AZ-Kommentar TSV 1860: Daniel Bierofka und die Löwen - Ende der Ausreden!

Löwen-Trainer Daniel Bierofka sollte in der aktuellen Krise Lösungen bieten, nicht nur Ausreden. Findet Patrick Mayer, Fußballchef der AZ Digital. Foto: AZ-Montage/imago/Eibner

Daniel Bierofka bemüht bei all den Niederlagen seiner Löwen reichlich Ausreden. Damit muss nun aber Schluss sein, denn selbst der TSV 1860 unterliegt den Gesetzen des Geschäfts. Ein Kommentar.

 

Der 18. Februar 2019 verschafft den Löwen Luft - bis heute. Wer hätte gedacht, wie wichtig das 2:1 gegen Tabellen-Schlusslicht und Mittlerweile-Absteiger VfR Aalen am 24. Spieltag für den TSV 1860 sein würde?

Die Giesinger drehten damals nach lange schwacher Leistung die Partie - mit Herz, Mut und Leidenschaft. Nicht auszudenken, hätte Sechzig auch dieses Spiel verloren - so wie die letzten fünf Partien in der Dritten Liga. Der Löwe hätte nur noch einen Punkt Vorsprung auf die Abstiegsplätze, und nicht vier, wie nun, zwei Spieltage vor Saisonende.

Aussage von Daniel Bierofka wird zum Bumerang

"Ich will nicht irgendwo zwischen Platz zehn und zwölf rumkrebsen. Dafür haben wir uns nicht ein Jahr lang den Hintern aufgerissen", hatte Coach Daniel Bierofka vor der Saison im Interview mit der "tz" erklärt. Im harten Fußballgeschäft ist es nicht unüblich, dass derlei forsche Aussagen in schlechten Zeiten schnell zum Bumerang werden.

Denn Bierofka kann angesichts der letzten Auftritte seiner Mannschaft froh sein, überhaupt noch auf Platz zwölf zu stehen. Und das bei einem Etat, der in etwa gleich groß ist wie beim Zweiten und Quasi-Aufsteiger Karlsruher SC - rund 4,5 Millionen Euro.

Man suche den Fehler immer zuerst bei sich selbst, meinte der 40-Jährige nach der herben Klatsche in Zwickau (2:5), sagte: "Wir müssen uns darauf konzentrieren, wieder weniger Fehler zu machen." Um dann gegen Schiedsrichterin Riem Hussein auszuteilen.

Unter Daniel Bierofka fehlt eine Spielidee

Dass er die Szene zum 2:4 im Übermut nicht objektiv analysierte, dass eine durchgängige Spielidee nicht zu erkennen ist, warum seine Spieler einen so verunsicherten Eindruck machen - darüber will der Sechzig-Trainer nicht sprechen. Thema sind eher Schiedsrichter, Linienrichter, unfaire Gegner oder auch mal - wie zu Beginn der Rückserie in Lotte - das Wetter.

Diese Ausreden müssen aufhören. Denn selbst der TSV unterliegt den Gesetzen des Fußballgeschäfts. Und diese besagen in der Regel, dass ein Trainer bei sportlichem Misserfolg zumindest nicht unantastbar ist. Egal, welche Bedeutung er als Identifikationsfigur für einen Klub hat.

 

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