Söder und Altmaier: Die Wasserstoff-Werber

Bayern soll den Umbau der Wirtschaft zur Klimaneutralität maßgeblich vorantreiben. Die "Drei von der Tankstelle" stellen die Pläne vor.
| Ralf Müller
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Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern. © Sven Hoppe/dpa

München - Das passende Label hielt wie so oft Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) parat: Zusammen mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und dem bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) bilde er "die Drei von der Wasserstoff-Tankstelle", sagte Söder.

Aus Erneuerbaren Energien erzeugter "grüner Wasserstoff" soll Industrie und Mobilität zur Klimaneutralität verhelfen. Bayern will bei diesem Prozess ganz vorne dran sein – "wie meistens", sagte Altmaier.

Dazu wird im Rahmen der "nationalen Wasserstoffstrategie" mindestens eine Milliarde Euro für Projekte nach Bayern fließen, sagte Altmaier. Großunternehmen wie Siemens Energy, BMW, Bosch und Wacker investieren einen ähnlich hohen Betrag und Bayern gibt 300 Millionen Euro dazu, damit man schon in absehbarer Zeit fossile Energieträger ersetzen kann.

Bayern bekommt Milliardenförderung für Wasserstoff

Entwickelt wird dazu unter anderem an "Elektrolyseuren", welche Strom aus Windkraft, Photovoltaik oder Biomasse in flüssigen oder gasförmigen Wasserstoff zu marktfähigen Preisen umwandeln können. Die wiederum könnten in Lkw und Binnenschiffen, aber auch im Luftverkehr eingesetzt werden. Ohne Verbote für Kurzstreckenflüge könnte das den Luftverkehr "auf eine völlig neue Basis stellen", sagte Söder.

Pfeffenhausen im Landkreis Landshut ist darüber hinaus im Rennen um den Zuschlag für ein "nationales Wasserstoffzentrum". Die Entscheidung hat die Bundesregierung zwar noch nicht getroffen, aber Aiwanger zeigte sich überzeugt, dass der niederbayerische Standort "die besseren Karten" hat. "An dem Standort kommen die Entscheider nicht vorbei", meinte Aiwanger zur AZ.

Er ist schon seit Jahren in Sachen Wasserstoffwirtschaft unterwegs und hält den Einsatz von Wasserstoff trotz der Skepsis von Fachleuten auch in Autos für sinnvoll und wünschenswert.

Aiwanger: Bayern akzeptiert Nord-Süd-Stormleitungen

Eher beiläufig bestätigte Altmaier, dass man sich nach Jahren des Streits über die Nord-Süd-Stromleitungen mit Bayern einig geworden sei. Aiwanger, dessen Partei besonders starken Widerstand gegen einzelne Stromtrassen geleistet hatte, bestätigte: Die Vorschläge der Bundesnetzagentur würden akzeptiert. Er sehe nicht die Möglichkeit, Entscheidungen auf Bundesebene zu kippen.

Nach dem Ende des fossilen Zeitalters werde aber in Bayern kein "Heulen und Zähneknirschen" ausbrechen. Vielmehr werde der Freistaat ökonomisch noch stärker da stehen, weil Wasserstofftechnik exportiert werden könne. "Die Lösung der Klimafrage kommt über den Wasserstoff", zeigte sich Aiwanger überzeugt. 

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