Corona und die Folgen: Vom Hotelier zum Maskenverkäufer

Markus Neubauer (41) hat – bis Corona kam – an Touristen vermietet. Nun hat er am Isartor einen 35 Quadratmeter winzigen Shop eröffnet.
| Nina Job
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Unter dem Logo der ehemaligen Räuberhöhle in der Zweibrückenstraße vertreibt Markus Neubauer Mund-Nasen-Schutz.
Daniel von Loeper Unter dem Logo der ehemaligen Räuberhöhle in der Zweibrückenstraße vertreibt Markus Neubauer Mund-Nasen-Schutz.

München - Zuerst blieben die chinesischen Gäste weg, das war im Januar. Dann kamen die Touristen aus Italien nicht mehr – und im März war es endgültig vorbei. Dem Hotel- und Kleingastgewerbe bleibt die Kundschaft weg. Der Münchner Markus Neubauer (41) ist einer von Tausenden Gastgebern, die seit Corona kaum noch Einkünfte haben.

"Mich hat es voll erwischt", berichtet der 41-Jährige. 22 Apartments vermietet er normalerweise in der Innenstadt gewerblich an Touristen. Die Zimmer stehen nun zu 95 Prozent leer. "Nur ab und zu kommt ein Handwerker."

Neubauer: "Muss meine Miete ja weiterzahlen"

In der Not hat der Hotelier nun in eine ganz andere Branche umgesattelt – denn: "Ich muss meine Miete ja weiterzahlen." Neubauer mietete einen Teil des früheren Indoor-Spielplatzes "Räuberhöhle" in der Zweibrückenstraße an und verkauft hier nun Behelfsmasken aus Baumwolle.

Denn die Nachfrage nach Mund-Nasen-Schutz ist riesig, seitdem für alle öffentlichen Verkehrsmittel und Geschäfte seit Montag eine Maskenpflicht gilt und zertifizierte Exemplare teure Mangelware sind.

In den vergangenen Tagen und Wochen sind überall in der Stadt neue Produktionsstätten für Stoffmasken aus dem Boden geschossen: Schneider, Hochzeitsausstatter, Gardinenhersteller, Hausfrauen, Studenten und Trachtenschneider nähen im Akkord. Vom dezenten Mund-Nasen-Schutz in Grau oder Dunkelblau bis zum trendigen Teil im Trachtenlook gibt es so ziemlich alles. Und das in immer mehr Läden der Stadt.

Krise als Chance: Masken-Verkauf läuft gut an

Markus Neubauer lässt in einer Schneiderei in Ottobrunn nähen. Die Masken sind zweilagig mit Platz für einen einlegbaren Filter und bei 60 Grad waschbar. Das Stück kostet zehn Euro. "Am ersten Tag habe ich 101 Stück verkauft." Besonders gefragt waren die schlichten blauen Exemplare und die mit Paisleymuster.

Das neue Geschäft läuft also gut an. Und Neubauer hat auch noch Glück mit seinem Vermieter: Nicht nur, dass er sich darauf einließ, ihm nur 35 der 850 Quadratmeter großen Fläche zu vermieten. "Er fand die Idee so gut, dass er mir mit der Miete sehr entgegenkommt."

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