1. Runde im DFB-Pokal Von Drochtersen ans Millerntor? Dorfklub mit Problemen

Das Kehdinger Stadion vom SV Drochtersen/Assel - hier ausgestattet mit Zusatztribünen. Foto: armen Jaspersen/dpa

Beim niedersächsischen Regionalligisten SV Drochtersen-Assel ist die Begeisterung über das Traumlos Bayern München groß. Doch ob das sportlich ungleiche Duell wirklich im Kehdinger Land an der Niederelbe stattfinden kann, ist fraglich.

München/Hamburg - Rekordsieger Bayern München kommt im DFB-Pokal ins Kehdinger Land – oder doch nicht? Beim SV Drochtersen-Assel folgte dem Jubel über das sportliche "Jahrtausend-Los" schnell der Vorbereitungsstress auf den "absoluten Hammer", wie Vereinspräsident Rigo Gooßen das bevorstehende ungleiche sportliche Duell nannte. Schon Minuten nach der Ziehung trafen die ersten Kartenbestellungen beim niedersächsischen Regionalligisten ein.

Und mit jeder neuen E-Mail schwanden die Hoffnungen der normalerweise eher überschaubaren Fangemeinde des Viertligisten, den deutschen Rekordmeister wirklich im August im Kehdinger Stadion empfangen zu können. Denn die kleine Arena bietet lediglich 3.000 Besuchern Platz. Dank Zusatztribünen hatten vor zwei Jahren 7.000 Zuschauer an gleicher Stelle den 1:0-Sieg von Borussia Mönchengladbach in der ersten Pokalrunde verfolgt.

Schlechte Bayern-Erinnerungen ans Millerntor

Doch mit zusätzlichen Kapazitäten in dieser Größenordnung wäre es für ein Gastspiel der Bayern an der Niederelbe nicht getan. "Aus Sicherheitsgründen sind unsere Erweiterungsmöglichkeiten begrenzt. Und eine Nachrüstung unseres Flutlichts kommt nicht in Frage", das würde zu teuer werden", sagte Gooßen dem "NDR". Daher steht ein Umzug ans Hamburger Millerntor an die Heimspielstätte des Zweitligisten FC St. Pauli ernsthaft zur Debatte. Eine Arena, an die die Münchner allerdings alles andere als gute Erinnerungen haben. Der legendäre 2:1-Erfolg der "Weltpokalsiegerbesieger" 2002 an gleicher Stelle ist nicht nur in die Geschichte des Kiez-Klubs eingegangen.

Ob aber nun Kehdingen oder das Millerntor – die Kicker als der 11.000-Seelen-Gemeinde freuen sich unbändig auf die Partie gegen Deutschlands Renommier-Klub. "Seit ich fünf Jahre alt bin, wollte ich einmal gegen die Bayern spielen", sagte Mittelfeldspieler Jannes Elfers, und Trainer Lars Uder ergänzte: "Das ist überragend, ein Kindheitstraum."

Für die Gäste indes eher eine alljährliche Pflichtübung, dementsprechend abgeklärt kommentierte Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic die Auslosung: "Ich freue mich jetzt schon wieder auf den Saisonauftakt." Vielleicht, weil "Brazzo" vor 16 Jahren auf dem Heiligengeistfeld wegen eines Kreuzbandrisses gar nicht mit von der Partie war...

 

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