Brandbrief an Söder: Bürgermeister gehen auf die Barrikaden

In einem Brandbrief fordern Bürgermeister bayerischer Tourismusgebiete Perspektiven. Jetzt schaltet sich die Bundeskanzlerin ein.
| Julia Sextl
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Blick in die leere Innenstadt von Berchtesgaden.
Blick in die leere Innenstadt von Berchtesgaden. © Lino Mirgeler/dpa

München - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) planen für Freitag eine Videokonferenz mit allen Landräten und Oberbürgermeistern im Freistaat, wie Söder am Dienstag ankündigte.

Zuvor hatten sich einige bayerische Tourismusregionen in einem Brandbrief an den Ministerpräsidenten gewandt. Auslöser war die Diskussion um einen möglicherweise gestrichenen Osterurlaub.

Auch Bartl Wimmer hat den Brandbrief unterzeichnet.
Auch Bartl Wimmer hat den Brandbrief unterzeichnet. © Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee

So forderten die Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen, sowie die Rathauschefs von Oberstdorf, Schönau am Königssee, Berchtesgaden, Ramsau, Marktschellenberg, Bischofswiesen (darunter fünf aus der CSU) und der Verbandsvorsitzende des Zweckverbands Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee verbindliche Perspektiven für eine stufenweise Öffnung der Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe.

Vielen gingen schon jetzt die finanziellen Mittel aus, sagte Bartl Wimmer, der Verbandsvorsitzende der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee, der AZ auf Anfrage.

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"Manche haben noch die eine oder andere Rücklage. Ostern ist in unseren Augen für viele allerdings der allerletzte Zeitpunkt, um die Krise einigermaßen glimpflich zu überstehen." Ein großes Problem sei, dass rund zwei Drittel der Gastgeber ihre Unterkünfte nicht gewerblich vermieten und keinen Anspruch auf staatliche Hilfen haben.

Auch der Bürgermeister von Oberstdorf, Klaus King (Bürgerbündnis Oberstdorf), zählt zu den Unterzeichnern des Briefs. "Der Tourismus ist mit Abstand der wichtigste Wirtschaftsfaktor in Oberstdorf", sagt er. Seinen Angaben zufolge belaufen sich die Umsatzverluste allein seit Beginn des Lockdowns im November auf rund 150 Millionen Euro.

"Sicher muss man berücksichtigen, dass durch die Mutationen die Entscheidungen gerade nicht leicht fallen", sagt King zur Corona-Politik der Staatsregierung.

Einer der Unterzeichner des Schreibens: Klaus King.
Einer der Unterzeichner des Schreibens: Klaus King. © Markt Oberstdorf

Dennoch fordern die Unterzeichner des Schreibens eine Lockerung für alle Tourismusbetriebe zu Ostern. Es gebe verlässliche Hygienekonzepte in den Gastronomie- und Übernachtungsbetrieben. Außerdem verlangen die Bürgermeister, dass die versprochenen finanziellen Hilfen schnellstmöglich ausgezahlt werden.

In dem Gespräch am Freitag, an dem auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) teilnehmen wird, sollen die Landräte und Oberbürgermeister aus erster Hand erfahren, wie Merkel die aktuelle Lage einschätzt, wie sie die Gefahr durch die Virusmutationen derzeit sieht und wie die weitere Entwicklung im Kampf gegen das Virus aussehen könnte, kündigte Söder an. Darüber hinaus solle es aber auch um konkrete Bedürfnisse und Probleme der Kommunen gehen, so der CSU-Chef.

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