2:1 gegen Leverkusen Freude über Leipzig: Endlich ein Gegner für Bayern!

Nach drei Spielen ohne Sieg am Samstag mit einem Erfolgserlebnis: Der Bayern-Jubel gegen Leverkusen. Foto: dpa

Der FC Bayern überwindet gegen Bayer 04 Leverkusen die Ergebniskrise – und Präsident Uli Hoeneß freut sich über Konkurrent Leipzig: „Richtig bekämpfen.“

 

München -  Kaum ist Hoeneß wieder Präsident, gibt das Bayern-Dusel sein Comeback. Mit einem 2:2 gegen Leverkusen wäre der Rückstand auf Sensationsspitzenreiter RB Leipzig auf fünf Punkte angewachsen – und die durch die Wiederwahl von Uli Hoeneß auf seinen angestammten Thron wieder etwas heilere Bayern-Welt nicht ganz so Uli-rosig gefärbt. Das akrobatische Handspiel von Javi Martínez, mit dem er Kevin Volland in der 83. Minute den Ausgleich klaute, nachdem Manue Neuer überlupft worden war, hatte Schiedsrichter Marco Fritz übersehen. Der entschuldigte sich später bei den Gästen. „Klarer Elfer. Klares Rot“, meinte Volland nach dem Studium der TV-Bilder. Und klarer Fall von Bayern-Dusel.

Beim Arbeitssieg im ungemütlichen Novemberregen. Womöglich hatte das 1:2 der Dortmunder vom Nachmittag in Frankfurt zusätzlichen Elan gegeben. Die Mannen von Trainer Carlo Ancelotti („Wir kommen aus einer schwierigen Phase“) schafften einen befreienden Erfolg, der sehr mühsam zustande kam. Ein Sieg des Willens, mit vielen Wacklern wie beim Gegentreffer, der viel zu einfach zustande kam – und eines der aktuellen Probleme belegt: Nur in einem der letzten zwölf Pflichtspiele blieben die Bayern ohne Gegentor.

Bis es geschafft war durch die Kopfballtreffer von Thiago (30.) und Mats Hummels (56.) stand Hoeneß, natürlich neben Frau Susi, natürlich mit rot-weißem Fanschal, auf der VIP-Tribüne auf, klatschte kurz und atmete ganz tief durch. Die Mini-Krise (drei Pflichtspiele ohne Sieg) ist beendet, es bleiben Unsicherheiten. „Tatsache ist, dass wir momentan nicht so dominant spielen“ resümierte Hoeneß im ZDF, „wir können den Gegner in einem Heimspiel trotz zweimaliger Führung nicht beherrschen. Das ist ein Zeichen von mangelndem Selbstvertrauen.“

In der Nacht zu Samstag hatte Hoeneß, von fast 98 Prozent der Stimmen gewählt, seine Bayern aufgeweckt. „Leipzig hat 4:1 gewonnen, wir haben neben Dortmund einen zweiten Feind, den wir jetzt endlich wieder attackieren können“, rief Hoeneß, ganz im alten Modus, vom Podium den über 7000 Mitgliedern zu. Und: „Wenn man ehrlich ist, mussten wir die letzten Jahre die Motivation immer aus uns selbst holen. Es ist höchste Zeit, dass mal wieder ein paar kommen, damit wir sie wieder richtig bekämpfen können.“

Hoeneß entschuldigt sich: " Im Fußball gibt es keine Feinde, die gibt es im Krieg"

Endlich ein Gegner! Endlich! Nach vier souveränen Meisterschaften hintereinander. Für seine martialische Wortwahl entschuldigte er sich am Tag danach, sprach von einem „totalen Fehlgriff“: „In meiner Euphorie gestern habe ich natürlich ein völlig falsches Wort gesagt. Das gilt sowohl für Leipzig als auch für Dortmund. Im Fußball gibt es keine Feinde, die gibt es im Krieg. Im Irak oder Syrien da gibt es Feinde, aber nicht im Fußball – das sind Rivalen und Gegner. Das Wort ,Feind’ nehme ich hiermit offiziell zurück und entschuldige mich dafür.“

Das ist der neue Hoeneß, der den alten in die Schranken weisen muss. Ein Autodidakt mit rund 35 Jahren Funktionärserfahrung. Rivale Leipzig aber hat er nun im Visier. Hoeneß’ Plan: „Bis Weihnachten müssen wir uns durchwurschteln und dann voll angreifen. Wir wollen uns erlauben, Leipzig in München zu schlagen, damit sie nicht davonlaufen. Ich bin überzeugt, dass Bayern Meister wird“, sagte er am Sonntag beim Fanklub-Besuch. „Es ist super und sensationell, dass die Bundesliga dieses Jahr etwas spannender geworden ist, dass es vorne Konkurrenz gibt für den FC Bayern“, meinte Bullen-Trainer Ralph Hasenhüttl und fügte hinzu: „Wir wissen, dass wir nicht unschlagbar sind. Aber wenn jemand gegen uns gewinnen will, muss er sehr viel sehr richtig machen.“

Der 21. Dezember wird zum Weihnachtsshowdown.

 

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