Aufs Messegelände FDP-Fraktionschef Hagen will IAA nach München holen

Angela Merkel zu Besuch bei der diesjährigen IAA in Frankfurt. Foto: Andreas Arnold/dpa

Martin Hagen, Chef der FDP-Landtagsfraktion, will die Automesse nach München verlegen. Der Vertrag mit Frankfurt läuft aus. Die Chancen.

 

München - Viele Jahre lang war sie fester Bestandteil der bevölkerungsreichsten Stadt in Hessen: die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA). Noch bis zum Sonntag präsentiert die Branche in Frankfurt ihre aktuellen Errungenschaften.

Doch die Fassade hat Risse, Diskussionen über einen Standortwechsel werden laut – und wenn es nach der FDP im Landtag geht, könnte die IAA in München eine neue Heimat finden. "München wäre als Standort für die IAA hervorragend geeignet“, sagt Martin Hagen, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion, laut einer Mitteilung.

Hagen will IAA nach München holen

Der Freistaat solle sich, als Gesellschafter der Münchner Messe, aktiv um die Auto-Ausstellung bemühen. Die Vorteile liegen für den FDPler auf der Hand: Bayern sei einer der bedeutendsten Automobilstandorte – und für die kriselnde Branche sei die Verlegung der IAA ein "wichtiges Signal", dass sie "hier weiterhin willkommen ist".

Zudem gehe es um Hunderttausende Arbeitsplätze. Hagen kritisiert die Proteste gegen die Industrie, wie zuletzt in Frankfurt geschehen, und fordert ein klares Bekenntnis der Politik. Zuspruch erhielt der Vorschlag am Mittwoch schon vom bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW). „#IAA nach #München holen? Ich bin dafür“, schrieb Aiwanger auf Twitter.

Hagen: "Die Service-Opposition FDP wirkt"

Gespräche mit dem Münchner Messe-Chef Klaus Dittrich liefen bereits, zwitschert der Wirtschaftsminister weiter. Hagen freut sich, dass der Wirtschaftsminister seine Idee aufgreift. "Die Service-Opposition FDP wirkt", sagt Hagen der AZ. Er habe allerdings noch vor Aiwanger informelle Gespräche mit einem der Messe-Geschäftsführer aufgenommen.

Die Debatte erreichte am Mittwoch auch das Münchner Rathaus: Die Bayernpartei forderte in einem Antrag OB Dieter Reiter auf, sich um die Ausrichtung der IAA zu bemühen.

Automobil-Verband hält sich zunächst bedeckt

Offizielle Gespräche, stellt die Messe München auf Anfrage klar, habe es bisher nicht gegeben. Grundsätzlich sei man aber kontinuierlich bereit, sich weiterzuentwickeln – und generell offen, sowohl für Gespräche mit dem Verband der Automobilindustrie (VDA) als auch für die Ausrichtung einer weiteren Welt-Leitmesse.

Die nötigen Kapazitäten gebe es in Riem, heißt es weiter – doch die Entscheidung liege beim VDA, der die IAA veranstaltet. Der wiederum hält sich zunächst mal bedeckt. Auf AZ-Anfrage erklärt VDA-Verbandssprecher Eckehart Rotter, es werde derzeit ein Konzept erarbeitet, wie die Messe künftig gestaltet werden könne. Dieses soll bis zum Jahresende stehen.

Rotter: "Zu früh, irgendeine Option auszuschließen"

Dann, so heißt es vom Verband, könne man die Standortoption diskutieren. Käme München denn infrage? "Es ist zu früh, irgendeine Option auszuschließen", sagt Rotter. Sicher ist: Ein Vertrag zur Fortsetzung in den kommenden Jahren zwischen VDA und der Messe Frankfurt besteht nicht, wie beide Seiten bestätigt haben.

Die IAA steht heuer nach zahlreichen Absagen früherer Aussteller und Protesten von Klima-Aktivisten massiv unter Druck. Obwohl es Erweiterungen um Gesprächsrunden und Kongressangebote gegeben hat, werde unter Herstellern und Veranstaltern auch ein neues Messekonzept mit wechselnden Veranstaltungsorten diskutiert, heißt es aus Branchenkreisen.

Hagen: "Neukonzeption ist Aufgabe des VDA"

Umweltaktivisten hatten zudem mit einer großen Demo auf die Klimabelastung durch die Autoindustrie aufmerksam gemacht. Dass sich die IAA verändern muss, findet auch Martin Hagen: "Diese Neukonzeption ist Aufgabe des VDA." Allerdings sei es Aufgabe der Staatsregierung, München als Standort ins Gespräch zu bringen.

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