Gerlach kritisiert Aus für telefonische Krankschreibung

Die Spitzen von Union und SPD wollen mit strengeren Regeln zur Krankschreibung die Wirtschaft ankurbeln. Kritik daran kommt sogar von Söders eigener Gesundheitsministerin.
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Söders eigene Gesundheitsministerin Gerlach (r.) sieht die Pläne der schwarz-roten Koalition in Berlin zu den strengeren Regeln für Krankschreibungen kritisch. (Archivbild)
Söders eigene Gesundheitsministerin Gerlach (r.) sieht die Pläne der schwarz-roten Koalition in Berlin zu den strengeren Regeln für Krankschreibungen kritisch. (Archivbild) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
München

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) hat die Pläne der schwarz-roten Koalition zur Abschaffung der telefonischen Krankschreibung kritisiert. "Die telefonische Krankschreibung abzuschaffen, bringt nur zusätzliche Bürokratie", sagte sie dem Radiosender Antenne Bayern. Nur rund ein Prozent der Krankschreibungen erfolge telefonisch. "Das heißt, der Gewinn ist relativ überschaubar." 

CDU, CSU und SPD wollen strengere Regeln für Krankschreibung 

Die Spitzen der schwarz-roten Koalition in Berlin hatten in dieser Woche angesichts hoher Fehlzeiten strengere Regeln vereinbart. Die Möglichkeit zu telefonischen Krankschreibungen auch ohne Praxisbesuch soll abgeschafft werden. Außerdem soll die verpflichtende Vorlage einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag als gesetzliche Regel eingeführt werden - statt wie bisher am vierten Tag. In Betrieben sollen abweichende Regeln vereinbart werden können. 

Union und SPD erhoffen sich durch weniger Krankheitstage Impulse für die schwächelnde Wirtschaft. Auch CSU-Chef Markus Söder hatte den Beschluss mitgetragen. 

Gerlach warnt vor überforderten Arztpraxen

Gerlach kritisierte auch die verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Tag. Es brauche ein Konzept "mit Maß und Ziel", das die Praxen nicht überfordere. "Zukünftig kommt ohnehin mehr auf die Hausärzte zu, dort werden mehr Leute einen Termin benötigen. Jetzt ein System noch aufzubürden, das noch mehr Wandel in die Praxen bringt und noch mehr Patientinnen und Patienten, halte ich für falsch."

Auch von der Ärzteschaft war der Beschluss der Koalitionsspitzen massiv kritisiert worden. Sie fürchten, dass die Arztpraxen künftig noch überlasteter sind als bisher oder sich kranke Menschen auf die Arbeit schleppen, weil sie keinen Termin für eine Untersuchung bekommen konnten.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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