AZ-Interview mit SpVgg-Coach Claus Schromm: "So langsam bin ich ein Ur-Hachinger"

Claus Schromm ist bereits seit 2012 Trainer von der SpVgg Unterhaching. Nun hat er seinen Vertrag erneut verlängert. Foto: imago/Jan Huebner

Coach Claus Schromm bleibt der Spielvereinigung treu und unterschreibt bis 2023. Im AZ-Interview erklärt er warum – und weshalb die geplanten Geisterspiele seinen Verein weniger schmerzen als andere Klubs.

 

AZ: Herr Schromm, Glückwunsch zur Vertragsverlängerung bis 2023. Dürfen wir schon Ur-Hachinger zu Ihnen sagen?
Claus Schromm: Danke! Lassen Sie mich kurz überlegen: Nach meiner ersten Amtszeit von 1999-2003 bin ich jetzt schon wieder seit 2012 da – ich denke schon, dass ich langsam ein Ur-Hachinger bin.

Wie sehr freuen Sie sich über die Vertragsverlängerung, gerade in der Corona-Krise?
Einerseits war es ja absehbar und schon länger vorbesprochen. Andererseits ist es natürlich besonders schön, gerade in dieser Phase den Deckel drauf zu machen. Zum Glück bin ich in meinem Umfeld noch nicht mit dem Coronavirus konfrontiert worden, auch der Verein nicht.

Gab es zuletzt andere Anfragen oder weiß die Fußballwelt, dass Claus Schromm mit Haching verheiratet ist?
Über die letzten Jahre hinweg gab es schon Anfragen. Aber ich habe immer klar kommuniziert, dass ich mich in Haching sehr wohlfühle. Da wissen andere Klubs schon ganz gut Bescheid.

Weitere Vertragsverlängerungen? "Wollen Ausrufezeichen setzen"

"Sportlich und menschlich passt kein Blatt Papier zwischen uns beide", hat Vereinspräsident Manni Schwabl erklärt und Ihre Unterschrift als Signal gewertet, dass es "kontinuierlich und nachhaltig" vorwärts gehe.
Das ist natürlich schön zu hören. Ich hoffe, dass es auch für die Fans ein schönes Signal ist. (lacht) Es unterstreicht, dass der Manni und ich gemeinsam noch viel vorhaben hier in Haching. Jetzt hoffe ich, dass auch aus meinem Team meine drei Trainerkollegen, bei denen die Verträge auslaufen, unseren Weg mitgehen.

Wie sieht es innerhalb der Mannschaft mit den nächsten Vertragsverlängerungen aus?
Da möchte ich nicht zu viel verraten. Es sind ja nur noch drei oder vier Spieler, deren Verträge im Sommer auslaufen. Wir sind froh, dass einige Jugendspieler Teil von uns bleiben wollen. Ich denke schon, dass wir mit dem ein oder anderen verlängern werden. Ob es uns bei allen gelingt, werden wir sehen. Bei anderen Vereinen laufen viele Verträge aus, bei uns schaut es zum Glück anders aus. Aber auch da versuchen wir, schnell Ausrufezeichen zu setzen, denn in diesem Sommer wird es vermutlich keine großen Transfers geben und wir wollen unseren Spielern Planungssicherheit verschaffen.

Seit Anfang der Woche darf der Trainingsbetrieb in Kleingruppen wieder aufgenommen werden. Wie stellt sich das bei Haching dar?
Wir waren am Dienstag das erste Mal gemeinsam auf dem Rasen. Wir Trainer haben die Spieler alle gesehen, aber nachdem sie nur in kleinen Gruppen auflaufen dürfen, hat sich das Training in die Länge gezogen. Mit Blick auf die vielen Hygienevorschriften müssen – und wollen – wir alles richtig machen. Es war schön, zu sehen, dass die Spieler alle gesund sind. Sie sind alle gut drauf, da sie endlich wieder etwas mit dem Ball machen dürfen.

Schromm: Geisterspiele wären kein großes finanzielles Problem

Ihr Trainerkollege Michael Köllner vom TSV 1860 hat davon gesprochen, sein Team in 14 Tagen wieder spielfit zu machen. Sehen Sie das ähnlich?
Ja, wir haben alle ähnliche Voraussetzungen. Unsere Mannschaft ist fit, die Spieler sind zu Hause nicht auf der faulen Haut gelegen. Aber man merkt schon, wenn es um Torschüsse oder um die Feinkoordination geht: Der ein oder andere hat schon noch Skischuhe an. Wir mussten schon ein paar Bälle suchen. (lacht) Die Frage ist: Wann bekommen wir das Go, Zweikämpfe zu führen? Denn eines ist auch klar: Mit echtem Fußballtraining hat das Ganze noch nichts zu tun. Wann das ist, sollen aber die Experten beurteilen.

Der DFB bastelt derzeit an der Beendigung der laufenden Saison. Wie steht Haching zu den diversen Szenarien? Als aktuell Tabellen-Dritter würde man in die Relegation einziehen.
Erst einmal bin ich froh, dass wir diesen Sonderstatus genießen und trainieren dürfen. Natürlich wollen wir die Saison sportlich beenden. Fußball vor den Fans ist für uns alle das höchste Gut. Geisterspiele wären für uns finanziell kein großes Problem, da wir nicht so abhängig sind von den Zuschauereinnahmen, wie andere Vereine, die dann ein riesiges finanzielles Loch hätten. Mit anderen Szenarien wollen wir uns gar nicht erst befassen.

Wie schön wäre es nach Ihrer Vertragsverlängerung und nach diesem Ausnahmezustand, die Saison mit dem Aufstieg zu krönen?
Das wäre ein Traum. Aber diesen Traum träumen neun, zehn Mannschaften. Und alle träumen ihn zurecht, denn sie alle haben noch eine Chance.

Lesen Sie hier: Hachings Trikotsponsor ist weg - so reagiert der Klub darauf

 

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