Corona-Cluster am Tegernsee: Mehrere Ansteckungen bei Gemeinderatssitzung

Der Gemeinderat in Gmund tagt Ende April, im Anschluss werden zig Infektionen bekannt. Die Behörden suchen nun Kontaktpersonen.
| Rosemarie Vielreicher
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Schlechte Stimmung am berühmten Tegernsee: In Gmund müssen die Kontakte der Gemeinderäte nachverfolgt werden.
Schlechte Stimmung am berühmten Tegernsee: In Gmund müssen die Kontakte der Gemeinderäte nachverfolgt werden. © Felix Hörhager/dpa

Miesbach - Krisenstimmung im Kreis Miesbach: Während in anderen Landkreisen die Inzidenzen nach unten purzeln und damit Lockerungen in Aussicht stehen, verzeichnet der Landkreis am Tegernsee nach eigenen Angaben wohl "eine Kehrtwende".

Mehrere Ansteckungen bei Gemeinderatssitzung?

Der Inzidenz-Wert ist laut dem Robert Koch-Institut wieder auf 137 geklettert. Warum? Mitunter seien mehrere Familien im Landkreis betroffen, aber auch gehäuft Gemeinderäte aus Gmund. Auslöser könnte die Sitzung des Gremiums Ende April sein.

"Bereits ein Drittel der bekannten Anwesenden - acht von 24 - wurde im Nachhinein positiv auf das Coronavirus getestet. Auch die Familie eines Teilnehmers ist bereits positiv. Mit weiteren Folgeinfektionen ist zu rechnen", heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes zum Ende der vergangenen Woche.

Die Gemeinderäte trugen keine Masken

Wie es den Erkrankten geht, wurde laut "Tegernseer Stimme" nicht mitgeteilt. Wie die Zeitung weiter schreibt, hatte ein Bürger das Gesundheitsamt informiert, weil dessen Corona-Warn-App einen Kontakt mit einer infizierten Person gemeldet hatte.

Daraufhin kam man auf die Gemeinderatssitzung als möglichen Auslöser, so die "Tegernseer Stimme". Die Zeitung berichtet, dass die meisten Gemeinderäte keine Maske getragen hätten und keine Kontaktdaten von Besuchern notiert worden seien.

Kontaktpersonen werden mit Hochdruck ermittelt

Es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, alle möglichen Kontaktpersonen zu ermitteln, heißt es dazu vom Landratsamt. Mit Stand Freitag gab es in Gmund 31 Corona-Infektionen.

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Die Behörden vor Ort gehen mittlerweile davon aus, dass wohl ein Gemeinderat oder mehrere infiziert waren, aber keine Symptome bemerkt wurden - und sich das Coronavirus so einschlich. Weiter heißt es dazu auf der Homepage des Landkreises: "Wahrscheinlich ist die britische Mutation verantwortlich für die Häufung an Fällen."

Quarantäne-Appell der Behörden

Die Behörden appellieren: Alle Personen, die für die Dauer der Sitzung keine FFP2-Maske getragen haben, werden als enge Kontaktpersonen eingestuft und müssten entsprechend 14 Tage ab der Sitzung in Quarantäne. Für bereits positiv Getestete gilt ebenfalls eine zweiwöchige Quarantäne.

Anwesende, die sich durchgehend mit FFP2-Maske geschützt haben, könnten - freilich nur, solange keine Symptome auftreten und nach einem negativen Schnelltest - aus der vorläufigen häuslichen Quarantäne raus.

Sie gelten als Kontaktpersonen der Kategorie 2. Das Gesundheitsamt empfiehlt ihnen dennoch regelmäßige Schnelltests. Auch solle man vorsichtshalber seine Kontakte reduzieren.

Die Hoffnung bleibt: "Da die Besucher nach Schilderungen Anwesender weit weg von den Gemeinderäten gesessen sind und wohl durchgehend FFP2-Maske getragen haben, scheint eine Infektion unwahrscheinlich." Morgen hätte der Gmunder Gemeinderat wieder getagt - die Sitzung ist abgesagt.

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