Winter-Chaos in Bayern: Unfälle und gesperrte Bahnstrecken

Der Wintereinbruch sorgt weiterhin für Chaos beim Bahnverkehr - mehrere Verbindungen sind unterbrochen. Die Polizei zählt bis Sonntag 140 witterungsbedingte Einsätze.
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Durch den Schneefall sind am Sonntag mehrere Bahnverbindungen eingeschränkt oder unterbrochen. (Symbolfoto)
Karl-Josef Hildenbrand/dpa Durch den Schneefall sind am Sonntag mehrere Bahnverbindungen eingeschränkt oder unterbrochen. (Symbolfoto)

Update von 7. Januar 2019

Auch am Montag sorgt das Winter-Wetter für Ausnahmezustand in Bayern: In mehreren Landkreisen fällt der Unterricht aus, die Deutsche Bahn kämpft noch mit den Folgen vom Wochenende. Und das nächste Wettertief steht schon in den Startlöchern.

Die Nachrichten von Sonntag, 6. Januar 2019

München - Der andauernde Schneefall hat viele Polizisten im südlichen Bayern in der Nacht zum Sonntag beschäftigt. "Wir hatten seit Samstagabend 140 Einsätze wegen heruntergefallener Äste oder liegengebliebener Autos", sagte ein Sprecher der Polizei Oberbayern Süd am Sonntagmorgen. Verkehrsunfälle blieben überwiegend ohne Verletzte.

Ähnliches meldete die Polizei für den nördlichen Bereich Oberbayerns. Das Präsidium Schwaben Süd/West zählte am Samstag bis zum frühen Abend 135 Verkehrsunfälle, dabei seien sieben Menschen verletzt worden, einer davon schwer. Die Polizei in Franken meldete keine relevanten witterungsbedingten Unfälle - ebenso die Polizei in Niederbayern. "Bei uns hat es aufgehört zu schneien, die Straßen sind frei", so ein Sprecher. "Das schaut alles gut aus!"

Kein Zugverkehr im Bereich Mittenwald

Bahnreisende sollten am Sonntag viel Geduld mit sich bringen: Der starke Schneefall behindert den Zugverkehr vor allem im Süden und Westen von München. Etliche Verbindungen im Allgäu sowie in Richtung Wolfratshausen, Starnberg, Holzkirchen und Garmisch-Partenkirchen sind bis auf weiteres gesperrt. "Wir sind seit der Nacht mit allen verfügbaren Kräften vor Ort, um die Strecken so schnell wie möglich wieder befahrbar zu machen", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Sonntagmorgen. Ihm zufolge fahren mancherorts bereits Ersatzbusse.

Probleme gibt es von Kempten in Richtung Immenstadt und Oberstaufen (Landkreis Oberallgäu) - ebenso im Bereich zwischen Lindau, über Hergatz (Landkreis Lindau) und Wangen in Baden-Württemberg. Grund für die Sperrung sind Bäume, die wegen der schweren Schneelast ins Gleis gefallen sind.

Bäume legen S-Bahn lahm

Wegen Bäumen in der Oberleitung fahren zwischen Gauting (Landkreis Starnberg) und Starnberg sowie zwischen den Bahnhöfen Ebenhausen (Gemeinde Schäftlarn, Landkreis München) und Wolfratshausen (Landkreis Bad-Tölz) keine Züge. Mehr Informationen zu den betroffenen S-Bahnen erhalten Sie in unserem Störungsticker. Ab Garmisch-Partenkirchen ist der Verkehr in Richtung Österreich eingestellt - ab 11 Uhr fährt ab Reutte in Tirol ein Schienenersatzverkehr, gegen 11.30 Uhr ab Garmisch-Partenkichen.

Ebenso gesperrt sind die Abschnitte zwischen Berchtesgaden und Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land) sowie ab Holzkirchen (Landkreis Miesbach) in Richtung Schliersee und Tegernsee.

Durch den Schneefall sind am Sonntag mehrere Bahnverbindungen eingeschränkt oder unterbrochen. (Symbolfoto)
Durch den Schneefall sind am Sonntag mehrere Bahnverbindungen eingeschränkt oder unterbrochen. (Symbolfoto) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Wann die einzelnen Strecken wieder freigegeben werden, konnte die Deutsche Bahn noch nicht sagen. Die Bahn hat am Sonntagnachmittag außerdem eine Warnung für Montag herausgegeben: "Der Deutsche Wetterdienst hat für die südlichen Teile Bayerns und angrenzende Regionen bis Montagmittag teils kräftige Schneefälle und im Alpenraum Unwetter durch kräftige Schneefälle angekündigt."

 "Wir empfehlen unseren Reisenden, sich vor der Fahrt auf jeden Fall online zu erkundigen", sagte ein Bahnsprecher. Auch kurzfristige Änderungen sowie Informationen über Ausweichmöglichkeiten mit Bussen seien dort abrufbar.

Wintereinbruch: Schnee, soweit das Auge reicht

Viel Neuschnee in den Alpen - Lawinengefahr bleibt hoch 

Die heftigen Schneefälle im Süden Bayerns gehen weiter. Bis Montag sollen am Rande der Alpen bis zu 40 Zentimeter Neuschnee dazu kommen, wie der Deutsche Wetterdienst am Sonntagmorgen mitteilte. Das könne zu großen Problemen auf der Straße und den Schienen führen. Die Lawinengefahr bleibt in den betroffenen Gebieten hoch. Am Münchner Flughafen sollten die Flüge am Vormittag trotz des winterlichen Wetters wie geplant starten.

Am Samstag noch waren die Räumdienste beschäftigt, die Start- und Landebahnen des Airports von den Schneemassen zu befreien. Neben 130 Annullierungen kam es auch zu Verspätungen. Rund 220 Flüge hoben erst mit einer Verzögerung von einer Stunde oder mehr ab.

Schneelast knickt Bäume auf Fahrbahn: A8 gesperrt

Frau (20) stirbt bei Lawinenunglück

Durch das Wetter kam es auch zu tödlichen Unglücken: Im Berchtesgadener Land starb eine Frau bei einem Lawinenunfall. Die 20-Jährige war am Samstag am Teisenberg mit einer Tourengehergruppe unterwegs, als sie verschüttet wurde, wie die Polizei mitteilte. Bei Bad Tölz in Oberbayern starb ein 19-Jähriger nach dem Zusammenstoß zweier Autos auf schneeglatter Straße. Vier weitere Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt - zwei davon schwer.

In Aschau im Chiemgau ist eine junge Frau (23) für hirntot erklärt worden, nachdem ein Auto die Fußgängerin angefahren hatte. Die 23-Jährige war auf der Straße gegangen, wohl weil der Gehweg durch den Schnee schwer zu begehen war. Der Autofahrer ist flüchtig.

Autofahrerin bleibt zwischen zwei Lawinen stecken

Die Lage in Österreich

Auch in Österreich sorgte der Wintereinbruch für Probleme. Straßen waren gesperrt, Autos standen im Stau, Lawinen gingen ab, wie der ORF berichtete. In Bischofshofen wurde die Qualifikation zum letzten Skispringen der Vierschanzentournee wegen heftigen Schneefalls abgesagt.

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