Angeklagter schweigt vor Gericht Uni-Vergewaltigung: Das sagt der Vater des Täters

Der Angeklagte soll eine Studentin auf einer Uni-Toilette vergewaltigt haben. Foto: imago/Christine Roth/rah/AZ, Petra Schramek

Am zweiten Tag des Prozesss um die Vergewaltigung auf einer LMU-Toilette sagt der Vater des Täters aus. Sein Sohn lebe mit einer neuen Niere - und höre Stimmen.

 

München - Erst kurze Zeit vor dem Vorfall habe ihm sein Sohn berichtet, dass er Stimmen höre. Im Prozess um die Vergewaltigung auf der Damentoilette der LMU am Geschwister-Scholl-Platz, hat am Mittwoch der Vater des Angeklagten ausgesagt.

Dabei ging es vor allem um den Gesundheitszustand des jungen Mannes (26), der am 27. Januar eine Studentin brutal vergewaltigt haben soll, der Frau sogar den Unterarm brach.

Can G. (Name geändert) hatte zum Prozessauftakt am Montag erklärt, dass er nicht wisse, was er da gemacht habe. Sonst sagt er kaum etwas. Nicht einmal die Frage, ob er studiert, konnte er beim Prozessauftakt dem Vorsitzenden Richter Philipp Stoll beantworten. Das tat nun sein Vater für ihn.

Ja, sein Sohn habe im Jahre 2014 den Bachelor in Physik an der Uni gemacht. Sich danach aber immer weiter zurückgezogen. Von Freundinnen weiß der Vater nichts. Dass sein Sohn selber ein Kind haben soll, verblüfft den Mann im Zeugenstand: "Er ist doch gar nicht verheiratet."

Auch von hohen Schulden, wie sie in den Akten auftauchen, wisse er nichts. Und dass der 26-Jährige eine eigene Einzimmer-Wohnung habe, gehört wohl auch ins Reich der Fabel: "Er hat ein Zimmer bei uns." Sein Sohn, der derzeit in der Psychiatrie untergebracht ist, hatte als Bub ein Nierenversagen erlitten und sich nach zwei Jahren Dialyse im Dezember 2004 einer Nierentransplantation unterziehen müssen.

Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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