"Fußballbesessener" Danks meistert den Chef- Crashkurs

Vincent Kompany macht gute Fortschritte bei der Genesung. Aaron Danks hat derweil "viel gelernt" in seiner Zeit an vorderster Front. Vor der Reise zur Familie will er aber noch einen Job erledigen.
von  Klaus Bergmann, dpa
Aaron Danks erlebt intensive Wochen als Interims-Cheftrainer.
Aaron Danks erlebt intensive Wochen als Interims-Cheftrainer. © Manu Fernandez/AP/dpa

Aaron Danks freut sich nach zwei sehr intensiven Wochen als urplötzlich verantwortlicher Trainer beim FC Bayern München auf die Länderspielpause und ein paar erholsame Tage bei seiner Familie in England. "Aber erst steht noch ein wichtiges Spiel an, darauf liegt der ganze Fokus", sagte der Engländer vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim FSV Mainz 05. 

Auch in der Mainzer Arena wird der 43 Jahre alte Assistent von Vincent Kompany nochmals in der Verantwortung stehen. Letztmals? Das kann selbst der enge Kompany-Vertraute nicht vorhersagen. "Ich hatte ein paar richtig gute Telefonate mit Vincent in den vergangenen Tagen", berichtete Danks: "Er wirkt positiv. Er scheint auf einem guten Weg zur kompletten Erholung."

"Wir wünschen uns Vincent zurück - so schnell wie möglich"

Ob Kompany nach seinem Zusammenbruch und einer Hirnhautreizung schon am 20. November im Heimspiel gegen den 1. FC Köln wieder am Spielfeldrand stehen wird, bleibt ungewiss. "Es ist noch kein Zeitpunkt gesetzt für seine Rückkehr", sagte Danks und erklärte: "Die Länderspielpause gibt uns die Gelegenheit, zu reflektieren und zu sehen, wann er bereit ist, zurückzukehren. Natürlich wünschen wir alle uns ihn zurück - so schnell wie möglich."

Unter der Regie von Danks haben die Bayern drei Siege und ein Remis erzielt. Vor allem das 2:0 in der Champions League bei Atlético Madrid hat gezeigt, dass die Mannschaft auch mit Danks funktioniert. 

"Ich bin jemand, der immer lernen möchte, sich verbessern will. Die Umstände waren nicht die, die ich mir gewünscht habe: Dass Vincent nicht dabei ist, wollen wir ja nicht", schilderte er: "Ich habe die Situation angenommen und viel gelernt. Ich habe mich entwickelt in dieser Zeit, meine Führungsqualitäten." Trotzdem freue er sich auf etwas Ruhe in der Länderspielpause: "Das wird wichtig sein, nach Hause zu kommen und Zeit mit der Familie zu verbringen." 

Viel Lob der Bayern-Bosse

Im Verein ist Danks' Auftreten und sein Wirken vor der Mannschaft sehr positiv registriert worden. Vorstandschef Jan-Christian Dreesen richtete in seiner Bankettrede nach dem Sieg in Madrid eigens Dankesworte an ihn. 

Nun legte Sportdirektor Christoph Freund nach. "Erstmal ist Aaron richtig gut als Trainer. Er ist fußballbesessen, ein richtig guter Typ, der bei der Mannschaft ankommt. Es war nicht schwer, Aaron zu vertrauen. Die Situation war nicht einfach, das ist klar. Aber wir wissen, dass wir super aufgestellt sind. Wir haben vollstes Vertrauen in Aaron und das Team." 

Nach intensiven Wochen mit zahlreichen Verletzungen und schwierigen Situationen wie dem medizinischen Notfall bei Kompany sind Harry Kane und Co. in Mainz noch einmal gefordert. Dort haben die Bayern im Dezember 2024 beim 1:2 ihre letzte Auswärtsniederlage kassiert, seitdem sind sie seit 30 Auswärtsspielen ungeschlagen. In der vergangenen Spielzeit gab es ein irres Münchner 4:3-Comeback nach einem 0:3-Rückstand zur Pause. 

Pause für Davies?

"Wir hatten immer schwierige Spiele gegen Mainz", mahnte Danks. Vier Tage nach dem großen Sieg gegen Atlético werden frische Kräfte benötigt. "Bei ein paar Spielern müssen wir nach der hohen Belastung schauen, ob wir sie rausnehmen", sagte Danks.

Namentlich nannte er Alphonso Davies, der nach einigen Verletzungen noch Ruhephasen benötige. Doch wer stürmt dann auf dem linken Flügel? Danks wollte im Training einige Lösungen testen. Nathaniel Brown? Lennart Karl? Fußball-Nationalspieler Jamal Musiala ist nach seiner Muskelverletzung zwar zurück im Teamtraining. "Aber das Spiel kommt zu früh für ihn", sagte Danks.

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