Auf LMU-Toilette vergewaltigt: Prozess gegen Täter in München gestartet

Im Januar wird eine 25-Jährige auf einer LMU-Toilette vergewaltigt. Der Täter bricht ihr auch noch den Unterarm. Vor Gericht berichtet das Opfer von seinen Leiden.
| John Schneider
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Der Angeklagte (li.) vor Gericht. Er hatte im Januar auf einer Uni-Toilette eine Studentin vergewaltigt.
imago/Christine Roth/rah/AZ, Petra Schramek Der Angeklagte (li.) vor Gericht. Er hatte im Januar auf einer Uni-Toilette eine Studentin vergewaltigt.

München - Sie kommt mit Perücke und Sonnenbrille in den Gerichtssaal, das Gesicht steckt tief in einem Schal. Christine K. (25, Namen geändert) ist am 27. Januar auf einer Damen-Toilette der LMU am Geschwister-Scholl-Platz vergewaltigt worden. Die psychischen und physischen Folgen spürt sie bis heute, der Gedanke, ihrem Peiniger vor Gericht gegenüber zu treten – beinahe unerträglich.

Die Strafkammer unter dem Vorsitz von Phillipp Stoll setzt der Frau deshalb ihren Anwalt an die Seite. Zusätzlich wird ein Justizbeamter zwischen Zeugenstuhl und Anklagebank postiert, um dem Opfer ein Gefühl der Sicherheit zu geben.
Dennoch bleibt die Situation äußerst angespannt.

Christine K. unterbricht anfangs ihre Erzählung immer wieder, um sich zu fassen. Dann erzählt sie wie sie am 27. Januar gegen 16 Uhr zur Toilette ging und plötzlich jemand die Tür zu ihrer Kabine öffnen wollte. Sie rief "Besetzt", versucht die Tür zuzuhalten. Aber der Vergewaltiger stieß die Tür auf. In diesem Moment habe sie begriffen, was los ist.

Gut sichtbare Narben

"Ich habe gebrüllt wie am Spieß", erklärt sie in der Verhandlung. Aber es war Freitag Nachmittag, niemand hörte ihre Schreie. Can G. (26) drückte ihr dann Nase und Mund zu und fing sofort an, die Frau zu befingern. Dabei soll er laut Anklage auch in sie eingedrungen sein. Der 26-Jährige ging mit großer Brutalität vor. Als er die junge Frau auf den Mülleimer in der Toilettenkabine drückte, brach sie sich den Arm. Vor Gericht präsentiert sie die gut sichtbaren Narben.
Die psychischen Wunden sind noch offen. "Ich kann nur in Begleitung auf die Uni-Toilette", erklärt sie. Immer wieder erleidet sie Panikattacken.

Der Täter sagt, er kann sich nicht erinnern. "Ich weiß nicht, was ich da gemacht hab", bleibt der längste zusammenhängende Satz, den er am ersten Prozesstag von sich gibt. Der psychisch kranke Student weiß nicht einmal mehr, dass er Abitur gemacht hat. Wird er danach gefragt, schüttelt er nur den Kopf.

Ein Urteil soll am 14. Juli gefällt werden.

Lesen Sie hier: An der Uni: Münchens größte Einbrecher-Jagd

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren