber hinaus als "harter Hund" galt: den einstigen 1860-Meister-Macher Max Merkel. Die Bayern-Stars protestierten und der früher übermächtige Neudecker beendete den Machtkampf im März 1979 – mit seinem Rücktritt. 

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"101 Dinge, die ein echter FC-Bayern-Fan wissen muss" ist im GeraMond-Verlag erschienen. Das Fußball-Sachbuch kostet 14,99 Euro und ist im Buchhandel sowie über die gängigen Online-Shoppingportale zu erwerben.

Autor Johannes Kirchmeier, 1990 in einem kleinen Dorf in Niederbayern geboren, arbeitet seit dem Abschluss seines Studiums in Journalistik an der LMU München sowie seiner Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule als Sportjournalist für die "Süddeutsche Zeitung".

FC Bayern Buch

 

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