Seehofer baut Schwaben-CSU auf – 97 Prozent für Ferber

Nach jahrelangen Reibereien haben die Schwaben-CSU und ihr Parteichef  i vorerst Frieden geschlossen. Beim Bezirksparteitag  lobte Seehofer den Bezirksvorsitzenden Markus Ferber.
| dpa
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CSU-Chef Seehofer blickt seit Jahren mit umwölkter Stirn auf den schwäbischen Bezirksverband. Auch die Verwandtenaffäre war insbesondere ein Schwabenproblem. Doch im Wahljahr baut Seehofer die Schwaben auf – und schließt Frieden mit Bezirkschef Ferber.

Mindelheim – Nach jahrelangen Reibereien haben die Schwaben-CSU und Parteichef Horst Seehofer im Superwahljahr 2013 vorerst Frieden geschlossen. Beim Bezirksparteitag in Mindelheim lobte Seehofer am Samstag ausführlich den Bezirksvorsitzenden Markus Ferber, mit dem er in den vergangenen Jahren mehrfach aneinandergeraten war: Ferbers Arbeit im Europaparlament sei „ungeheuer wichtig“.

Der 48 Jahre alte Chef der CSU-Abgeordneten in Brüssel und Straßburg wurde von den knapp 150 Delegierten mit 97,3 Prozent als Bezirkschef wiedergewählt. Seehofer bemühte sich außerdem, den Ärger über sein hartes Vorgehen gegen prominente schwäbische Parteifreunde in der Verwandtenaffäre auszuräumen und sein Verhalten zu rechtfertigen. Der frühere Fraktionschef Georg Schmid und der frühere Haushaltsexperte Georg Winter hatten ihre Posten räumen müssen.

„In der Beschäftigungsaffäre haben wir richtig gehandelt, das hat nicht überall Freude und Freunde ausgelöst“, sagte Seehofer. In seiner einstündigen Rede in Mindelheim nutzte er die Gelegenheit, um Schmid und Winter zu danken. Der Parteichef sprang auch anderen Schwäbinnen und Schwaben bei, so der im Fall Gustl Mollath unter Beschuss geratenen Justizministerin Beate Merk: „Sie hat mein uneingeschränktes Vertrauen“.

Seehofer spendete auch dem Mindelheimer Lokalmatador und Finanzstaatssekretär Franz Pschierer Zuspruch, den er vergangene Woche im Kabinett noch kritisiert hatte. Ebenfalls gelobt wurde Staatskanzleichef Thomas Kreuzer.

Der in der CSU-Landtagsfraktion angesehene Kreuzer zeichnet sich ohnehin dadurch aus, dass Seehofer ihn noch nie öffentlich kritisiert hat. Ferber dankte seinerseits dem Parteichef und schenkte „unserem Steuermann“ ein Steuerrad, weil Seehofer die CSU in den vergangenen Jahren durch aufgewühlte See wieder in ruhigere Gewässer gelenkt habe. Die Schwaben-CSU wolle eine „überproportionalen Erfolg“ zum Erfolg bei Landtags- und Bundestagswahl leisten. Ansonsten stimmte Seehofer die schwäbischen Delegierten mit einer erfreulichen Botschaft auf die bevorstehende heiße Phase des Wahlkampfs ein: „Wir haben im Moment drei Umfragen, die allesamt die CSU in Bayern mit einer absoluten Mehrheit sehen.“

Offizielles CSU-Wahlziel ist zwar die Fortsetzung der Koalition mit der FDP. Seehofer machte aber deutlich, dass die CSU durchaus mit der absoluten Mehrheit liebäugelt: „Inhaltlich braucht man in einem Parlament – oder braucht vielleicht auch nicht – Koalitionen. (...) Die allerwichtigste Koalition ist die mit der Bevölkerung.“ Für den Wahlkampf forderte Seehofer Disziplin. „Wir haben eine riesige Chance, dass der Monat September 2013 ein goldener Monat für die CSU wird.“ Seehofer schien aber selbst nicht damit zu rechnen, dass der Frieden mit der Schwaben-CSU ewig anhält: „Nach dem 15. September ist wieder genug Raum, sich mit mir zu beschäftigen“, scherzte er über künftige Zwistigkeiten.

 

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