Gmund am Tegernsee: Steckerlfisch und Hendl für die Seele

Ein Festwirt aus Gmund will einen Volksfest-Ersatz liefern – und bietet Wiesn-Schmankerl to go.
| Klaus Wiendl
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Steckerlfisch auf dem „Volksfest zum Midnehma“
Klaus Wiendl Steckerlfisch auf dem „Volksfest zum Midnehma“

Ein Festwirt aus Gmund will einen Volksfest-Ersatz liefern – und bietet Wiesn-Schmankerl to go.

Gmund - Schlange stehen für ein Hendl. Wer hätte dies in der Krise gedacht. Doch ein bisserl geht allerweil, dachte sich Wirt Christian Fahrenschon, der sonst sein Festzelt um diese Zeit am Festplatz in Gmund am Tegernsee errichtet.

Aus der Not eine Tugend machte er mit zwei Buden und daraus das "Volksfest zum Midnehma". Was sonst auf dem Rosenheimer Weihnachtsmarkt steht, war für 350 Senioren aus Gmund wie Weihnachten. Es gab ein halbes Freihendl auf Kosten der Gemeinde zum Seniorennachmittag.

Gebrannte Mandeln und Herzerl fürs Gemüt

Die zuständige Beauftragte überwachte die Ausgabe mit einer Liste zum Abhaken. Auch auf die angeordneten Abstände der Risikogruppe wurde geachtet. In den Zeiten, wo sämtliche See- und Waldfeste im Tegernseer Tal abgesagt wurden, verbreite diese Mini-Wiesn to go "etwas Freude im Alltag der Menschen", sagt Bürgermeister Alfons Besel (FWG) bei seiner Stippvisite. "So ein knuspriges Hendl tut doch der Seele gut und auch das ist wichtig in diesen Tagen."

Steckerlfisch auf dem „Volksfest zum Midnehma“
Steckerlfisch auf dem „Volksfest zum Midnehma“ © Klaus Wiendl

Doch es gibt bis zum 10. Mai auch andere Wiesn-Spezialitäten wie Schweinshaxn, Steckerlfisch oder Enten. Um eine gewisse Minimal-Griabigkeit zu verbreiten, hat Fahrenschon auch gebrannte Mandeln und Herzerl im Angebot. "Ozapft" wurde das "Volksfest" nicht, das Bier gibt’s nur in Flaschen für unterwegs.

Er sei überwältigt, sagt Veranstalter Fahrenschon dennoch, "wie uns die Bevölkerung unterstützt. Es sind deutlich mehr Gäste gekommen, als wir erwartet haben." Der Wirt weiß aber auch, dass seine Idee des "Volksfests to go" nur funktioniert, weil die Gaststätten noch geschlossen sind. Seine Zukunft als Festwirt hänge davon ab, sagt er, "wann Großveranstaltungen wieder möglich sind".

Bis dahin hofft Fahrenschon, wenigstens Biergärten mit den Abstandsregeln betreiben zu können.

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