Forscher warnen vor Mücken in Hochwassergebieten

Feuchtwarmes Wetter - für Stechmücken ist das ideal. Nach den größtenteils niederschlagsarmen Jahren 2014 und 2015, fürchten Experten in diesem Sommer wieder besonders viele der Plagegeister.
| dpa/az
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Für die Eiablage nutzen die Mücken vor allem ruhige Wasseroberflächen. Hier schwimmen die Mückenlarven an der Wasseroberfläche eines Brunnens.
Hannibal/dpa Für die Eiablage nutzen die Mücken vor allem ruhige Wasseroberflächen. Hier schwimmen die Mückenlarven an der Wasseroberfläche eines Brunnens.

Feuchtwarmes Wetter - für Stechmücken ist das ideal. Nach den größtenteils niederschlagsarmen Jahren 2014 und 2015, fürchten Experten in diesem Sommer wieder besonders viele der Plagegeister.

München - Mit einer vermehrten Belastung durch Mücken müssen die Menschen in den Hochwassergebieten rechnen. Stehende Gewässer seien für Mücken ideal, da sie dort ihre Eier legen, sagte die Biologin Eva Goris dem "Münchner Merkur". "Wenn ein Weibchen 80 bis 200 Eier pro Tag legt, können Sie sich vorstellen, was in zwei Wochen auf uns zukommt", sagte Goris, die auch Sprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung in Hamburg ist.

Zusätzlich wirke das schwül-warme Wetter wie ein Katalysator und treibe die Entwicklung der Brut noch an. Bei den derzeitigen Bedingungen benötige die neue Mückengeneration nur rund zwei Wochen bis zum Schlupf.

Lesen Sie auch: Mücken-Alarm um München - Was hilft wirklich?

Moskitonetze und parfümfreie Kosmetik

Die Expertin empfahl, die Mücken mit Moskitonetzen aus der Wohnung fernzuhalten. Außerdem sei es hilfreich, mit parfümfreier Kosmetik gründlich zu duschen. "Schweißgeruch wirkt wie ein Magnet auf die Mücken", verriet die Biologin. Auch Insektenabwehrmittel können helfen. "Darin enthalten sind Düfte, die die Mücken eklig finden."

Aufrgund der drohenden Mückenplage in diesem Sommer, fordern Forscher nun die Bürger dazu auf, möglichst viele der Stechinsekten einzuschicken. Denn die Tiere werden für einen Mückenatlas verwendet, mit dem Verbreitungsgebiete und neue eingeschleppte Arten kartiert werden.

Lesen Sie hier: Mückenplage in den Flutgebieten

Stechmücken als Krankheitsüberträger 

"Durch die in Europa in den letzten Jahren zunehmenden Ausbrüche von Stechmücken-übertragenen Krankheiten wie Dengue-, Westnil- oder Chikungunya-Fieber sowie den jüngsten Zika-Virus-Ausbruch in Südamerika wurde die aktuelle Bedeutung von Stechmücken als Krankheitsüberträger unter Beweis gestellt", sagte die Biologin Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg. "Zur Risikoabschätzung benötigen wir deshalb dringend Daten zur Verbreitung der in Deutschland vorkommenden invasiven und einheimischen Arten.", erklärte Walther weiter.

Wichtig für Mückenjäger: Die Forscher benötigen intakte Exemplare, zerquetschte oder platt geschlagene Tiere sind unbrauchbar. Zum Abtöten gefangener Mücken empfehlen die Forscher, sie für einen Tag ins Gefrierfach zu legen.

 

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