"Selbstverständlich eine Absage": CSU gegen SPD-Plan zu höherer Erbschaftssteuer

Die SPD will reiche Erben künftig mit einer höheren Steuer am Gemeinwohl beteiligen. Der Vorschlag kommt beim Koalitionspartner nicht gut an. Reformbedarf sieht man aber auch in der CSU.
AZ/dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
1  Kommentar
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Eine Erbschaftssteuerreform, wie sie die SPD will, lehnt die CSU kategorisch ab. Änderungsbedarf an der bestehenden Steuerregelung sieht sie aber auch.
Eine Erbschaftssteuerreform, wie sie die SPD will, lehnt die CSU kategorisch ab. Änderungsbedarf an der bestehenden Steuerregelung sieht sie aber auch. © Peter Kneffel/dpa

Die CSU lehnt die Reformpläne der SPD zur Erbschaftsteuer kategorisch ab. Es handele sich dabei um eine leistungsfeindliche Steuerreform, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann bei der Klausur der CSU-Bundestagsabgeordneten im oberbayerischen Kloster Seeon. "Und wenn ich eben Wachstum und Wirtschaft stützen und fördern will, dann muss ich alles tun, was leistungsfreundlich ist und alles vermeiden, was leistungsfeindlich ist." Da die Pläne der SPD in Richtung einer Erhöhung der Erbschaftssteuer gingen, gebe es "selbstverständlich eine Absage" von der CSU.

SPD will reiche Erben mehr am Gemeinwohl beteiligen

Die SPD hatte zuvor einen Reformentwurf zur Erbschaftsteuer nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts angekündigt. Dabei sollen "sehr hohe Erbschaften stärker als bislang besteuert werden", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Matthias Miersch, der "Rheinischen Post". "Reiche Erben müssen sich mehr am Gemeinwohl beteiligen, das ist eine Frage der Gerechtigkeit. Bislang gibt es viel zu viele Schlupflöcher." Das Verfassungsgericht werde voraussichtlich im ersten Quartal ein Urteil fällen. Im Koalitionsvertrag von SPD und Union ist keine Erbschaftsteuerreform vereinbart. 

Auch aus der Wirtschaft kommt Kritik zum SPD-Plan

Auch in der Wirtschaft wurde der Vorschlag der SPD kritisch bewertet: "Solche Ideen, gerade den Mittelstand stärker zu besteuern, sind natürlich toxisch für Arbeitsplätze, Wachstum und Wohlstand in vielen Regionen Deutschlands", sagte die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie, Hildegard Müller, in Seeon. In den mittelständischen Unternehmen werde das Geld investiert und in die nächsten Generationen vererbt, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. "Deshalb sind die Vorschläge, die dort kommen, nicht überzeugend."

CSU fordert schon lange Senkung und Regionalisierung der Steuer

Die CSU verfolgt ihrerseits schon lange einen eigenen Reformplan für die Erbschaftsteuer. Im Kern fordert sie eine deutliche Senkung und Regionalisierung der Abgabenregelung. "Der Staat darf sich nicht unverhältnismäßig an der Lebensleistung von Eltern bereichern, die jahrzehntelang Wohlstand erarbeitet haben, um ihre Kinder und Enkel abzusichern. Wir wollen deshalb die Freibeträge bei der Erbschaftsteuer deutlich erhöhen und die Erbschaftsteuer regionalisieren", heißt es dazu auch im Positionspapier der CSU, welches auf der Klausur beschlossen werden soll.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
  • JENZZ vor 20 Stunden / Bewertung:

    Die Erben, die die CSU schützen will, dürften weitgehend ohne Probleme in der Lage sein, einen kleinen Teil davon an die Allgemeinheit abzugeben. Der Staat könnte bei Erbschaften in Millionenhöhe (bspw. bei vermieteten Immobilien) für langgezogene Gebührenbescheide sorgen, damit die Erben nichts verkaufen müssen. Die Mieteinnahmen geben das dann ohnehin her.
    Die wirklich großen Erbschaften werden ohnehin mit der einen oder anderen fiskalen Maßnahme an der Erbschaftssteuer weitgehend vorbeigestaltet.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.