Abschied unter Tränen Beerdigung von Hans-Peter Uhl: "Papi, ich liebe dich"

Der ehemalige Münchner Kreisverwaltungschef Hans-Peter Uhl, wie man sich an ihn erinnern wird. Foto: Daniel von Loeper

In der Herz-Jesu-Kirche trauern seine Familie, Freunde und politische Weggefährten um den ehemaligen KVR-Chef Hans-Peter Uhl.

 

Irgendwann nach der Predigt lässt der zehnjährige Constantin die Hand seiner Mutter los. Er tritt tapfer nach vorn, steigt die Stufen hoch zum Mikrofon neben dem rosengeschmückten Sarg, in dem sein Vater liegt.

"Lieber Papa", sagt er mit seiner Kinderstimme, "du warst der beste Papa für mich." Nach einer Pause, in der man ein Schluchzen im vollbesetzten Kirchenraum hört, fährt er fort: "Und weil du mein Klavierspiel so gemocht hast, wünsche ich dir, dass du es jetzt immer überall hören kannst, wenn ich Klavier spiele."

Die Familie verabschiedet sich

Es ist der anrührendste Moment in einer Trauerfeier voller anrührender Momente, denn in der Herz-Jesu-Kirche in Neuhausen nehmen nicht nur die Ehefrau, die vier Söhne und Geschwister Abschied vom Familienmenschen Hans-Peter Uhl († 75).

Den ehemaligen Kreisverwaltungs-Chef Münchens, der sein Amt als CSU-Mann von 1987 bis 1998 so stringent geführt hat, dass ihm das den Spitznamen "schwarzer Sheriff" eingebracht hat, verabschieden auch viele Freunde und politische Weggefährten.

Die Kirche ist so voll, dass die Menschen hinten dicht gedrängt stehen. Neben dem Sarg stehen einige Vereine mit ihren Fahnen. Innenminister Joachim Herrmann ist da, der bayerische Ex-Finanzminister Kurt Faltlhauser, Uhls Amtsvorgänger Peter Gauweiler, Ex-Bürgermeister Josef Schmid, Bürgermeister Manuel Pretzl, Umweltreferentin Stephanie Jacobs und Kommunalreferentin Kristina Frank.

"Ein Kämpfer für die bürgerliche Sache"

Stadtrat Hans Podiuk, der Hans-Peter Uhl seit Mitte der 70er Jahre kennt, würdigt ihn als einen "Kämpfer für die bürgerliche Sache." "Dafür, dass München heute noch die sicherste Großstadt Deutschlands ist, hat Hans-Peter Uhl die Grundlagen gelegt", sagt er.

Und als er darüber spricht, was für ein höflicher, freundlicher und ruhiger Mensch Uhl trotz aller Härte in der Sache gewesen sei, bricht ihm fast die Stimme: "Wir verdanken ihm mehr, als Worte ausdrücken können", sagt Podiuk. "Danke, Hans-Peter", flüstert er am Ende, "danke, dass du mit uns warst."

Sohn Franz-Ludwig liest einen Brief vor

Hans-Peter Uhl saß während seiner letzten 20 Berufsjahre als Abgeordneter im Berliner Bundestag. Vor zwei Jahren hat er seinen beruflichen Abschied verkündet, nur wenige Wochen später erkrankte er an einem Krebsleiden, an dem er am vorvergangenen Sonntag gestorben ist.

"Noch vor sechs Wochen, bei einer guten Flasche Wein, hast du gesagt, dass du dieses Ding besiegen wirst", erzählt Sohn Franz-Ludwig nach dem Schlussgebet. Und er sagt seinem Vater, was in den letzten Monaten das Allerwichtigste für ihn gewesen sei: "Papi, ich liebe dich."

Dann verklingen die letzten Akkorde des Requiems von Gabriel Fauré. Der Sarg wird aus der Kirche getragen – zum letzten Geleit ans Grab auf dem Winthirfriedhof.

Draußen scheint die Sonne.

 

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