AZ-Kommentar Wahltrend zur Kommunalwahl in München: Es ist Dynamik drin

Kandidaten für das Amt des Münchner Oberbürgermeisters sind Katrin Habenschaden von den Grünen, der amtierende OB Dieter Reiter von der SPD und CSU-Kandidatin Kristina Frank. Foto: Peter Kneffel/dpa

Die Vize-Ressortleiterin Sophie Anfang über die Ergebnisse des AZ-Trends zur Kommunalwahl.

 

Ja, das Ergebnis der AZ-Trends dürfte für die beiden Herausforderinnen keine schöne Nachricht sein. Trotzdem: Noch ist im Wahlkampf Dynamik drin. Wenn es so kommt, wie unsere Wahlumfrage nahelegt, muss sich Dieter Reiter einer Stichwahl stellen.

Eine Wahlempfehlung für Reiter wird die CSU dann wohl nicht aussprechen, sollte er gegen die Grüne Habenschaden antreten. Nicht nur, weil schwarz-grüne Schulterschlüsse gerade dem Zeitgeist entsprechen. Für die CSU könnte eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Grünen auch ein Zeichen für einen politischen Neuanfang sein. Raus aus der bräsigen GroKo, die man weder im Bund, noch auf Stadtebene wirklich mag.

Und die Grünen? Könnten, sollte Frank doch das Rennen in die Stichwahl machen, auch ihrerseits zu den Konservativen stehen. Unvergessen ist bei vielen Grünen, dass Reiter sie nach der Wahl 2014 hat hängen lassen: Die Grünen unterstützten ihn vor der Stichwahl mit einer offiziellen Wahlempfehlung, kooperiert hat er dann doch mit den Schwarzen. Außerdem, selbst wenn Reiter am Ende OB bleibt: Kann er seine SPD nicht mitziehen, steht der Rathaus-Chef am Ende ohne eigene Mehrheit im Stadtrat da. Den Wahlkampf sollten also alle ernst nehmen.

 
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