Die Musik war ihm zu laut: Anwohner kommt mit Axt ins Zollhaus

Das Livekonzert im Innenhof wird abgebrochen. Die Polizei nimmt den Mann (49) in seiner Wohnung fest.
| Kerstin Petri
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Die Polizei ist am Freitagabend mit einem Großaufgebot am Ort des Geschehens. Der Tatverdächtige wird schließlich in seiner Wohnung festgenommen.
Die Polizei ist am Freitagabend mit einem Großaufgebot am Ort des Geschehens. Der Tatverdächtige wird schließlich in seiner Wohnung festgenommen. © Michael Eder

Landshut - Der Biergartenabend am Freitag beim Zollhaus fing unbeschwert und fröhlich an. Bei bestem Wetter kamen im Zelt im Innenhof der Gaststätte vor allem jüngere Besucher zusammen, um gemeinsam zu feiern. Doch ein Anwohner sorgte für ein vorzeitiges und jähes Ende.

Die Band "Tetrapack" sollte bis 21.45 Uhr spielen, doch der Abend endete früher: Gegen 21.30 Uhr brach die Polizei das Konzert ab und räumte das Gelände. Zunächst herrschte Verwirrung unter den Konzertbesuchern. Dann wurde klar, dass Ruhestörung oder ein Verstoß gegen die Coronabestimmungen nicht der Grund sein konnten, weshalb die Polizei mit Großaufgebot anrückte.

"Tetrapack" musste das Konzert vorzeitig beenden.
"Tetrapack" musste das Konzert vorzeitig beenden. © Benni Diemer

Polizei: Täter wollte keine Personen verletzen

Offenbar hatte sich ein 49-jähriger Anwohner an der lauten Musik gestört. Mit einer Axt bewaffnet kam er durch den Hintereingang in das Zollhaus und forderte die Angestellten auf, die Musik zu beenden, sonst schlage er das Starkstromkabel mit der Axt durch. Jemanden zu verletzen sei laut eines Polizeisprechers nicht die Intention des Mannes gewesen.

Doch Bedienungen und Gäste fühlten sich bedroht und verständigten die Polizei. Der 49-Jährige kehrte zu seiner Wohnung zurück, Sicherheitsleute verfolgten ihn. So machten ihn die Polizisten schnell ausfindig. In seiner Wohnung ließ sich der Mann laut Polizei widerstandslos festnehmen. Die Nacht verbrachte er in Sicherheitsgewahrsam. Am nächsten Morgen wurde er entlassen. Gegen ihn wird nun wegen des Anfangsverdachts der Bedrohung und Nötigung ermittelt.

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Zollhaus-Besitzer: "Eine Katastrophe"

Am Tag danach ist Patrick Schmidt, Besitzer des Zollhauses, immer noch schockiert über den Vorfall: "Das ist natürlich eine Katastrophe. Unglaublich, was es für Menschen gibt, die mit der Axt ein Wirtshaus betreten", sagt Schmidt. "Ich bin froh, dass meinen Mitarbeitern und unseren Gästen nichts passiert ist. Das ist das Wichtigste." Er finde es schade, dass die Veranstaltung so enden musste, "weil es ein schöner Abend war". Der Biergartenabend mit Livemusik war als eine einmalige Sache gedacht.

Das Biergartenfest, das kommenden Freitag im Zollhaus beginnt, wird wie geplant stattfinden. Auch dort wird es Livemusik geben, jedoch ohne Verstärker. Der Zollhaus-Wirt hofft nun, dass sich ein derartiger Vorfall nicht wiederholt.

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