AZ-Kommentar Aus von Renato Sanches beim FC Bayern: Ein großes Missverständnis

, aktualisiert am 23.08.2019 - 21:33 Uhr
Renato Sanches fand sich beim FC Bayern häufig auf der Bank wieder. Foto: imago/DeFodi, AZ-Montage

Renato Sanches wechselt vom FC Bayern zum OSC Lille. Vor drei Jahren als Hoffnungsträger geholt, entwickelte sich die Personalie schnell zum großen Missverständnis. Ein Kommentar.

 

Der Wechselwunsch von Renato Sanches wurde erhört. Der Portugiese durfte die Bayern verlassen, künftig spielt er beim OSC Lille.

Sanches und der FC Bayern: wirklich geklappt hat diese Beziehung nie wirklich: Im Sommer 2016 als frischgebackener Europameister und bester Nachwuchsspieler für stolze 35 Millionen Euro geholt, konnte der Portugiese in München nie an seine guten EM-Leistungen anknüpfen. Der "Golden Boy" wurde schnell zum Bankdrücker, die Personalie entwickelte sich in kurzer Zeit zum großen Missverständnis.

Teufelskreis wurde Sanches zum Verhängnis

Denn statt Stammkraft im Münchner Star-Ensemble zu werden, hatte es den Anschein, als würde Sanches nicht beim deutschen Rekordmeister ankommen. Der mittlerweile 22-Jährige war häufig mit seinen Einsatzzeiten unzufrieden, eine echte Chance beim FC Bayern haben ihm aber weder Carlo Ancelotti noch Niko Kovac gegeben. Auch, weil die Konkurrenz im Mittelfeld einfach zu groß war und ist.

Ganz freisprechen kann man Sanches natürlich trotzdem nicht: Stand der Portugiese mal auf dem Platz, überzeugte er nur selten. Ohne Selbstvertrauen ist das jedoch auch schwierig. Wenige Spielminuten, wenig Selbstvertrauen, wenig Leistung: Ein Teufelskreis, der Sanches zum Verhängnis wurde.

Um dem jungen Mittelfeldspieler zu Spielpraxis zu verhelfen, liehen ihn die Münchner zu Swansea City aus. Auch auf der Insel konnte Sanches nicht überzeugen, kehrte ohne Selbstvertrauen und unglücklich nach München zurück. Die Abwärtsspirale setzte sich weiter fort.

Immer wieder betonten die Bayern-Bosse, dass Sanches seine Chancen bekommen würde, sprachen dem jungen Talent Mut zu. Kovac schloss einen möglichen Verkauf noch vor wenigen Wochen vehement aus – Sanches solle in München bleiben! Doch auf all die Versprechen in den letzten Monaten folgten nur wenige Taten: Sanches durfte selten von Beginn an ran, kam häufig nur für die letzten Minuten in die Partie. Dass das bei einem Europameister und Spieler mit Startelf-Ambitionen für Unmut sorgt, ist klar und verständlich.

Bayern setzen statt Sanches auf Cuisance

Der Transfer von Michael Cuisance hat sein übriges getan: Der Franzose spielt eine ähnliche Position wie Sanches, ist noch sehr jung und soll die Zukunft des FC Bayern prägen. Noch ein Zeichen, dass die Verantwortlichen Sanches diese Rolle nicht (mehr) zutrauen! Der endgültige Bruch zwischen beiden Seiten folgte dann nach dem Kurzeinsatz gegen Hertha BSC: Das Auslaufen geschwänzt, den Wechselwunsch öffentlich geäußert und eine Geldstrafe bezahlt. Spätestens hier deutete vieles auf einen Abschied hin.

Die Bayern-Bosse haben es nicht geschafft, Sanches in drei Jahren vom Hoffnungsträger zu einem etablierten Spieler des deutschen Rekordmeisters zu formen. Diese Tatsache müssen sich die Verantwortlichen eingestehen. Sanches selbst trifft hierbei wenig(er) Schuld.

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