Museum der Bayerischen Geschichte: Eine Liebeserklärung

Das Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg ist eröffnet. Mit Selbstironie und Augenzwinkern nimmt es die Besucher mit auf eine weiß-blaue Zeitreise durch die Geschichte des Freistaates.
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Markus Söder (CSU) steht vor dem Oktoberfest-„Löwenbräu-Löwen“ im Museum der Bayerischen Geschichte. Foto: Armin Weigel
dpa Markus Söder (CSU) steht vor dem Oktoberfest-„Löwenbräu-Löwen“ im Museum der Bayerischen Geschichte. Foto: Armin Weigel

Regensburg (dpa/lby) - Mit einer humorigen Lobrede auf den Freistaat hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in Regensburg das Museum der Bayerischen Geschichte eröffnet. Er bezeichnete es am Dienstag als Liebeserklärung an den Freistaat. Es sei ein "Museum von Bayern für Bayern", sagte er bei einem Festakt vor rund 1700 Gästen. Das Museum sei lohnend für jeden, faszinierend für Schulklassen und eine Attraktion für Regensburg. Es erfasse die bayerische Seele. "Wenn man Bayern verstehen will, muss man nach Regensburg kommen." Nach vierjähriger Bauzeit beginnt am Mittwoch der Betrieb in dem 95 Millionen Euro teuren Museum.

Söder beschrieb Bayern als Sehnsuchtsort: als Land der Hoffnung und der Möglichkeiten, mit ungebremstem Zuzug. Alle kämen gerne nach Bayern - zum Arbeiten und zum Feiern. Besucher, die sich während des Oktoberfestes in Trachtenkopien zwängten, wollten nur eines: "Für ein paar Stunden das Gefühl, Bayerin oder Bayer zu sein."

Bayerische Geschichte sei faszinierend, sagte der Ministerpräsident und verwies auf Zeiten, in denen Riva und der Gardasee zu Bayern gehörten. "Gut, der Gardasee ging verloren. Franken kam dazu. Aber wer möchte nicht gerne Riva mit Fürth tauschen", scherzte der Franke Söder. Das Museum spiegele bayerisches Lebensgefühl, erinnere an dunkle Stunden während der Zeit des Nationalsozialismus, zeige industriellen und technischen Fortschritt und die "sagen wir mal - offensive - Kulturpolitik von Ludwig II.", sagte Söder.

Auf etwa 2500 Quadratmetern Fläche nimmt die Dauerausstellung die Besucher mit auf eine Reise durch die jüngsten 200 Jahre Geschichte: angefangen mit den Jahren Bayerns unter Napoleon über die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus bis in die Zeit der Wende und in die Gegenwart. Zahlreiche Original-Gegenstände erinnern an historische Ereignisse und Figuren. Der Prunkschlitten Ludwigs II. ist ebenso zu sehen wie das Maschinengewehr 08/15 aus dem Ersten Weltkrieg, das Hemd eines Überlebenden des Konzentrationslagers in Dachau, ein Goggomobil und der Heißluftballon von DDR-Flüchtlingen.

Ein 20-minütiger Videofilm, in dem Moderator Christoph Süß vom Bayerischen Rundfunk in die Rollen historischer Figuren schlüpft, zeichnet die Jahrhunderte vor 1800 nach. Insgesamt können Besucher also 2000 Jahre Geschichte erleben.

Kunstminister Bernd Sibler (CSU) unterstrich, das Museum sei lehrreich, aber nicht belehrend, und Regensburgs Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) bezeichnete es als Bereicherung für die Museumslandschaft in der Stadt. Direktor Richard Loibl nannte das Museum eines der modernsten in Europa. Es spiele mit Klischees, werde zu Diskussionen anregen und wirke gar dem Wirtshaus- und Dialektsterben entgegen: Statt Café und Shop gebe es ein Wirtshaus und einen Laden.

Die Museumsmacher rechnen mit einem großen Besucheransturm. Bis zum 30. Juni ist der Eintritt frei. Ab dem 1. Juli zahlen Erwachsene fünf Euro und Senioren vier Euro. Kinder, Jugendliche, Schüler und Studenten bis zum 30. Lebensjahr haben freien Eintritt.

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