Schock nach Wahl-Umfrage: Kann Gsell das noch aufholen?

"50 Prozent plus x", davon ist die CSU in Nürnberg weit entfernt. Vielmehr liegt laut einer neuen Umfrage die SPD bei den Wahlen im März klar vorn. Die CSU spricht von Meinungsmache.
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Die Kontrahenten Ulrich Maly und Klemens Gsell (v.l.) beim TV-Duell: Bei der Umfrage nach der Sendung setzte sich CSU-Mann Gsell als Gewinner durch. Die war jedoch – anders als die WiSo-Studie – nicht repräsentativ. Bei dieser liegt SPD-Amtsinhaber Maly weit vorne.
Bayernpress Die Kontrahenten Ulrich Maly und Klemens Gsell (v.l.) beim TV-Duell: Bei der Umfrage nach der Sendung setzte sich CSU-Mann Gsell als Gewinner durch. Die war jedoch – anders als die WiSo-Studie – nicht repräsentativ. Bei dieser liegt SPD-Amtsinhaber Maly weit vorne.

NÜRNBERG - "50 Prozent plus x", davon ist die CSU in Nürnberg weit entfernt. Vielmehr liegt laut einer neuen Umfrage die SPD bei den Wahlen im März klar vorn. Die CSU spricht von Meinungsmache.

Das tut weh. Nur 17,4 Prozent der Nürnberger würden CSU-Herausforderer Klemens Gsell zum Oberbürgermeister wählen. Amtsinhaber Ulrich Maly (SPD) kann mit 78,7 Prozent der Stimmen glänzen. Nach der neu veröffentlichen Umfrage der WiSo-Fakultät der Uni hat Maly seinen Vorsprung sogar noch ausgebaut. Im Herbst waren er auf 75,7 und Gsell auf 18,1 Prozent gekommen. Kann der CSU-Macher diesen Rückstand noch aufholen?

Gefragt, wer die Wahl gewinnen wird, setzten sogar 92,8 Prozent der Befragten auf Maly und nur 6,4 Prozent auf Gsell. Interessant auch, dass Maly stark im CSU-Lager punkten kann. 20 Prozent der CSU-Wähler gaben an, für den SPD-Mann zu stimmen. „Maly steht über den Parteien“, analysierte WiSo-Forscher Reinhard Wittenberg.

Keine Wahlprognose

Allerdings legt er Wert darauf, dass die Umfrage keine Wahlprognose sei. „Sie gibt lediglich das politische Stimmungsbild in Nürnberg wieder.“ Und zwar während des Befragungszeitraums vom 5. bis 19. Januar, als Wittenbergs Studenten 1233 Bürger interviewten, die einem repräsentativen Querschnitt derWahlberechtigten entsprechen. Gsell warf dem Forscher vor, mit seiner Umfrage Stimmung zu machen. „Da ist schon eine gewisse Masche dahinter.

Die Daten wurden erhoben, als der Wahlkampf noch gar nicht richtig begonnen hatte. Und erst jetzt – drei Wochen vor der Wahl – veröffentlicht!“ CSU-Fraktions- Chef Michael Frieser verwies darauf, dass sich die Wähler erst kurzfristig entscheiden würden. „Die Zahlen spiegeln nicht die derzeitige Stimmung wider.“ Auch SPD-Amtsinhaber Ulrich Maly warnt, sich auf die Zahlen zu verlassen und sich nun entspannt zurückzulehnen. „Der Trend gefällt uns zwar“, sagt er. „Aber Stimmungen sind noch keine Stimmen – gerade bei einer geringen Wahlbeteiligung kann sich das ganz schnell ändern.“

Deshalb wird die SPD weiter kämpfen. „Wir hoffen, dass sich die guten Resultate für den OB auch bei den Ergebnissen für die Partei niederschlagen“, so SPD-Fraktions-Chef Gebhard Schönfelder. Laut Umfrage sieht es so aus: Die SPD käme auf 47,4 Prozent, die CSU auf 34,7, die Grünen auf 8,1, die FDP auf 3,1, die Linke auf 4,1 und die Sonstigen auf 2,5. Diese Ergebnisse, so Wittenberg, können um 2,3 bis 3,8 Prozentpunkte nach oben oder unten abweichen.

75 Prozent sehen SPD als Wahlsieger

Auch bei der Benotung, welche Rathaus- Partei in den letzten sechs Jahren am besten gearbeitet hatte, schnitt die SPD mit 2,8 am Besten ab, vor der CSU (3,2) und den Grünen (3,6). Dass die SPD Gewinner der Wahl sein wird, erwarten 75 Prozent der Befragten. Der CSU trauen nur 23,5 Prozent einen Sieg zu.

Um das zu ändern, warnt die CSU jetzt vor einem rotgrün- dunkelroten Bündnis im Rathaus, das es zu verhindern gelte. „Da hätten sie sich was Pfiffigeres einfallen lassen sollen“, sagt Maly. Für ihn kommt eine Zusammenarbeit mit der Linken nicht in Frage. Er baut weiter auf ein großes Bündnis im Rathaus. „Das entspricht demWunsch vieler Nürnberger.“

M. Reiner

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