Video zeigt schockierende Szenen nach der Kollision

Bad Aibling am Dienstagmorgen, kurz vor 7 Uhr: Vor Schmerz wimmernde Menschen, schockierte Gesichter und immer wieder die Frage: "Was ist hier passiert?" Das Youtube-Video eines Passagiers zeigt die Minuten nach dem Zug-Unglück.
| az/dpa
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Das Zugunglück in Bad Aibling hat elf Menschen das Leben gekostet.
dpa Das Zugunglück in Bad Aibling hat elf Menschen das Leben gekostet.

Bad Aibling am Dienstagmorgen, kurz vor 7 Uhr: Vor Schmerz wimmernde Menschen, schockierte Gesichter und immer wieder die Frage: "Was ist hier passiert?" Das Youtube-Video eines Passagiers zeigt die dramatischen Minuten nach dem Zug-Unglück.

Bad Aibling - Es sind schockierende Szenen, die ein Mann kurz nach der Kollision der zwei Meridian-Züge am Dienstag bei Bad Aibling mit seinem Handy aufgenommen hat: Menschen liegen verletzt auf dem Boden des Zuges, man hört schmerzerfülltes Wimmern und blickt in schockierte Gesichter.

Die wackeligen Aufnahmen dokumentieren die ersten Minuten nach dem Crash, der zehn Menschen das Leben gekostet hat und 80 Menschen zum Teil schwer verletzte. Die Reisenden versuchen zu verstehen, was gerade passiert ist. „Ich glaube das war der Gegenzug“, sagt eine Person im Video. Darauf antwortet ein anderer Passagier: „Im Ernst? Normalerweise wartet der doch immer so lange.“ „Der Zug wartet doch normalerweise in Kolbermoor“, wundert sich der Mann, der die grauenhafte Szene filmt. „Vielleicht hat die Ampel umgeschaltet.“

Derzeit konzentrieren sich die Ermittler auf die Suche nach der genauen Unglücksursache. Erste Ermittlungen hatten ergeben, dass die Tragödie durch menschliches Versagen ausgelöst worden war. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstagabend aus zuverlässiger Quelle. Es war das schwerste Zugunglück in Bayern seit mehr als 40 Jahren.

Wer genau für das Unglück verantwortlich zu machen ist, war zunächst nicht bekannt. Mehr Details wurden der Deutschen Presse-Agentur nicht genannt. Zuvor hatte das RedaktionsNetzwerk Deutschland berichtet, dass menschliches Versagen das Unglück ausgelöst haben könnte.

 

Suche nach vermisster Person geht weiter

 

Mit schwerem Gerät soll am Mittwoch damit begonnen werden, die Zugwracks zu entfernen. Auch die Suche nach einer an der Unfallstelle noch immer vermissten Person soll fortgesetzt werden, hatte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Dienstagabend mitgeteilt. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) wollte am Mittwoch die Unglücksstelle besuchen und mit den Rettungskräften sprechen. Wegen des Unglücks hatten sich die Parteien entschieden, auf den Politischen Aschermittwoch in Bayern zu verzichten.

Am Dienstagmorgen waren zwei Merdian-Nahverkehrszüge auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim frontal ineinander gekracht. "Der eine Zug hat sich förmlich in den anderen hineingebohrt und die Kabine des zweiten Zuges komplett auseinandergerissen", berichtete ein sichtlich betroffener Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). 18 Menschen wurden schwer, 63 Reisende leicht verletzt.

 

Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim bleibt gesperrt

 

Die Rettungs- und Bergungsarbeiten gestalteten sich extrem schwierig, weil die Unglücksstelle in einem Waldstück an einer Hangkante neben dem Flüsschen Mangfall liegt. Rund 700 Rettungskräfte kümmerten sich um die Verletzten. Zum Teil zogen die überwiegend ehrenamtlichen Helfer die Opfer auch in Bergungssäcken mit Winden an den Hubschraubern hoch und flogen sie an das andere Ufer der Mangfall.

Die 37 Kilometer lange Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim wurde nach dem Unglück komplett gesperrt. Wann die Strecke wieder geöffnet werden kann, war zunächst unklar. Die Bergung der Trümmer wird wohl mehrere Tage dauern, da die Stelle bei Bad Aibling schwer zugänglich ist.

Der AZ-Newsblog zum Zug-Unglück in Bad Aibling zum Nachlesen

 


In den Artikel war ursprünglich ein Video eingebunden. Dies hat der Deutsche Presserat gerügt.

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