AZ fragt beim Experten nach FC Bayern: Was bedeutet der Kreuzbandriss für Niklas Süles Karriere?

Niklas Süle wird dem FC Bayern monatelang fehlen. Foto: imago images / Sven Simon

Schock-Diagnose Kreuzbandriss: Mit gerade einmal 24 Jahren erlebt Niklas Süle den Fußballer-Albtraum schlechthin bereits zum zweiten Mal. Kann der Innenverteidiger des FC Bayern wieder an seine alte Leistungsfähigkeit anknüpfen? Die AZ hat bei einem Experten nachgefragt.

 

München - Nicht einmal 24 Stunden nach seinem Kreuzbandriss gab sich Niklas Süle schon wieder kämpferisch. "Wer es einmal schafft, schafft es jedes Mal wieder", lautet die Botschaft, die der Innenverteidiger des FC Bayern am Sonntag über seine Social-Media-Kanäle an seine Fans verbreitete.

Schon zu Beginn im Dezember 2014, Süle stand damals noch im Trikot der TSG Hoffenheim am Beginn seiner Profikarriere, zog sich der Abwehr-Koloss einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie zu. Es ist dasselbe Band, das am Samstag beschädigt wurde. Für einen Fußballer eine Horror-Diagnose mit nur schwer abzusehenden Folgen.

Ex-Bayern-Doc Oliver Schmidtlein macht Niklas Süle Mut

Doch die erneute schwere Verletzung muss nicht zwingend einen Knick in der Karriere des 24-Jährigen bedeuten, der sowohl in der Nationalmannschaft als auch bei den Bayern als absolute Stütze in Gegenwart und Zukunft gesetzt ist. Davon ist zumindest Oliver Schmidtlein überzeugt. Der Physiotherapeut war jahrelang Teil der medizinischen Abteilung des FC Bayern und beim DFB, aktuell ist er in seiner Münchner Praxis aktiv.

"Er hat weiter dasselbe Risiko wie wir alle. Ein operiertes Knie ist nicht zwingend schwächer als ein nicht operiertes Knie", erklärt Schmidtlein im Gespräch mit der AZ: "Bei ihm kommt es jetzt vor allem auf die Rehabilitation an. Es gab in der Vergangenheit viele Spieler, die sich nach einem Kreuzbandriss wieder gut erholt haben." Bei erfolgreicher Genesung sei die Gefahr, einen weiteren Kreuzbandriss zu erleiden, für Süle also nicht zwingend größer als bei anderen Spielern.

Kreuzbandriss: Holger Badstuber ist Negativbeispiel

Seine körperliche Konstitution ist dabei nicht einmal ein Nachteil für den 97-Kilo-Koloss, so Schmidtlein: "Ein Spieler mit seiner Physis hat keine größeren Risiken für einen Kreuzbandriss als andere Spieler – im Gegenteil. Er ist relativ durchtrainiert, sonst könnte er auch nicht beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft dauerhaft spielen. Man müsste sich eher Sorgen machen, wenn er dünne und schlacksige Beine hätte."

Welche Konsequenzen ein Kreuzbandriss für einen Leistungssportler haben kann, weiß man in München aus leidvoller Erfahrung. Im Dezember 2012 zog sich in Holger Badstuber, seinerzeit wie Süle ein großer Hoffnungsträger in Verein und Nationalmannschaft, dieselbe Verletzung zu. Der heute 30-Jährige musste daraufhin für eineinhalb Jahre pausieren und hatte in der Folge immer wieder mit schweren Verletzungen zu kämpfen.

Die Folge: Während Thomas Müller, der zur selben Zeit wie Badstuber seinen Durchbruch feierte, eine Weltkarriere hinlegte, fand der Abwehrspieler nie wieder zu seiner alten Form zurück und kickt heute in der 2. Bundesliga beim VfB Stuttgart.

 

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