Digitalfunk funktioniert nicht: Jetzt gibt's neue Poliz-iPhones

Der teure digitale Behördenfunk erfüllt wichtige Anforderungen nicht. Deswegen rüstet der Freistaat nun nach - in München geht's los.
| Ralf Müller
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Smartphones für die Polizei: Weil der Digitalfunk nicht genug Möglichkeiten bietet, wird jetzt nachgerüstet.
dpa Smartphones für die Polizei: Weil der Digitalfunk nicht genug Möglichkeiten bietet, wird jetzt nachgerüstet.

München - Rund eine Milliarde Euro hat der Aufbau des digitalen Behördenfunks (BOS-Tetra) gekostet. Der Freistaat entschied sich unter anderem deshalb für den Aufbau eines eigenen Netzes, um nicht von privaten Mobilfunkbetreibern abhängig zu sein.

Doch jetzt werden Polizisten in Bayern mit Apples iPhones ausgestattet, um Bilder, Videos und Daten über das Vodafone-Mobilfunknetz auszutauschen. Denn wollte ein Polizist ein Foto rasch an die Zentrale schicken, musste er bisher zum privaten Smartphone greifen.

Besonders beliebt: Gruppen über den Messenger-Dienst "WhatsApp". Dort gehen die Fotos blitzschnell an Kollegen. Doch das ist eigentlich strikt untersagt. Denn dienstliche Daten landen so bei "Whats-App"-Inhaber Facebook und auf Servern in den USA. Gleichwohl gab es bisher keine Alternative. Denn die Technik des digitalen Funks ist dafür zu schmalspurig.

Für die Erprobung des polizeiinternen Messenger-Dienstes werden iPhones 6 und iPhones 7 eingesetzt. Vodafone stellt ein "zertifiziertes Rechenzentrum" in Frankfurt am Main zur Verfügung, zu dem niemand außer der Polizei Zugriff haben soll. Soweit jedenfalls die Theorie.

Die Einführung des polizeilichen Vodafone-Apple-Datendienstes hat noch andere Gründe: Es stellte sich heraus, dass der BOS-Digitalfunk beim OEZ-Amoklauf alles andere als optimal funktionierte. Als Konsequenz werden die ersten Ordnungshüter mit dienstlichem iPhone in München zu sehen sein.

Auch auf dem Oktoberfest werden die Einsatzkräfte damit ausgestattet, kündigte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) an.

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