AZ-Gourmet-Aktion Ess-Klasse: Das älteste moderne Weinhaus

Die Gastgeber der Ess-Klasse im Februar: Wirt Fabrice Kieffer (links) und Küchenchef Benjamin Kunz vom Weinhaus Neuner. Das Team hat ein Menü kreiert, welches die Philosophie ihres Gasthauses widerspiegelt: Leibspeisen kreativ interpretiert. Foto: Daniel von Loeper

Ab Montag gastiert unsere Gourmet-Aktion im Weinhaus Neuner in der Altstadt: Im Februar gibt es dort fünf Gänge mit Weinen für 69 Euro.

Müsste man ein Motto wählen, um das Weinhaus Neuner allumfassend zu beschreiben, es wäre vermutlich: Klassisches in modernem Gewand. Das trifft hier auf jeden Aspekt zu, von der Einrichtung bis zur Speisekarte.

Das Jahrhunderte alte Haus mit der preisgekrönten Fassade ist nach wie vor im Besitz der Familie Neuner, das Restaurant aber hat seit 2016 neue Pächter. Diese Pächter sind keine Unbekannten in der Gastronomieszene: Moritz Haake, Fabrice Kieffer und Johann Rappenglück, wobei ersterer das hippe Lokal „Burger & Lobster Bank“ betreibt, die anderen beiden das mit einem Michelin-Stern versehene „Les Deux“.

Die drei befreundeten Gastronomen vermissten an Sonntagen ein raffiniertes Gasthaus, in dem sie ein paar schöne Stunden bei erstklassigem Essen und gutem Wein verbringen konnten. Mit dieser Idee gerieten sie an das Weinhaus Neuner, das nun schon weit über 100 Jahre zur Münchner Gastroszene gehört. Gegen eine Vielzahl von Mitbewerbern setzten sie sich mit ihrem Konzept eines modernen Gasthauses durch.

Das Neuner erstrahlt in neuem, alten Glanz

Das Weinhaus in der Herzogspitalstraße renovierten sie behutsam, brachten die Schnitzereien in den alten Holzbänken wieder hervor; integrierten eine Schwemme, in der sie Parkett verlegten und in der die Leute sich jetzt auf ein lockeres Glas Wein oder ein Bier treffen können.

Das Küchenkonzept beschreibt Rappenglück, der dem Les Deux schon seinen Stern erkochte, so: alte Klassiker, die es kaum mehr gibt, Leibspeisen, wie man sie von Oma kennt, modern und anders interpretiert. Das Hühnerfrikassee zum Beispiel kommt mit einer Blätterteighaube an den Tisch; kaum ist die aufgebrochen, steigt dem Gast der Geruch von Trüffeln in die Nase, dann hebt er Gabel für Gabel die heiße Köstlichkeit aus der Terrine.

Die Wirte bleiben stets kreativ

Den Sonntag haben die Wirte so eingerichtet, wie sie ihn immer vermisst haben: Quasi als Alternative zum ausgedehnten Sonntagsbrunch gibt es mittags eine niederbayerische Ente in zwei Gängen, parallel dazu eine Kinderbetreuung.

Auf der Karte finden sich ein paar Klassiker wie eben das Hühnerfrikassee oder auch ein Schnitzel, jeden Monat tüfteln Johann Rappenglück und Küchenchef Benjamin Kunz zudem neue Gerichte aus, damit sich auch die Stammgäste nicht langweilen. Ab diesem Montag ist im Weinhaus Neuner das Menü erhältlich, welches das Team extra für die Ess-Klasse, die Gourmetaktion der AZ und Rindchens Weinkontor, entworfen hat: ein Ceviche vom heimischen Zander, Maultaschen von der Entenkeule, pochierter bayerischer Saibling, Maishendlbrust mit Pastinaken-Mousseline und Schmorgemüse und schließlich ein Millirahmstrudel mit Beerenragout.

Den Aperitif und die begleitenden Weine haben die Experten bei Rindchens Weinkontor ausgewählt. Das Menü inklusive der Weinbegleitung ist für 69 Euro pro Person ab Montag vier Wochen lang mit dem Stichwort „Ess-Klasse“ buchbar.

Guten Appetit!

Weinhaus Neuner, Herzogspitalstraße 8, Ess-Klasse vom 5. Februar bis zum 4. März. Reservierung mit dem Stichwort „Ess-Klasse“ unter: 260 39 54.


Von Zander über Ente, Saibling und Maishendl bis zum Millirahmstrudel

APERITIF:

Auf das Menü stimmt der elegante Crémant de Limoux vom Weingut Maison Antech hervorragend ein.

1. GANG: Ceviche vom Zander

Ceviche vom heimischen Zander mit Rettich, Radieserl und Bier-Vinaigrette In ungewohnter Form, nämlich als Spaghetti, präsentiert sich der Rettich hier. Zudem hat er, Vinaigrette sei Dank, seine Schärfe eingebüßt. So ist er ein hervorragender Partner für den Zander aus nahen Gewässern in Landsberg am Lech. Dazu passt die feine Struktur des Weißen Burgunders vom Weingut Schlossmühlenhof in der Pfalz, der nach Mandeln duftet.

2. GANG: Maultaschen von der Ente

Hausgemachte Maultaschen von der conferierten Entenkeule mit Madeira-Schaum und Wintertrüffeln Dieser Gang schmeckt genau so winterlich-wunderbar, wie es die Beschreibung vermuten lässt. Der feinherbe Riesling vom Muschelkalk vom Weingut Fogt weiß gut mit dieser geballten Aromatik umzugehen und begleitet mit weicher Pfirsichfrucht und viel Frische am Gaumen.

3. GANG: Pochierter Saibling Szegediner Art

Pochierter Saibling (Szegediner Art) mit Paprika-Kraut und Thymian-Schaum Szegediner Art, das kennt man vom Gulasch. Aber vom Fisch? Überraschend gut harmoniert das Paprika-Kraut mit dessen zartem Fleisch. Dazu geht gut der würzige Sauvignon Blanc „Les Grenettes“ vom französischen Weingut Domaine Beausejour, Jahrgang 2016.

4. GANG: Maishendlbrust mit Schmorgemüse

Maishendlbrust vom Gutshof Polting mit Pastinaken-Mousseline, Schmorgemüse und Grünkohl Der Hauptgang weiß ein weiteres Mal zu verführen – wann hat Grünkohl jemals so gut geschmeckt? Raffiniert auch der Wasabi-Balsamico-Jus, mit dem der norditalienische Ripasso Valpolicella Superiore es dank seiner Pflaumen-Rumrosinen-Noten locker aufnehmen kann.

5. GANG: Millirahmstrudel

Millirahmstrudel mit Beerenragout und Rosmarin-Honig-Eis Ein Klassiker, der Strudel, gepaart mit einem kreativen, feinen Eis: ein würdiger Abschluss. Im Glas begleitet ihn ein Pinot Rosé Spumante Brut aus dem Veneto.

Übrigens: Die Ess-Klasse vom Januar wurde verlängert!


 

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