Achtelfinale in Champions League Bayern gegen Donezk: Das Pep-Finale

Und was passiert mit Pep? Sein Kontrakt läuft bis Soimmer 2016. Der Katalane hat angekündigt, zur kommenden Spielzeit als Bayern-Trainer auf der Bank zu sitzen. Im Sommer soll es Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung geben. Foto: dpa

Nächste Ausfahrt Richtung Triple? Oder landet die Saison im Graben? Im Champions-League-Rückspiel des FC Bayern gegen Schachtjor Donezk geht es auch um Guardiolas Zukunft. „Ein Aus wäre ein großes Problem für mich.“

 

München - Das letzte Mal, als der FC Bayern in einer K.o.-Runde nach einem 0:0 auswärts zu Hause antrat, ging die Partie ins Elfmeterschießen. Torhüter Jean-Marie Pfaff wurde in jener nebligen Novembernacht 1983 im Olympiastadion zum Helden, als er in der zweiten Runde des Uefa-Cups den letzten Elfmeter zum 9:8 gegen PAOK Saloniki verwandelte.

Ob Pep Guardiola seine Mannschaft vor dem Rückspiel in der Champions League gegen Schachtjor Donezk am Mittwoch (20.45 Uhr, Liveticker auf az-muenchen.de) nun extra Elfmeter habe trainieren lassen, wurde der Bayern-Trainer am Dienstag an der Säbener Straße gefragt. Seine Antwort lautete kurz wie selbstbewusst: „Nein.“ Weil nicht nötig? „Wir werden gewinnen“, ist sich der Spanier sicher.

Und das obwohl Philipp Lahm trotz seines Comebacks im Mannschaftstraining noch nicht wieder im Kader sein wird. Obwohl Xabi Alonso nach der Gelb-Roten Karte in Lwiw gesperrt fehlt. Und obwohl das Hinspiel 0:0 endete. Das Problem dabei: Donezk reicht jedes Unentschieden, bei dem Tore fallen, zum Weiterkommen.

Die Bayern nicht im Viertelfinale der Champions League? Irgendwie undenkbar. „Es wäre fatal, wenn es nicht klappt“, sagte Torhüter Manuel Neuer, „aber wir denken positiv. Das Spiel muss einfach gewonnen werden.“

MUSS! MUSS! MUSS! Das häufigste Wort dieser Tage an der Säbener Straße. Es kommt kurz nach: DRUCK! DRUCK! DRUCK!

„Wir müssen gewinnen, dafür brauchen wir einen freien Kopf“, meinte Franck Ribéry, „dann haben wir zuhause eine gute Chance.“ Die Psyche wird das Thema sein. Selbst bei einer 1:0- oder 2:1-Führung könnte der Knockout mit einem Ausgleichstreffer in letzter Minute kommen. Bis auf die Neuzugänge seit 2013, seit dem letzten Triumph in der Champions League gegen Dortmund (2:1), also bis auf den aktuell noch in der Reha kämpfenden Schlüsselspieler Thiago, bis auf Bernat, Götze, Benatia, Alonso, Rode und Lewandowski haben alle im Verein den Pott der Königsklasse gewonnen.

Das Spiel der Spiele für Guardiola

Einer nicht, zumindest nicht mit Bayern: Pep Guardiola (44). Mehr noch als für den Verein, die Verantwortlichen, Spieler wie Fans ist die Partie gegen Donezk für den Katalanen das Spiel der Spiele dieser bisherigen Saison. Nach etwas mehr als eineinhalb Jahren, genauer gesagt befindet sich Pep im 21. Monat seines auf 36 Monate geschlossenen Vertrages, bildet diese Partie eine Weggabelung. Auf dem Spiel steht, wie seine Philosophie, seine Ideen – kurz, sein gesamtes Wirken – künftig wahrgenommen werden. Nein, sein Job wird nicht infrage gestellt, keinesfalls. Jedoch würde ein Aus gegen die Ukrainer nicht nur ihn sehr, sehr, sehr beschäftigen.

Im ersten Jahr vercoachte Guardiola das letzte Drittel der Saison, ging im Halbfinale gegen Real Madrid (0:1/0:4) unter. Man verzieh ihm, Bayern gewann das Double, knackte national alle Rekorde, spielte großartigen Dominanz-Ballbesitzfußball. Und nun? Der 11. März ist eine Ausfahrt für Pep. Weiter geradeaus Richtung Triple oder ab in den – bildlich gesprochen – Graben. Ein Unfall mit Personenschaden. Der Lack wäre etwas abgesplittert, der Lack der Pep-Aura.

Also: Tacheles. Was wäre wenn, Pep? Guardiola schnauft durch, überlegt und sagt dann: „Ich bin jetzt 44 Jahre alt, erst seit sechs Jahren Trainer. Aber ich weiß, was passiert, wenn wir nicht in die nächste Phase kommen. Dann wird es eine Woche viel Kritik geben.“ Nur eine Woche? Er schätzt die Lage im Fall der Fälle richtig ein. „Es wäre ein großes Problem für mich.“ Er betont: Für mich. Als er die Frage nach dem – ja – DRUCK hört, schüttelt er schnell den Kopf: „Ich bin immer ruhiger und gelassener, wenn wir Champions League spielen. Anders ist es zum Beispiel in Hannover. Die Spieler wissen, wie wichtig dieses Spiel für den Verein, für sie und für mich ist. Es ist einfach: Es geht darum, ein Spiel zu gewinnen.“ Für alle.

Für ihn.

 

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