Herrmann: Fanproteste kommen von falscher Panikmache

Mit Plakaten und Stimmungsboykotten protestieren wieder viele Fußballfans gegen strengere Auflagen für die Fußballstadien. Nun meldet sich ein Innenminister zu Wort. Es geht um Gespenster.
dpa |
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Mit Plakaten und Schweige-Minuten protestierten in vielen Stadien Fußball-Fans gegen strengere Sicherheitsauflagen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach von einer "Gespensterdiskussion".
Mit Plakaten und Schweige-Minuten protestierten in vielen Stadien Fußball-Fans gegen strengere Sicherheitsauflagen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach von einer "Gespensterdiskussion". © Jan Woitas/dpa
München

Die Fan-Proteste zur Stadionsicherheit kommen nach Ansicht von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann von einer vollkommen unangebrachten Panikmache. "Die aktuelle Debatte über vermeintliche Beschluss-Pläne der Innenministerkonferenz zur Stadionsicherheit ist eine Gespensterdiskussion. Es werden angeblich geplante Maßnahmen kritisiert und Ängste geschürt, die auf der bevorstehenden Innenministerkonferenz in Bremen gar nicht zur Debatte stehen", sagte Herrmann.

Herrmann: Kritikpunkte stehen nicht auf Tagesordnung

"Insbesondere Themen wie Gesichtserkennung im Stadion und personalisiertes Ticketing stehen nicht auf der Tagesordnung – entsprechende Beschlüsse sind weder geplant noch vorgesehen", betonte der CSU-Politiker. Stehplätze in Fußballstadien seien ein fester Bestandteil der Fankultur, und über Kollektivstrafen für Fans werde bei ihrer Konferenz in Bremen in der kommenden Woche ebenfalls nicht gesprochen.

"Ich halte es für unverantwortlich, mit solchen falschen Behauptungen Panik unter den Fans zu verbreiten und die Sicherheitsdebatte mit unbelegten Vorwürfen zu vergiften", sagte Herrmann Sicherheit in Fußballstadien sei kein Selbstläufer, sondern erfordere konsequente und wirkungsvolle Maßnahmen und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Ein Beispiel hierfür sei der Ausbau der Stadionallianzen, die in Bayern im Oktober 2025 für alle Vereine der oberen drei Ligen eingeführt wurden und auf der Innenministerkonferenz breite Unterstützung finden, so Herrmann. "Die Sicherheitsarbeit ist ein fortwährender Prozess, denn neue Herausforderungen entstehen ständig und müssen entschlossen angegangen werden. Nur so kann der hohe Sicherheitsstandard im Fußball und in den Stadien auch zukünftig gewährleistet werden."

Massive Proteste am vergangenen Wochenende in Stadien

In zahlreichen Stadien hatten am vergangenen Wochenende die Anhänger von verschiedenen Vereinen erneut mit Schweige-Protesten und Plakaten auf vermeintlich geplante Maßnahmen der Politik in Sicherheitsfragen reagiert.

"Populismus stoppen", stand etwa auf einem Spruchband der Leverkusener Fans beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund. "Fankultur überlebt jede Ministerkonferenz", plakatierten die Anhänger des 1. FC Union Berlin vor dem Duell mit dem 1. FC Heidenheim. Die Anhänger befürchten drastische Maßnahmen wie personalisierte Eintrittskarten oder verschärfte Stadionverbote. 

"Innenminister Herrmann: Finger weg von unserer Fankultur", hieß es im Block der Augsburger Fans beim Spiel gegen die TSG Hoffenheim in Sinsheim. Die Anhänger des FC Bayern richteten beim Heimspiel gegen den FC St. Pauli ihren Protest auch gegen Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD), der auf einem Plakat mit übergroßem Schlagstock karikiert wurde.

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