Gericht kippt Rathaus-Hausverbot für Frauke Petry

Seit Tagen schaukelt sich der Streit zwischen dem Augsburger OB und CSU-Vize Kurt Gribl und der AfD hoch. Nun hat AfD-Chefin Petry einen juristischen Sieg errungen: ein gegen sie verhängtes Hausverbot ist rechtswidrig. Nun darf sie am Freitag in Augsburg reden.
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AfD-Politikerin Frauke Petry darf am Freitag im Augsburger Rathaus reden. Das Gericht kippte das Hausverbot am Mittwoch.
dpa AfD-Politikerin Frauke Petry darf am Freitag im Augsburger Rathaus reden. Das Gericht kippte das Hausverbot am Mittwoch.

Augsburg - Das Hausverbot für AfD-Chefin Frauke Petry im Augsburger Rathaus ist rechtswidrig. Das entschied das Verwaltungsgericht Augsburg am Mittwoch und gab damit einem Eilantrag der Bundesvorsitzenden der rechtspopulistischen Partei statt. Petry will am Freitagabend beim Neujahrsempfang der beiden Augsburger AfD-Stadträte im historischen Rathaus sprechen.

Nach Ansicht der Richter ist es üblich, dass die Stadtverwaltung den Fraktionen und Wählergruppen Repräsentationsräume im Rathaus zur Verfügung stellt. Dies gelte "insbesondere auch zur Abhaltung von Neujahrsempfängen unter Teilnahme überörtlicher politischer Prominenz", begründete Gerichtssprecher Stefan Eiblmaier die Entscheidung.

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Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) will seit den umstrittenen Schusswaffen-Äußerungen Petrys die Veranstaltung verhindern. Er betont die Bedeutung des Rathauses als Gedenk- und Repräsentationsort für Augsburg, das sich als Friedensstadt bezeichnet und einen internationalen Friedenspreis vergibt.

In einem weiteren Eilverfahren will das Verwaltungsgericht bis Freitag entscheiden. Die Stadt hatte gegen Petry nicht nur persönlich ein Hausverbot verhängt, sondern den gesamten AfD-Empfang untersagt. Nach der Entscheidung zum Hausverbot ist allerdings davon auszugehen, dass die Richter auch dieses Verbot kippen.

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Zunächst blieb offen, ob die Stadt die Gerichtsentscheidung beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München anfechten will. Die Augsburger FDP warf OB Gribl vor, dass er Augsburg "deutschlandweit blamiert" und "die AfD mit seiner symbolpolitischen Verbotsanordnung unnötig gestärkt" habe.

Gribl, der auch stellvertretender Parteivorsitzender der CSU ist, hat aus Protest gegen den Auftritt der AfD-Chefin eine Stadtrats-Sondersitzung angesetzt, die am Freitag eine Etage über dem AfD-Empfang im Goldenen Saal des Rathauses stattfinden soll. Auf dem Rathausplatz soll es zudem eine Mahnwache gegen Rechtspopulismus geben.

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