Arbeit für München Jubilare geehrt: Jahrzehnte im Dienste der Stadt

Roland Gebhardt (57) ist leitender Rettungsassistent. Foto: Daniel von Loeper

40 Jahre in einem Job – in den meisten Unternehmen ist das unmöglich. Doch bei der Landeshauptstadt ist das keine Seltenheit. 1000 Jubilare wurden im Alten Rathaussaal geehrt.

 

München - Sie arbeiten seit 25, 40 oder gar 50 Jahren bei der Stadt München. 1000 Jubilare konnte Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) heuer im Alten Rathaussaal ehren. "1966 hatten die Beatles ihren Auftritt im Circus Krone und die Sechzger wurden Deutscher Meister", erzählt Strobl. In diesem Jahr begann Manfred Jagusch auch seine Laufbahn bei der Stadt München.

Damals war er 13 und hatte einen Volksschulabschluss. Am Dienstag kann Jagusch als Einziger bei der Stadt sein 50. Dienstjubiläum feiern. Inzwischen ist er Stadtdirektor und Stellvertreter der Umweltreferentin. Demnächst steht für Jagusch der Ruhestand an – und auch dafür hat er schon Pläne: Er will einige Semester Psychologie studieren.

Auch andere Jubilare wurden gewürdigt – und verrieten der AZ ein paar kleine Dienstgeheimnisse.

40 Jahre gemeinsam

Gaby Abeska (58) und Rolf Weiderer (58) sind schon seit 40 Jahren bei der Stadt. 1976 hatten sie zusammen ihre Ausbildung begonnen. Heute arbeitet Weiderer in der Personalverwaltung der Branddirektion. Gabi Abeska ist Verwaltungsinspektorin im Geodaten-Service. "Ich sitze im Vorzimmer, manage da alles und bereite viel für meinen Chef vor."

Einmal bekam sie einen Anruf aus Hamburg. "Der Anrufer sagte zu mir: 'Können Sie nicht noch mal was sagen? Ihr Bairisch klingt so schön!'", erzählt Gaby Abeska lachend. Über die Jahre haben sich die beiden aber nie aus den Augen verloren.

Weiderer: "Unsere Referate liegen nah beieinander, da treffen wir uns immer mal auf der Straße." Beide sind nach wie vor sehr zufrieden mit ihrem Job und machen ihn gerne. Trotz einer gewissen Routine verändere sich ja auch immer viel. Abeska: "Ich würde es sofort wieder genauso machen. Ich gehe jeden Tag gerne zur Arbeit!"

Büro und Hubschrauber

Mit dem Hubschrauber fliegen ist nichts für jeden – für Roland Gebhardt (57) gehört es zum Alltag. Er ist leitender Rettungsassistent. "2010 bin ich vom Bayerischen Roten Kreuz zur Feuerwehr gewechselt. Die Verträge wurden umgestellt, aber die Dienstjahre laufen weiter", erklärt Gebhardt. Deswegen wurde er nun für sein 40. Dienstjubiläum geehrt.

"Ich kam schon mit 13 zum Rettungsdienst, aber eigentlich wollte ich dann Medizin studieren", so der 57-Jährige. Er bekam aber keinen Studienplatz und studierte stattdessen Biologie. Parallel arbeitete er ehrenamtlich und nebenberuflich beim Rettungsdienst.

"Etwa Medizinisches war immer meine Zielrichtung. Als leitender Rettungsassistent besteht Gebhardts Alltag aus Büroarbeit und Einsätzen mit dem Rettungshubschrauber "Christoph 1". Seit 1991 fliegt er dort mit. "Mein Beruf macht mir immer noch absolut Spaß. Mein ältester Sohn tritt jetzt in meine Fußstapfen. Das macht mich sehr stolz!"

"Spaß bei der Arbeit"

Nach Abitur und Wehrdienst studierte Rudolf Saller (62) zwei Semester Meteorologie. "Ich merkte aber schnell, dass das nichts für mich ist."

Er bekam einen Job beim Referat für Grundstücksverkehr, studierte Wirtschaftswissenschaften und kam dann zu den Stadtwerken. Nach Jahren wechselte er zurück zum "Grundstücksgeschäft" – und wurde Abteilungsleiter im Immobilienservice. "Mir hat’s immer Spaß gemacht und ich wollte auch, dass meine Kollegen Spaß haben." Nach 40 Jahren ist er jetzt in Rente.

Zwei verschiedene Jobs

Vom Stadtjugendamt zur Kfz-Zulassungsstelle: Sandra Lanfrachis Weg ist eher ungewöhnlich. Jetzt feiert sie 25-jähriges Dienstjubiläum! Nach 13 Jahren beim Jugendamt wechselte die 42-Jährige den Job. "Die Arbeit jetzt liegt mir mehr, weil ich lieber mit Richtlinien arbeite. Das finde ich angenehmer, als die sehr persönliche, menschliche Arbeit", erzählt die Halbitalienerin.

Auch in der Kfz-Zulassungsstelle kann man übrigens Promis treffen: "Letztens stand plötzlich ein Sternekoch bei mir am Schalter. Der war aber wirklich super süß!"

Strafzettel für Promis

Autos von Promis abschleppen lassen, das gehört für Jutta Achrainer (57) und Lydia Wimberger (60) zum Alltag. "Einmal sprachen mich Leute auf der Straße an, ich könne doch nicht einfach dem Ferrari von Oliver Kahn einen Strafzettel geben. Aber Bayernspieler parken oft in der Fußgängerzone", erzählt Wimberger.

"Und ich weiß noch, dass Rudolph Moshammer mal so parkte, dass die Tram nicht durchkam. Da schrie der Tram-Fahrer: 'Schau, dass du deinen Hintern da wegbekommst, sonst fahr ich dich zam!’'", fügt Achrainer lachend hinzu. 1991 begannen die beiden gemeinsam ihre Ausbildung bei der Stadt.

Danach arbeiteten sie bei der Verkehrsüberwachung. Jutta Achrainer ist dort mittlerweile Teamleiterin und ist für den Sektor Altstadt, Lehel, Gärtnerplatz zuständig. Lydia Wimberger arbeitet als stellvertretende Teamleiterin bei der Führerscheinstelle. Jetzt feiern beide ihr 25-jähriges Jubiläum.

 

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