AZ-Interview Marco Hiller: "Bundesliga mit Sechzig - das ist mein Traum"

Mittlerweile wieder die Nummer eins bei den Löwen: Marco Hillers Vertrag verlängert sich am Saisonende wohl automatisch. Foto: sampics/AK

Sechzigs Nummer eins Marco Hiller spricht im AZ-Interview über ausgedehnte Spaziergänge mit Michael Köllner, seine Degradierung in der Vorsaison – und das Duell mit Konkurrent Henrik Bonmann.

 

AZ-Interview mit Marco Hiller: Der 22-jährige Torhüter ist unter Coach Michael Köllner wieder die klare Nummer eins bei den Löwen.

AZ: Herr Hiller, Sie haben hier in La Manga bei einem Spaziergang lange mit Trainer Michael Köllner gesprochen. Wie ist das Fazit ausgefallen?
MARCO HILLER: Wir haben über die Vorbereitung gesprochen, über die letzten Spiele der vergangenen Saison. Er hat mir erklärt, wie er mich und meine Leistung sieht.

Die Spielerspaziergänge, etwas andere Teambuildingmaßnahmen – wie tickt Ihr neuer Chefcoach?
Er ist ein ruhiger, sympathischer Typ, sucht viele Gespräche. Er wird aber auch mal lauter und weiß schon, wann er die Zügel anziehen muss. Ich finde positiv, dass er uns Spielern viel Verantwortung gibt.

Michael Köllner: Neuer Chefcoach

Köllner erklärte kürzlich, Sie hätten im Torhüterduell gegenüber Henrik Bonmann einen Bonus.
Das habe ich bislang noch nicht gehört. Klar ist es super, wenn ein gewisses Vertrauen da ist. Aber es kann viel passieren. Ich kenne ja auch die Rolle des Herausforderers.

Günther Gorenzel hatte mal erklärt, Sechzig habe zwei "Einser-Torhüter." Aus welchen Gründen ist Marco Hiller denn zurecht die Nummer eins?
Ich denke, weil ich meine Leistung immer gebracht, keine Fehler begangen habe und wir als Mannschaft zuletzt kein Spiel verloren haben.

Ihnen wurden in der Vergangenheit Schwächen mit dem Ball am Fuß nachgesagt – jetzt nicht mehr. Was hat sich geändert?
Das ist reine Kopfsache. Ich wusste ja schon davor im Training, dass ich es kann. Ich hab nicht erst vor zwei Wochen Fußballspielen gelernt. Aber wenn du durch gute Spiele Selbstvertrauen hast, dann kannst du es ganz gut ausblenden, dass nicht nur Training ist, sondern Spiel.

Sie waren nach der Regionalliga-Saison einer der Aufstiegshelden, dann mussten Sie sich plötzlich wieder hinten anstellen. Wie sehr nagt so eine Degradierung an einem?
Das Selbstvertrauen kriegt einen Knacks, das ist doch klar. Aber man muss immer weitermachen. Harte Arbeit wird am Ende immer belohnt, egal, in welcher Weise. Im Fußball ist es wie im Leben: Es wird immer Rückschläge geben, aber man darf nicht aufgeben und man muss immer sehen, wie man wieder rauskommt.

Marco Hillers Konkurrenz: Henrik Bonmann

Sie können sich also gut in Ihren Konkurrenten Bonmann hineinversetzen?
Ja, schon. Torwart ist in dieser Hinsicht eine sch… Position. Man weiß ja, dass es nur einen geben kann, der spielt. Und natürlich möchte man immer derjenige sein, der zwischen den Pfosten ist.

Es sieht so aus, als würde nach Saisonende nur noch einer der beiden vermeintlich gleich guten Torhüter bleiben – Bonmann oder Sie.
Es ist schon seit zwei Jahren für denjenigen, der nicht spielt, eine schwierige Situation: Wenn du immer gesagt bekommst, du bist genauso gut wie der andere, aber auf der Bank sitzt. Auf der anderen Seite ist das eine tägliche Herausforderung, alles zu geben, denn jeder wünscht sich, in seinem Verein die klare Nummer eins zu sein.

Nach AZ-Informationen soll sich Ihr Vertrag bei genügend Einsätzen durch eine Klausel automatisch um ein Jahr verlängern.
Ich kümmere mich wenig um Vertragsinhalte. Für mich ist wichtig, mir durch Leistung einen neuen Vertrag zu erspielen. Jeder Torhüter spielt Fußball, weil er mal in die Bundesliga will. Das ist auch mein Ziel. Aber man muss Schritt für Schritt denken. Mit Sechzig in der Bundesliga zu spielen, das ist mein absoluter Traum.

TSV 1860 gegen Eintracht Braunschweig

Am Sonntag (26. Januar) steigt im ersten Spiel der Rest-Rückrunde das Duell gegen Eintracht Braunschweig. Was ist drin für Sechzig im Duell der Löwen – und in der Saison?
Für die Stimmung wäre es super, den Schwung direkt wieder mitnehmen zu können. Wir wollen schauen, dass das so weitergeht, dass wir noch lange unbesiegt bleiben und den Fans zuhause gleich ein Erfolgserlebnis schenken. Wir wollen natürlich alle so weit oben landen, wie es nur geht. Ich würde sagen: Wir schaffen den Klassenerhalt so früh es geht – und dann schauen wir, wie viel Saison noch übrig ist.

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