So kritisiert Aiwanger Söders Pläne für die Mini-Atommeiler
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) steht der Forderung von Ministerpräsident Markus Söder zur Energiegewinnung mit Mini-Atomkraftwerk überaus skeptisch gegenüber. Er "sehe hier in den nächsten zehn Jahren keinen realistischen Ansatz, damit unsere Energieprobleme zu lösen", sagte Aiwanger dem Nachrichtensender Welt TV. Söder hatte sich zuletzt am Wochenende zum wiederholten Male für den Bau von Mini-Atommeilern ausgesprochen - auch in Bayern. Er begründet dies mit dem enorm wachsenden Energiebedarf in Deutschland.
"Dass die internationale Staatengemeinschaft an diesen Mini-AKWs herumforscht - okay. Vielleicht kriegen wir auch von auswärts dann die AKWs geliefert. Aber wir sehen derzeit, dass wir weder in Bayern noch in Deutschland die Expertise haben für solche Mini-AKWs und die auch in absehbarer Zeit nicht bauen können", betonte Aiwanger.
Aiwanger: Habe nichts gegen nukleare Technologien
Er habe nicht grundsätzlich etwas gegen nukleare Technologien zur Stromgewinnung, betonte der Freie-Wähler-Chef, aber kurzfristig führe eben kein Weg an Gaskraftwerken vorbei: "Zunächst einmal müssen wir die Hausaufgaben machen, um zeitnah die Energieversorgungssicherheit wirklich zu gewährleisten. Und da müssen wir natürlich auf die Gaskraftwerke setzen. Also bevor wir neue Debatten eröffnen, will ich erst einmal die alten Hausaufgaben erledigt sehen"
Aiwanger sieht dabei die Bundesregierung in der Pflicht, jetzt alles zu tun, "um endlich die Gaskraftwerke zu bauen, auch in Bayern, die wir dringend in den nächsten Jahren brauchen." Zugleich warnte Aiwanger vor einer wachsenden Verunsicherung in der Bevölkerung durch eine immer weiter ausufernde Debatte zur Energieversorgung. "Natürlich kann man parallel über die Kernfusion nachdenken, was wir in Bayern tun, kann man über Mini-AKWs nachdenken. Aber ich glaube, die Öffentlichkeit würde verunsichert, wenn sie meinen, damit würde man in drei, fünf oder zehn Jahren die Energieprobleme Bayerns lösen."
Kritik an Reiche: Sie verkompliziert die Energiepolitik
In dem Kontext kritisierte Aiwanger die Arbeit von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU): "Es verkompliziert einfach die Energiedebatte, wenn wir eben alle 14 Tage neue Themen aufgreifen und die alten noch nicht erledigt haben. Wir wissen derzeit überhaupt nicht, wie es mit den erneuerbaren Energien weitergeht. Große Verunsicherung, wie die Windräder in Bayern überhaupt errichtet werden können, wenn Frau Reiche hier wirklich die Dinge hier weiter verkompliziert."
