Wiesn nur für Einheimische bei Verantwortlichen kein Thema

München bewegt in der Corona-Krise neben den Sorgen um die Wirtschaft und die Gesundheit eine weitere Frage: Wird es dieses Jahr ein Oktoberfest geben? Und wie könnte das möglich sein?
| dpa
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Wiesnbesucher feiern im Hofbräuzelt auf dem Oktoberfest. (Archivbild)
Andreas Gebert/dpa Wiesnbesucher feiern im Hofbräuzelt auf dem Oktoberfest. (Archivbild)

München (dpa/lby) - Die Idee einer "Wiesn light" in der Corona-Krise - ein modifiziertes Oktoberfest nur für die Einheimische - stößt bei den Verantwortlichen der Stadt München nicht auf Resonanz. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ließ mitteilten, er sehe derzeit keine Grundlage für eine Entscheidung, und an Spekulationen werde er sich nicht beteiligen. Reiter hatte bereits angekündigt, dass eine Entscheidung über eine eventuelle Absage des Volksfestes voraussichtlich Ende Mai oder spätestens Anfang Juni fallen müsse - bevor konkrete Vorbereitungen anlaufen und der Aufbau beginnt.

Ähnlich äußerte sich der Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU). "Eine Entscheidung ist notwendig, wenn unumkehrbare Dispositionen anstehen und damit die Beschicker und die Stadt in finanzielle Verpflichtungen kommen." Das sei aber noch nicht der Fall. Die Frage könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht verantwortlich beantwortet werden. "Es hängen so viele wirtschaftliche Schicksale am Oktoberfest, dass man eine Absage auf gar keinen Fall leichtfertig machen darf. Und auf der anderen Seite hängt die Gesundheit und möglicherweise das Leben von Menschen daran, ob die Wiesn sicher ist. Auch darüber ist nicht leichtfertig zu entscheiden."

Vertreter von Schaustellern und Wirten hatten in der "Bild"-Zeitung eine "Münchner Wiesn" nur für regionale Gäste vorgeschlagen. Der Idee des Vorsitzenden des Münchner Schaustellervereins, Edmund Radlinger, hatten sich "Bild" zufolge die Wiesn-Wirte Michael Käfer von der Käfer Wiesn-Schänke und Günter Steinberg vom Hofbräuzelt angeschlossen.

Die Wiesn soll dieses Jahr von 19. September bis 4. Oktober dauern. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte sich in der "Bild"-Zeitung skeptisch geäußert, ob das Oktoberfest heuer stattfinden kann. "Da Reisen und Grenzöffnungen ja sehr unwahrscheinlich sein werden, ist das eine andere Situation. Die Wiesn ist das internationalste Fest, in dem die halbe Welt zu Besuch kommt. Und deswegen - wenn überhaupt, dann unter völlig anderen Voraussetzungen."

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