Angela Merkel und Wladimir Putin Machtspielchen mit Hund, Blumen und Pralinen

"Koni" sollte der Kanzlerin Angst machen: Mit Genuss beobachtete Putin, wie Angela Merkel vor seiner schwarzen Labradorhündin erstarrte. Merkel mag keine Hunde, seit sie in ihrer Jugend vom Nachbarhund angefallen wurde. Foto: dpa

Die Kanzlerin und der Kremlchef  hatten von Anfang an ein schwieriges Verhältnis.

 

Berlin/Moskau - Zwischen Gerhard Schröder (SPD) und Wladimir Putin herrschte eine deutsch-russische Männerfreundschaft, bei der sich zwei Machos gegenseitig auf die Schulter klopften. Seine Nachfolgerin Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Putin dagegen duellieren sich mit Machtspielchen.

Beide sprechen die Sprache des anderen. Merkel hat in der Schule fließend Russisch gelernt, Putin als KGB-Mann in Dresden fließend Deutsch. Nur miteinander sprechen sie ihre eigene Sprache, um sich voneinander abzugrenzen. Kurzum: die beiden haben kein Vertrauen zueinander.

Ihr Stimmungsbarometer ist auf Eis. Dafür sorgen immer wieder kleine Gemeinheiten. So ließ Putin seine schwarze Labradorhündin „Koni“ die Kanzlerin zur Begrüßung beschnuppern, als Merkel ihn 2007 in seiner Sommerresidenz besuchte. Die mag keine Hunde, seit sie als junges Mädchen von „Betty“, dem Jagdhund ihres Nachbarn in der Uckermark, angefallen wurde. Putin grinste zufrieden, als sein Gast erstarrte. Kurz zuvor hatte er Friedrich den Großen zitiert, je mehr er die Menschen kennenlerne, desto mehr liebe er die Hunde.

Nach seiner Wiederwahl 2012 reiste Putin nach Berlin – und ließ die Kanzlerin geschlagene zwei Stunden warten. Er hatte ausgerechnet bei Weißrusslands Diktator Alexander Lukaschenko gemütlich Zwischenstation gemacht.

Als Gastgeschenk brachte er Merkel dann herablassend Blumen. Die sind laut Protokoll für Damen, nicht aber für Regierungschefs.

Merkel revanchierte sich mit Pralinen zum Abschied, als wollte sie Putin, der sich mal mit einem betäubten Tiger hat fotografieren lassen, mitgeben: Du bist doch nur ein Naschkätzchen.

Als Merkel ein paar Monate später nach Moskau reiste, kritisierte sie Putins Umgang mit Menschenrechten und das harte Urteil gegen die Punkband Pussy Riot „Wenn ich da immer gleich eingeschnappt wäre, könnte ich keine drei Tage Bundeskanzlerin sein“, stichelte sie.

Putin habe den Bezug zur Wirklichkeit verloren, soll sie jetzt am Telefon US-Präsident Barack Obama gesagt haben. Ihr Sprecher Steffen Seibert will das nicht kommentieren, sagt aber: „Es ist unbestritten, dass Präsident Putin eine ganz andere Sicht auf die Ereignisse in der Krim hat als die Bundesregierung und als auch unsere westlichen Partner.“

 

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