Illegales Oktoberfest: Interviews und Hofführung während Quarantäne

Dem Wirt des illegalen Oktoberfests in Bodenkirchen droht der nächste Ärger.
| Ingmar Schweder
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Am 4. Oktober hat in Bodenkirchen ein 30-Jähriger ein Oktoberfest veranstaltet. Mit weitreichenden Folgen.
Am 4. Oktober hat in Bodenkirchen ein 30-Jähriger ein Oktoberfest veranstaltet. Mit weitreichenden Folgen. © rüd/Montage AZ

Landshut - Für den Bodenkirchener Oktoberfestwirt, der Anfang Oktober zu einer nicht genehmigten Party mit rund 130 Gästen in einer Maschinenhalle eingeladen hatte, könnte es noch dicker kommen. Denn mittlerweile ist klar: Der Veranstalter war nach dem Bekanntwerden der Feier in Quarantäne und hat aber mindestens zwei Fernsehteams Interviews gegeben und sie über das Hofgelände geführt.

Illegales Oktoberfest: Gab es Corona-Infektionen?

Daher hat nun das Landratsamt Landshut ein weiteres Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den 30-Jährigen eingeleitet. Der Vorwurf: Verstoß gegen Quarantäneauflagen. "Die Sanktionen werden verhängt, sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind", so das Landratsamt.

Bereits zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Landshut eine Anfrage an das Gesundheitsamt wegen der Oktoberfest-Party gestellt: In der laut Thomas Steinkraus-Koch eingeleiteten Vorprüfung soll geklärt werden, ob sich nachweislich Gäste auf dem Oktoberfest mit dem Coronavirus infiziert haben.

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Sollte sich der Fall bestätigen, würde sich gleichwohl der Vorwurf einer vom Party-Wirt begangenen Straftat erhärten. Wie das Landratsamt am Donnerstag auf Anfrage mitteilte, habe das Gesundheitsamt die Anfrage der Staatsanwaltschaft bereits abgearbeitet.

Weitere Fragen unserer Zeitung blieben indes auch auf Nachfrage unbeantwortet. "Das Landratsamt versucht sämtliche Verfahren möglichst zeitnah abzuarbeiten", hieß es.

Oktoberfest-Party dauerte bis 4 Uhr morgens

So bleibt weiter unklar, wie viele der 14 Partygäste aus dem Landkreis Landshut sich auf dem Oktoberfest mit Corona infiziert hatten. Zudem machte das Landratsamt keine Aussage darüber, ob die Staatsanwaltschaft bereits über das Ergebnis der Untersuchung in Kenntnis gesetzt wurde. Wie Thomas Steinkraus-Koch sagt, habe die Staatsanwaltschaft noch keine Informationen vom Gesundheitsamt erhalten. "Wir warten weiterhin auf eine qualifizierte Antwort."

Insgesamt 20 Corona-Infektionen sind nach dem Bekanntwerden des Oktoberfests unter den Partygästen festgestellt worden. Wie berichtet soll für die Geburtstagsparty, die bis 4 Uhr morgens andauerte, 700 Liter Bier geliefert worden sein. Ein Bodenkirchener sagte unserer Zeitung, dass in der Siedlung am 4. Oktober gegen 2.30 Uhr noch der Bass der Live-Band zu hören gewesen sei.

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