Landshut: Betonplatte auf Gleise gelegt - Lokführer reagiert geistesgegenwärtig

Wegen einer Betonplatte auf den Bahngleisen muss ein Lokführer am Sonntag eine Vollbremsung hinlegen - der Zug mit seinen rund 100 Fahrgästen wurde daraufhin evakuiert.
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Die Betonplatte ist auf den Gleisen in Landshut nahe der Dieselstraße abgelegt worden.
Die Betonplatte ist auf den Gleisen in Landshut nahe der Dieselstraße abgelegt worden. © Bundespolizeiinspektion Passau

Landshut - Glimpflich ist am Sonntagabend ein Zwischenfall auf den Landshuter Gleisen ausgegangen. Im Bereich der Dieselstraße hatten laut Polizei ein oder mehrere Täter eine Betonplatte auf die Schienen gelegt. Der Lokführer konnte gerade noch bremsen. So entstand nur ein technischer Schaden am Zug, von den rund 100 Fahrgästen wurde aber niemand verletzt. Der Vorfall muss in der Zeit zwischen 18.43 und 19.14 Uhr passiert sein.

Fahrer des Regionalexpress legt Vollbremsung hin

Als der Fahrer des Regionalexpress 4084 Richtung Bayerisch Eisenstein die Betonplatte auf den Schienen sah, legte er noch eine Vollbremsung ein - im Bahnjargon spricht man von einer Schnellbremsung. Der Zug fuhr zu diesem Zeitpunkt circa 70 Stundenkilometer und konnte seine Fahrt nach etwa 400 Metern stoppen.

Dass der Führer des Triebfahrzeugs und somit des gesamten Zuges die Betonplatte liegen sah, ist nicht selbstverständlich. "In dem Bereich ist durch die angrenzende Siedlung Straßenbeleuchtung vorhanden, die Schienen sind beleuchtet", erklärt Timo Schüller, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Passau. "Das hätte auch anders ausgehen können."

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Polizei ermittelt, wie das Betonteil auf Schienen kam

Allerdings beobachten die Lokführer die Schienen permanent. "Das muss man sich vorstellen wie im Straßenverkehr. Dort hat der Fahrer auch ständig die Straße im Blick. So ist das auch auf der Schiene", so ein Sprecher der Deutschen Bahn. Wie das Betonteil auf die Schienen gekommen sein könnte, ermittelt nun die Polizei. Bei dem Stück handelt es sich um die Abdeckplatte eines Kabelschachtes, wie ein Sprecher bestätigt. In der Nähe des Tatorts war diese entfernt worden. Die Abmessungen der Platte liegen bei 40 mal 40 mal sechs Zentimetern. Die Platte dürfte im Ganzen nach groben Schätzungen circa 20 Kilo gewogen haben.

"Im schlimmsten Fall kann bei sowas ein Zug entgleisen und ein Personenschaden entstehen", so ein Sprecher der Bahn. Das ist in Landshut aber nicht passiert. Wie Polizeisprecher Timo Schüller erklärt, kommt es immer wieder vor, dass Gegenstände auf die Schienen gelegt werden: "Oftmals sind es Kinder oder Jugendliche, die die Warnschilder ignorieren und sehen wollen, was passiert, wenn ein Zug über einen Gegenstand rollt."

Rund 7.000 Euro Schaden am Zug

Das sei zum einen eine Gefahr für den Verkehr, zum anderen aber auch für die Menschen in der direkten Nähe. "Wenn ein Zug über eine Betonplatte rollt, zersplittert sie und die herumfliegenden Teile können sehr gefährlich werden", so Schüller. In diesem Fall erlitt nur der Zug einige Blessuren. Momentan schätzt die Polizei den Schaden am Zug auf rund 7.000 Euro. "Der endgültige Schaden lässt sich aber erst in der Werkstatt beziffern", so der Bahnsprecher. Der Zug wurde abgeschleppt. Weil der Triebwagen auf offener Strecke stehenblieb, mussten die rund 100 Fahrgäste durch die Feuerwehr evakuiert werden. Die Bahnstrecke war von 19.15 bis 21.25 Uhr gesperrt.

Vor Ort nahmen die Beamten die Ermittlungen auf, die Betonplatte wird derzeit auf mögliche Spuren untersucht. Am Tatort konnten die Ermittlungsbeamten auch Schuhabdrücke feststellen. Die Bundespolizei Passau hat Ermittlungen wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und Sachbeschädigung eingeleitet und bittet um Zeugenhinweise. Zeugen werden gebeten, sich bei der Bundespolizei unter der Rufnummer 0851/756 350 0 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

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